Für Interessierte an einer Selbstständigkeit in der Gastronomie: Eignung und wichtige Aspekte

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Der eigene Gastronomiebetrieb ist für viele Menschen ein Traum. Manche sind bereits in der Branche tätig, andere möchten sich als Quereinsteiger versuchen. Damit das Vorhaben Erfolg hat, muss einerseits die Eignung des potenziellen Gründers vorhanden sein. Darüber hinaus müssen von Beginn an einige Faktoren zu beachtet werden, um eine solide Basis zu schaffen. Was sollten Interessierte vor ihrer Entscheidung wissen?

Die Eignung des Interessenten

Zunächst ist es für jeden Gründer, der in die Gastronomie einsteigen möchte, sinnvoll, zu überprüfen, ob er hierfür geeignet ist. Einige der relevanten Eigenschaften sollten bei jeder Gründung gegeben sein, andere wiederum haben in der Gastro-Branche eine herausgehobene und zentrale Bedeutung. Zu den wichtigen Faktoren zählen unter anderem:

  • Leidenschaft, Ausdauer und Belastbarkeit,
  • Fachwissen und Erfahrung
  • sowie Mut und Kreativität.

Grundlagen: Leidenschaft, Ausdauer, Belastbarkeit

Leidenschaft ist eine der wichtigsten Grundlagen für eine erfolgreiche Gründung. In der Gastronomie sollte diese möglichst für mehrere Teilbereiche wie einen guten Service und stetige hohe Qualität, vielleicht sogar in Form eines gewissen Perfektionismus, bestehen.

Womöglich bringt der angehende Gastronom aber auch eine Begeisterung für bestimmte Speisen, sei es basierend auf einer besonderen Ernährungsweise (z. B. vegetarisch oder vegan) oder der Kulinarik eines bestimmten Kulturkreises mit. Zusätzlich kann eine Leidenschaft für die Atmosphäre, die viele Gastronomiebetriebe auszeichnet, hilfreich sein.

Nicht weniger relevant sind Ausdauer und Belastbarkeit. Erstere spielt vor allem in der Phase kurz nach der Gründung eine Rolle – nicht jeder Gastronomiebetrieb wird von Beginn an ein voller Erfolg.

Belastbarkeit ist aufgrund der oftmals langen Arbeitszeiten, die in den allermeisten Fällen abseits des üblichen Rhythmus des Tätigkeitsalltags vieler Arbeitnehmer liegen, von Bedeutung. Diese Eigenschaften kann durch das Befolgen einiger Tipps gestärkt werden.

Zur Belastbarkeit gehört gleichzeitig eine gewisse Stressresistenz. Im laufenden Betrieb kann es oftmals zu hektischen Situationen kommen, in denen gerade der Chef des Lokals unbedingt den sprichwörtlichen kühlen Kopf und bewahren und klare sowie durchdachte Handlungsanweisungen geben sollte.

Fachwissen und Erfahrung

Darüber hinaus sollte der Gründer Fachwissen zur Gastrobranche und Erfahrung aus anderen Betrieben mitbringen. Das Know-how und die Alltagskenntnisse können in der Küche, im Service oder dem Managementbereich erworben werden.

Gerade für Quereinsteiger empfiehlt es sich daher, vor der Gründung zunächst einige Zeit in einem anderen Betrieb zu arbeiten und/oder eine der verschiedenen Ausbildungen, die es in der Gastronomie gibt, zu absolvieren. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Vorhaben aufgrund von theoretischen oder praktischen Wissenslücken scheitert.

Ein Gründer in der Gastronomie muss außerdem bis zu einem gewissen Grad ein Allrounder sein. Daher ist es auch für Profis wichtig, das Wissen in den Bereichen, die in der vorherigen Tätigkeit nicht so umfangreich ausgeführt wurden, zu vertiefen.

