DEHOGA-Umfrage bestätigt dramatische Lage der heimischen Restaurants

| Gastronomie Gastronomie

Nach der Wiedereröffnung der Restaurants und Cafés fällt die Bilanz der Wirte erschreckend aus. 81,5 Prozent der Betriebe geben an, dass ein wirtschaftliches Handeln unter Berücksichtigung der coronabedingten Auflagen nicht möglich ist. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband) hervor, die der Verband am Dienstag veröffentlichte. Danach erzielten 78,3 Prozent der Betriebe in den ersten Tagen nach dem Neustart nur maximal 50 Prozent der sonst üblichen Umsätze.

„Auch wenn die Betriebe wieder Gäste bewirten dürfen, stehen sie aufgrund der geltenden Abstandsgebote und Kontaktbeschränkungen mit dem Rücken zur Wand“, erklärt DEHOGA-Präsident Guido Zöllick die Umfrageergebnisse. „Die aktuellen Zahlen beweisen die katastrophale Ausnahmesituation, in der sich die Branche nunmehr seit fast drei Monaten befindet.“ Zöllick appelliert an die Politik: „Ein Rettungsfonds mit direkten, nicht rückzahlbaren Finanzhilfen, wie wir diesen bereits seit März fordern, ist überlebensnotwendig.“ Andernfalls stünden Zigtausende Betriebe und Hunderttausende Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Nach der Wiedereröffnung berichten 83,5 Prozent der Betriebe, dass sich ihre Umsatzerwartungen nicht erfüllt hätten. So meldet fast jedes dritte Restaurant (31,9 Prozent) lediglich einen Umsatz zwischen 25 und 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 29,1 Prozent der Betriebe kommen auf einen Umsatz zwischen 10 und 25 Prozent der Vorjahreswerte. 17,3 Prozent der Betriebe erzielen sogar weniger als 10 Prozent der Normalumsätze. Nur bei 21,8 Prozent der Befragten lagen die Umsatzverluste bei weniger als 50 Prozent.

Das Ausmaß der dramatischen Betroffenheit wird deutlich bei der Antwort auf die Frage nach den coronabedingten Umsatzeinbußen seit dem 1. März. So beklagen die Betriebe durchschnittliche Umsatzverluste in Höhe von 80 Prozent. Bezogen auf das Gesamtjahr rechnen die Betriebe mit einem Umsatzrückgang von mindestens 55 Prozent. „Keine oder nur geringe Einnahmen bei laufenden Fixkosten verdeutlichen die existenzielle Betroffenheit nahezu aller Betriebe“, macht Zöllick deutlich und ruft die Politik zum schnellen Handeln auf. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Corona-Ausbruch in Karlsruher Bar kann für Betreiber teuer werden

Ein Corona-Ausbruch nach dem Besuch einer Karlsruher Bar schlägt hohe Wellen: Das baden-württembergische Sozialministerium schaltete sich ein und appellierte an die Behörden vor Ort, den Bußgeldkatalog «entsprechend auszuschöpfen».

Amano Group startet Pop-Up-Restaurant Mani Market in Berlin Mitte

Diese Woche öffnet der neue Mani Market an der Torstraße 134 in berlin. Während sich die Außentische des angrenzenden Mani Restaurants auf dem Innenhof-Patio sowie der Terrasse auf der Torstraße verteilen, entsteht auf der neuen Fläche ein buntes Pop-Up Konzept.

Wiedereröffnung nach Umbau: Freigelegtes Gemälde im 2-Sterne-Restaurant Horváth 

Nach einem Umbau präsentiert das 2-Sterne-Restaurant Horváth die Historie des Ortes am Paul-Lincke-Ufer in Berlin. Ab sofort ist das einst verschollene Werk des Berliner Künstlers Jim Avignon aus dem Jahr 2004 im Horváth wieder zu sehen.

eat&style geht 2021 wieder live auf Tour

Das Food-Event "eat&style" geht 2021 wieder live auf Tour. Unter dem Motto "Taste. Connect. Enjoy." bietet es ab Ende Oktober kulinarische Geheimtipps und aktuelle Trends, kleine Manufakturen und große Marken.

Modellprojekt zu Cluböffnungen in Ravensburg läuft vorerst weiter

Nach positiven Zwischenergebnissen vom ersten Wochenende dürfen zwei Ravensburger Clubs im Rahmen eines Modellprojekts vorerst weiter öffnen. Die notwendige Nachtestquote von 80 Prozent sei mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent der Gäste erfüllt worden.

Gerstners Gedanken: Die 7 Ps auf der Suche nach dem richtigen Mix

Die Berliner Hospitality-Agentin Eva Miriam Gerstner teilt ihre Gedanken: über Gastronomie und Gastfreundschaft, über Corona und wie eine neue Normalität aussehen könnte. Im vierten Teil ihrer Reihe geht’s um den Marketingmix: Auf die richtige Mischung kommt es an!  

«Studio 54»-Gründer Ian Schrager wird 75 / Hotelmarke Public will „Luxus für alle“

Ende der 70er Jahre gründete Ian Schrager mit einem Freund das bis heute legendäre «Studio 54». Rund drei Jahre lang tanzten dort die Stars durch die Nächte, aber dann mussten die Gründer ins Gefängnis. Jetzt wird Schrager 75 Jahre alt - und ist keine Nachteule mehr. Ein Interview.

Bernd Kreis eröffnet Weinbar "High Fidelity" in Stuttgart

Mit seiner neuen Weinbar im Stuttgarter Bohnenviertel erfüllt sich der Sommelier Bernd Kreis einen Traum und vereint drei Dinge: Klassische Weinbar, peruanische Sanguchería und Jazz-Listening-Room.

Sarah Henke im Podcast: Konzeptentwicklung und Vorbildfunktion in der Sterneküche

Sarah Henke ist eine der wenigen Sterneköchinnen in Deutschland. Henke spricht im Podcast über die Vorteile der Nachbarschaft zum Zwei-Sterne-Restaurants PURS, in dem ihr Mann Christian Eckhardt Küchenchef ist -und über die Vorbildrolle als Küchenchefin mit Stern.

Diageo World Class: James Grant zum besten Barkeeper der Welt gekürt

James Grant aus Kanada wurde beim ersten vollständig virtuell durchgeführten weltweiten Finale des World Class-Wettbewerbs zum besten Barkeeper 2021 der Welt gekürt. Zuvor traten er und 49 weitere Barkeeper fünf Tage lang in einer Reihe von Tests gegeneinander an.