Von Prepper bis Glamour: Booking.com präsentiert sieben Trends für 2023

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Um zu verstehen, wie sich das Reisen im Jahr 2023 gestalten wird, hat Booking.com eine Umfrage mit mehr als 24.000 Reisenden aus 32 Ländern und Regionen in Auftrag gegeben, um sieben neue Reisetrends zu definieren. 

In einer Zeit des allgemeinen Umbruchs, in der Krieg, zunehmende gesellschaftliche Polarisierung, steigende Inflation und die dringende Sorge um den Klimawandel die Welt weiterhin verändern, finden sich Menschen in einem vielschichtigen Spannungsfeld wieder, in dem sie versuchen, ihre Prioritäten mit den Anforderungen des alltäglichen Lebens in Einklang zu bringen. Die Reisetrends für 2023 spiegeln diese Stimmung wider und zeigen, dass sich die Bedürfnisse der Reisenden in viele verschiedene Richtungen bewegen, mit dem Ziel, sich an die wandelnden Zeiten anzupassen.   

1. Prepper im Paradies 

Getarnte Hütten, Lagerfeuerküche und Kompass – Reisen im autarken Stil werden nie so begehrt sein wie im Jahr 2023. Ein paar chaotische Jahre mit Naturkatastrophen, politischen Unruhen und einer globalen Pandemie haben dazu geführt, dass einige das Vertrauen in die Welt und in die überzogenen Annehmlichkeiten unseres modernen Lebens verloren haben.

Etwa ein Drittel (35%) der deutschen Reisenden wollen auf ihrer Reise wieder das Gefühl der Einfachheit erleben und sind auf der Suche nach einem Urlaub im autarken Stil, um dem Alltag zu entfliehen (52%) und um abzuschalten und nur mit dem Notwendigsten auszukommen (35%). Deutsche Reisende möchten ihre Reisen im Jahr 2023 auch als Gelegenheit nutzen, um Überlebenstechniken zu erlernen (49%), z.B. wie man sauberes Wasser findet (59%), ein Feuer macht (4%), Nahrung in freier Wildbahn findet (29%) und sogar, wie man sich auf eine Apokalypse vorbereitet (30%).

Es ist damit zu rechnen, dass immer mehr umweltfreundliche, naturverbundene Unterkünfte entstehen, die den Bedürfnissen von ausgebrannten und nach Einfachheit strebenden Städter entgegenkommen, sowie Unterkünfte, die Gästen dabei helfen, autarker zu sein, indem sie z.B. ihre eigenen Mahlzeiten während ihres Aufenthalts selbst beschaffen und zubereiten. Eine Zunahme von Wildnis-Survival-Schulen, in denen Reisende wichtige Fähigkeiten zur Bewältigung eines katastrophalen Ereignisses erlernen, ist ebenfalls zu erwarten. 

„Autarkes Reisen“ im Jahr 2023 bedeutet aber nicht unbedingt, dass es ungemütlich wird. Die allgemeine Auffassung ist, dass bei solchen Reisen auf Luxus verzichtet wird (55%), aber es gibt den starken Wunsch, beide Konzepte zu vereinen: 36% ziehen nur dann eine Reise im autarken Stil in Erwägung, wenn diese auch mit Annehmlichkeiten verbunden ist. 

Und wie unabhängig ist der autark Reisende Deutsche 2023 wirklich? Fast die Hälfte (42%) stellt eine grundsätzliche Bedingung: Eine Telefon- und Internetverbindung an ihrem Reiseziel ist unverzichtbar. Also ist abzusehen, dass sich diese Truppe mit 5G durch die Wildnis schlägt. 