So sollte sich zum Beispiel ein Koch vor der Gründung mit wichtigen Details bezüglich des Service und der Geschäftsführung beschäftigen, ein Restaurantmanager wiederum mit tiefgehendem Know-how zu Speisen und deren Zubereitung. Letzterer könnte ohne diese Hintergründe zum Beispiel weniger kompetent einschätzen, wie gut und erfolgversprechend die Kreationen eines Bewerbers für einen Posten als Koch sind.

Mut und Kreativität

Eine weitere Eigenschaft, die ein Selbstständiger in der Gastro-Branche besitzen sollte, ist ein hohes Maß an Mut. Allein mit der Eröffnung des Betriebes geht oftmals eine hohe Investition und damit gleichzeitig ein hohes Risiko einher.

Besonderer Mut ist gefragt, wenn der Gastronom ein alternatives oder neues Konzept nutzen möchte, um sich von der Konkurrenz in der Region ein wenig abzusetzen und eine Individualität herzustellen, die es in anderen Betrieben in der Gegend nicht gibt. Gleiches gilt für verschiedene Experimente mit neuen Gerichten, die ein wenig Schwung in die Karte bringen sollen.

Ebenfalls von hoher Bedeutung ist die Kreativität. Diese spielt bei der Gestaltung der Karte, der Zusammenstellung der Gerichte und dem Anrichten der Speisen eine Rolle. Darüber hinaus hat sie eine Bedeutung beim Einrichten des Lokals. Schließlich bieten erfolgreiche Gastronomiebetriebe den Gästen nicht nur hochwertige Kulinarik, sondern auch eine angenehme Atmosphäre.

Einige wichtige Aspekte bei der Gründung

Neben den zentralen Eigenschaften, die ein Gründer mitbringen sollte, müssen bei der Gründung einige wichtige Faktoren beachtet werden, um von Beginn an ein zukunftsfähiges Konzept aufzustellen. Dazu gehören unter anderem:

  • verschiedene Absicherungen,
  • die Auswahl des passenden Teams
  • sowie steuerliche Fragen.

Welche Absicherungen sind nötig?

Bei der Frage der richtigen Absicherungen muss der Gründer zwei Ebenen berücksichtigen. Zum einen die private: So sollte er sich in unterschiedlichen Bereichen ausreichend vor unvorhergesehenen oder später eintretenden Umständen absichern. Auf der anderen Seite haben geschäftliche Versicherungen eine wichtige Bedeutung. Zu den privaten Absicherungen gehören unter anderem:

  • eine Krankenversicherung,
  • eine Berufsunfähigkeitsversicherung
  • sowie die Altersvorsorge.

Private Absicherungen

Die Krankenversicherung ist in Deutschland verpflichtend. Als Selbstständige haben Gastronomen die Auswahl zwischen einer privaten und einer freiwilligen gesetzlichen Versicherung.

Zusätzlich ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll. Diese zahlt, wenn der Gastronom aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fähig ist, seine Tätigkeit auszuführen. In welcher Situation das konkret gegeben ist bzw. welche Umstände hierfür erfüllt sein müssen, erklärt eine genaue Definition.

So tritt die Berufsunfähigkeit ein, wenn der Gastronom seinen zuletzt ausgeführten Beruf, also in diesem Fall die Selbstständigkeit in der Gastronomie, dauerhaft ganz oder teilweise nicht mehr ausüben kann. Gründe hierfür können Verletzungen oder Krankheiten sein. Der Mindestgrad der Berufsunfähigkeit, der nötig ist, damit die Versicherung zahlt, liegt in den allermeisten Fällen bei 50 Prozent.

Selbstständige sind anders als Angestellte nicht dazu verpflichtet, in eine Rentenversicherung einzuzahlen. Um sich für das Alter abzusichern, empfiehlt es sich jedoch dringend, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen. So kann das Risiko der Armut im Rentenalter verringert werden. Zu den Möglichkeiten zählen:

  • eine freiwillige gesetzliche Rentenversicherung,
  • eine private Rentenversicherung
  • sowie verschiedene Spar- und Anlagemöglichkeiten.