2. Virtuelle Vagabunden 

Früher war es die Raumfahrt, die als erstrebenswert und „außerirdisch“ galt. Aber wohin führt uns die Reise als Nächstes? Da fast ein Drittel (30%) der deutschen Reisenden angibt, sich nächstes Jahr bei der Planung ihres Urlaubs von virtueller Realität inspirieren zu lassen, werden Reisen 2023 in den sich ständig weiterentwickelnden virtuellen 3D-Raum des Metaversums vordringen. Mit mehr als einem Viertel (28%) der deutschen Reisenden, die ein mehrtägiges VR- oder AR-Reiseerlebnis unternehmen möchten, wird das Metaversum mehr als nur ein „Test vor dem Kauf“ sein. Es bildet, unterhält und inspiriert Menschen und öffnet die Tür für unendliche Abenteuer. Deutsche Reisende sind nicht länger physisch eingeschränkt und können in einem Jahr, in dem die Welten des Metaversums beginnen werden, Reiseziele nachzubilden und neu zu definieren, mit verschiedenen Reiseerlebnissen experimentieren. Über 2023 hinaus wird haptisches Feedback – die Verwendung von Berührungen zur Kommunikation mit Benutzern – virtuelle Reisen zu einem wirklich beeindruckenden Erlebnis machen und ein glaubwürdiges Gefühl von 3D-Berührungen vermitteln, z.B. das Gefühl von feinem Sand und Sonnenwärme. 

Deutsche Reisende werden bei der Wahl ihrer Reiseziele im echten Leben wagemutiger werden, nachdem sie diese zuerst über ihre Online-Avatare im Metaversum besuchen konnten. Dies ist besonders praktisch für diejenigen, die sich davor scheuen, etwas Neues auszuprobieren, denn 36% sagen, dass sie eher zu Zielen reisen würden, die sie zuvor nicht in Betracht gezogen hätten, nachdem sie diese virtuell erlebt haben.   

Obwohl das Metaversum im kommenden Jahr eine neue Art der Reiseerfahrung bieten wird, wird es die Menschen nicht davon abhalten, Tickets für ihr nächstes Reiseziel zu buchen, da rund zwei Drittel (64%) glauben, dass ein virtuelles Erlebnis nicht erfüllend genug ist, um das Reiseziel von der Wunschliste zu streichen. 

3. Genuss außerhalb der Komfortzone

Ob es um überflüssige Energie, aufgestaute Frustration oder neue Lebensqualität geht, die Reisenden sind bereit, kopfüber in andere Kulturen und neue Erfahrungen einzutauchen. Fast die Hälfte der Europäer (40%) möchten 2023 den kompletten Kulturschock erleben – sei es durch Reisen an einen Ort mit völlig anderen kulturellen Erfahrungen und Sprachen (46% in Deutschland) oder beim Erkunden weniger bekannter Städte mit versteckten Schätzen, die noch nicht in aller Munde sind (29% in Deutschland).

Vergessen sind die üblichen Klassiker – 2023 werden deutsche Reisende nach einzigartigen Urlaubszielen suchen, die schockieren, überraschen und Freude bereiten. Mehr als zwei Drittel der deutschen Reisenden (67%) freuen sich darauf, eine Reise außerhalb ihrer Komfortzone zu erleben, die sie an ihre Grenzen bringt, und es wird einen Zustrom an Nischenerlebnissen geben, die die Menschen dazu ermutigen, ihre Reiseerlebnisse bis ins Extreme zu steigern. Fast die Hälfte (44%) ist auf der Suche nach der exotischsten Delikatesse der Welt, z.B. der schärfsten Chilischote, und 29% möchten ihren Urlaub für extraterrestrische Erkundungstouren zur Entdeckung von UFOs oder Außerirdischen nutzen. 

Es ist nicht überraschend, dass deutsche „Kulturschock“-Reisende auch dazu neigen, alle Vorsicht über Bord zu werfen: Drei von zehn (31%) wollen 2023 ein One-Way-Ticket kaufen und ihrem Instinkt folgen, wohin auch immer er sie führt. 

4. Der Glamour der guten alten Zeiten 

Inmitten globaler Instabilität und der Sehnsucht nach einer Flucht aus dem Alltag wollen die Menschen Reiseerfahrungen machen, die an einfachere Zeiten erinnern. Nostalgische Aufenthalte (83%), die den Zauber glorreicher Zeiten wiederaufleben lassen, stehen 2023 ganz oben auf der Wunschliste. Es besteht das Verlangen – selbst bei Millennials und der Generation Z, die diese Zeiten nicht selbst erlebt haben –, in die Romantik einer vordigitalen Ära einzutauchen. Fast ein Fünftel (19%) der deutschen Reisenden sucht nach Erlebnissen, die emotionale Erinnerungen (bzw. Imitationen davon) an vergangene Tage hervorrufen. Dazu zählen Besuche von Sehenswürdigkeiten oder Attraktionen aus legendären Retro-Filmen oder die Option, mit einem Bus als Haupttransportmittel das Gruppengefühl einer Klassenfahrt nachzuerleben. Deutsche Reisende verzichten nicht mehr auf Spaß zugunsten von Ruhe und Entspannung, sondern suchen zunehmend nach dem Adrenalinkick von Freizeitparks (47%) und regen ihre Fantasie mit Aktivitäten wie Escape Rooms, Schnitzeljagden und dem Bau von Festungen mit riesigen Bausteinen an.  

Millennials, die nun Eltern junger Kinder sind, werden für Zulauf an Reisezielen sorgen, die in den 80er und 90er Jahren beliebt waren, z.B. Budva in Montenegro, eine glamouröse Alternative zu Saint-Tropez für Berühmtheiten der 80er Jahre, oder Bozen in Italien, das für seine traditionellen Weihnachtsmärkte bekannt ist. Beide Reiseziele stehen auf der Liste der angesagtesten Reiseziele für 2023. Reisende Millennials werden die Ersten sein, die die aufkeimenden, im Stil bestimmter Epochen gestalteten Unterkünfte buchen, die sie in eine lieb gewonnene Zeit zurückversetzen. Wahrscheinlich tun sie das mit Familienmitgliedern (54%), wobei Aufenthalte mit generationsübergreifenden Familientreffen 2023 ganz oben auf der Reiseagenda stehen.  

5. Ruhige und reizvolle Reisen

Die Reisen im Jahr 2023 werden Wellness für Körper, Geist und Seele auf die nächsthöhere Stufe befördern, mit einem komplett immersiven, vorbehaltlosen Ansatz zur Erlangung von Ruhe und Vergnügen, der auch experimentellere Wege zur Glückseligkeit umfasst. Meditation- und Achtsamkeitsreisen zur Neuausrichtung des Geistes sind bei deutschen Reisenden allzeit beliebt (36%), wobei mehr als ein Drittel (35%) Ruhe an einem stillen Ort finden möchten und ebenso viele (35%) an einer Auszeit interessiert sind, die sich auf ihre mentale oder transformative Gesundheit konzentriert oder bei wichtigen Ereignissen im Leben wie der  Menopause oder Schwangerschaft hilft. 35 % wollen im Jahr 2023 auf ihren Reisen Wellness-Erfahrungen sammeln, darunter auch alternative Substanzen wie Cannabis oder pflanzliche Psychedelika.

Durch die zunehmende Gesprächsbereitschaft in der Öffentlichkeit über sexuelles Wohlbefinden, Lust und Orientierung fühlen sich immer mehr Menschen ermutigt, eine erotische Auszeit einzuplanen (30%). Polyamorie-Aufenthalte, Camps und Resorts, in denen Menschen diskret in bestimmte Fetische und Kinks eintauchen können, werden voraussichtlich auch 2023 Reisende für sich gewinnen können.

6. Vom Alltagstrott zur großen Geschäftsreise

Als schrittweise Veränderung vom Konzept des „Arbeitens an jedem beliebigen Ort“, das heute fast so alltäglich ist wie der Jahresurlaub, sind Mitarbeitende zunehmend daran interessiert, sich die Urlaubstage für ein komplettes Abschalten aufzuheben. Ein beträchtlicher Teil (59%) wünscht sich, dass die Reisen 2023 strikt arbeitsfrei sind, und über ein Drittel (38%) ist zwar nicht daran interessiert, während der Reise zu arbeiten, würde aber in Erwägung ziehen, an einer Reise oder einem Ausflug mit der Firma teilzunehmen.

Daher stehen auch 2023 Geschäftsreisen wieder auf der Tagesordnung. Im Gegensatz zu Geschäftsreisen vor COVID suchen deutsche Mitarbeitende jedoch nach mehr Möglichkeiten, Teamkameradschaft im wirklichen Leben – und außerhalb des Büros – aufzubauen, was die wachsende Nachfrage nach einer Verbindung von Geschäftsreisen mit produktivem Freizeitspaß zeigt. Tatsächlich begrüßen es 32% der deutschen Arbeitskräfte, wenn ihr Arbeitgeber eine „reale“ Geschäftsreise plant, um Menschen zusammenzubringen, und etwas mehr als ein Drittel (35%) würde sich wünschen, dass ihr Arbeitgeber das Geld, das durch den Wechsel zu dezentralen/hybriden Arbeitsmodellen eingespart wurde, für Geschäftsreisen oder -ausflüge verwendet. 