Bezüglich Letzterer empfiehlt es sich, Varianten mit einem möglichst geringen Risiko auszuwählen. Nur so kann für die späteren Lebensjahre eine umfangreiche Sicherheit aufgebaut werden.

Geschäftliche Absicherungen

Zu den geschäftlichen Absicherungen, die der Gastronom abschließen sollte, gehören vor allem:

Eine Betriebshaftpflichtversicherung kommt zum Beispiel dann auf, wenn sich ein Gast durch den Betreiber oder einen Mitarbeiter verletzt oder anderweitig als Person oder wirtschaftlich zu Schaden kommt. Letzteres kann unter anderem der Fall sein, wenn ein Kellner dem Gast versehentlich ein Getränk über die Kleidung schüttet und das Kleidungsstück nicht mehr vollständig gereinigt werden kann.

Eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung wiederum spart dem Gastronomen hohe Anwaltskosten, wenn ein Umstand vor Gericht geklärt werden muss – sei es mit einem Gast oder einem Zulieferer. Eine Geschäftsinhaltsversicherung wiederum kommt für Schäden am Inventar auf, die zum Beispiel durch ein Starkwetterereignis oder ein Feuer entstehen können.

Auswahl des passenden Teams von Küche bis Service

Darüber hinaus spielt die Auswahl des passenden Teams eine entscheidende Rolle für den Erfolg des Gastronomiebetriebes. Einerseits sollte dabei darauf geschaut werden, welche Kompetenzen und Erfahrungen die Bewerber mitbringen.

Womöglich hat der Gastro-Einsteiger ein wenig Glück und unter den Kandidaten finden sich potenzielle Mitarbeiter, die bereits in bekannten und hochqualitativen Gastronomiebetrieben gearbeitet haben.

Grundsätzlich kann erfahrenes Personal gerade in der Anfangsphase durch einige Tipps einen umfangreichen Mehrwert bieten. Außerdem sollte der Gastronom darauf achten, dass das Personal ähnlich wie er selbst eine Leidenschaft für die Gastronomie und den Bereich, in dem es dort tätig ist, mitbringt.

Wichtig ist zudem, dass das Team sich untereinander gut versteht und harmoniert. Dabei spielt vor allem die professionelle Ebene eine Rolle, persönliche Sympathien können dem Betriebsklima natürlich ebenfalls zuträglich sein.

Gerade in der Gastronomie ist ein gutes Zusammenspiel des Teams besonders wichtig. Zum einen hat dies Vorteile für das Einspielen und Automatisieren von Abläufen. Des Weiteren kann ein gut funktionierendes Team sicherlich auf viele hektische und stressige Momente besser reagieren und gleichzeitig Fehler, sollten sie denn geschehen, einfacher korrigieren.

Steuerliche Fragen

Zudem sollte der Betreiber sich von Beginn an mit steuerlichen Fragen auseinandersetzen. So kann er vermeiden, durch eine fehlerhafte Kalkulation später in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen.

Des Weiteren können durch verschiedene Umstände steuerliche Vorteile entstehen. Dabei spielt unter anderem die Wahl der Rechtsform eine Rolle. In jedem Fall ist die Unterstützung durch einen Steuerberater bei der Gründung eines Gastronomiebetriebes sinnvoll und notwendig. Nur so kann der Gastronom die maximalen Vorteile erzielen und Probleme effizient umgehen.

Fazit

Damit ein Gründer in der Gastronomie Erfolg haben kann, sollte er ein hohes Maß an Belastbarkeit, fachliche Kenntnisse sowie Kreativität mitbringen. Des Weiteren sollte er sich bereits von dem Start des Geschäfts mit den notwendigen Absicherungen, geeignetem Personal sowie steuerlichen Fragen auseinandersetzen. So kann die Basis für einen soliden Betriebsalltag und ausreichende Umsätze geschaffen werden.


 

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