Als Antwort darauf wird es 2023 vermehrt Geschäftsreisen geben, bei denen der Schwerpunkt auf der Stärkung der Beziehungen und der Erholung im Unternehmen liegt und nicht auf der Arbeit. Arbeitgeber werden das Reiseerlebnis spielerisch gestalten und ihre Mitarbeitenden in eine Welt eintauchen lassen, in der man nur mit Teamwork weiterkommt. Vorstellbar sind z.B. Reisen mit Survival-Themen in Luxushütten oder Bauernhäusern auf dem Land mit gemeinschaftlichem Kochen und Abenteueraktivitäten im Freien, oder Krimi-Ausflüge, bei denen Spionageschulungen, Detektivkurse oder die Simulation einer Tatortermittlung gleichzeitig als Schnitzeljagd für Besichtigungen dienen.  Auch Unternehmen können davon profitieren – 42% der deutschen Arbeitskräfte sind der Meinung, dass die Erkundung neuer Orte sie dazu inspiriert, produktiver zu sein.

7. Sparen, um sich etwas zu gönnen 

Vor dem Hintergrund der globalen wirtschaftlichen Unsicherheit werden deutsche Reisende 2023 weiterhin Reisen Priorität geben, aber mehr darauf achten, wie sie ihr Reisebudget optimal nutzen können und was dabei Vorrang hat. Die Menschen werden unbeschwerte Aufenthalte nach wie vor ganz oben auf ihre Agenda setzen, denn vier von zehn (41%) deutschen Reisenden gibt an, dass die Investition in einen Urlaub für sie weiterhin oberste Priorität hat. Jedoch ist Kostenbewusstsein der Schlüsselfaktor: Fast sechs von zehn deutschen Reisenden (57%) richten Ihr Augenmerk zwar nach wie vor auf Reisen, wollen aber mehr für Ihr Geld bekommen. 

2023 wird das Jahr der finanziell ausgefeilten Reiseplanung. Die Menschen werden ihre Reisebudgets straffer planen, indem sie Angebote, Hacks und klug getimte Reisen nutzen (47%) und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis durch Rabatte und Treueprogramme in den Vordergrund stellen (45%). Fast die Hälfte der deutschen Reisenden (47%) wird versuchen, Geld zu sparen, indem sie Ziele außerhalb der Saison oder längere Reisestrecken in Betracht zieht, während ebenfalls die Hälfte (48%) in der Hoffnung, ein besseres Angebot zu erhalten, noch frühzeitiger plant. Rund die Hälfte (47%) glaubt, dass ihr Budget den größten Nutzen hat, wenn sie sich für ein oder zwei längere Urlaube anstelle mehrerer Kurzurlaube entscheidet.

In diesem Zusammenhang sind viele deutsche Reisende überraschenderweise auch bereit, ihre Ausgaben für die Anteile ihrer Reise, die ihnen am wichtigsten sind, zu erhöhen und richtig Geld auszugeben. Über ein Drittel (35%) gibt an, dass sie im Urlaub großzügiger als normalerweise Geld ausgeben will, um die nicht unternommenen Reisen in den letzten beiden Jahren auszugleichen. 38% planen sogar, viel Geld auszugeben, um das Allerbeste aus ihrer Reise und ihren Erlebnissen zu machen.

Nadine Stachel, Regional Manager D-A-CH bei Booking.com, sagt dazu: „Wenn uns die letzten Jahre etwas gelehrt haben, dann, dass man Reisen nicht als selbstverständlich ansehen sollte.  Die diesjährigen Reisevorhersagen zeigen den Wunsch, dass Reisen eine Möglichkeit sein soll, sich vor dem Hintergrund einer gewissen Ungewissheit unverfälscht zu entspannen.  Booking.com hat es sich zum Ziel gesetzt, die Suche nach der richtigen Reise für den Reisenden zu vereinfachen und die Welt auf eine individuellere und vernetztere Art und Weise zu erleben."


 

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