Gastronomie - Darauf ist beim Gerätekauf zu achten

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Spülmaschinen, Kaffeeautomaten, Kühlschränke: In der Gastronomie und in Hotelbetrieben ist es häufig Praxis, technische Geräte für die Küche und den Servicebereich nicht als Neuware sondern gebraucht zu kaufen. Verständlich, denn die benötigte Ausstattung geht es gerade bei einer Neueröffnung ins Geld, wenn das Budget oft knapp kalkuliert ist. Viele angehende und erfahrene Gastronomen scheuen auch die finanziellen Risiken – wenn das Geschäft nicht läuft, werden die Geräte oft weit unter Wert verkauft. Doch auch wer plant, in Gebrauchtware zu investieren, geht unter Umständen Risiken ein, die am Ende richtig Geld kosten können.

Gebrauchte Gastro-Geräte: Der Markt ist groß

In den meisten Fällen bildet die Ausstattung der Küche für Gastronomie-Betriebe ein erhebliches Investitionsrisiko. Meistens sind es junge Gastronomen und Quereinsteiger, die sich auf die Suche nach gebrauchter und damit kostengünstiger Ausstattung machen. Der Markt dafür ist groß: Die Geräte stammen oft aus Konkursmassen oder werden von Gastronomen aus anderen Gründen abgegeben.

Je nachdem, ob Hotel Garni, einfache Kneipe, Restaurant oder edles Hotel: Die Ansprüche an die Geräte-Ausstattung unterscheiden sich oft massiv. Die notwendigen Anschaffungen für ein Hotel mit reinem Frühstücksangebot sind im Vergleich zu einem großen Hotelbetrieb relativ übersichtlich. Ein Wirt, der in seiner Eckkneipe Bockwurst und Co. anbietet, kommt ebenfalls mit einer einfacheren Ausstattung zurecht. Klassiker in der Gastronomie, die nahezu alle diese Betriebe betreffen, sind

  • Kaffeeautomat
  • Herd
  • Kühlschrank
  • Tiefkühltruhe
  • Geschirrspülmaschine
  • Mikrowelle

Schäden nicht immer von außen sichtbar

Häufig wird vom Kauf gebrauchter Geräte abgeraten, denn ähnlich wie beim Erwerb eines Gebrauchtwagens bemerken viele Interessenten auch bei Second-Hand-Elektrogeräten bestehende Mängel nicht immer. Das ist besonders dann der Fall, wenn sie im Inneren des Geräts liegen. Bei kleineren Gastro-Geräten wie Toastern oder Mikrowellen ist es ärgerlich, wenn die Geräte kurz nach dem Ankauf entsorgt werden müssen – allerdings geht die Investition nicht derartig ins Geld wie beim Erwerb von Großgeräten. Hinzu kommt, dass die Garantien für Second-Hand-Geräte in den meisten Fällen abgelaufen sind. In diesem Fall muss der Gastronom doppelt zahlen, wenn ein gebrauchtes Gerät streikt, die Reparatur nicht mehr lohnt und eine Neuanschaffung erforderlich ist.

Schwachstellen bei Gastro-Spülmaschinen sind unter anderem in die Jahre gekommene Zu- und Ablaufschläuche oder auch der vergleichsweise zu hohe Energieverbrauch. Nicht anders  verhält es sich bei Kühlschränken und Gefriertruhen – gewerblich genutzte Geräte, die bereits einige Jahre ihren Dienst erfüllt haben, weisen häufig eine schlechte auf. So kann passieren, dass pro Jahr eine erhebliche Geldsumme für zusätzliche Energiekosten auf den Gastronomen zukommt.

Kaffeeautomat: Vorher Erkundigungen einholen

Dreh- und Angelpunkt für erfolgreiche Gastronomie ist sicher auch die Qualität des angebotenen Kaffees. Ein wirklich guter Kaffeevollautomat hat seinen Preis. Deshalb ist eine lange Lebensdauer des Geräts unabdingbar. Wer hier am falschen Ende spart, kann durchaus eine böse Überraschung erleben. Möglichkeiten der Finanzierung gibt es viele: Kaffeevollautomaten, Siebträger oder Filtermaschinen können gemietet, gekauft oder sogar geleast werden. Also: Beim Erwerb eines gebrauchten Modells als kostengünstigere Alternative unbedingt den Zustand und die Funktionsfähigkeit des Geräts kontrollieren und auch vorher an anderer Stelle Erkundigungen über das Modell einholen (zum Beispiel über Schwachstellen und Lebensdauer).

Es zählt nicht nur der erste Eindruck

Nicht nur für Kaffeeautomaten, sondern im Grunde für alle Geräte gilt: Nicht alles ist Gold, was glänzt: Potenzielle Käufer sind deshalb gut beraten, sich nicht vom ersten Eindruck eines auf Hochglanz polierten Geräts beeindrucken zu lassen. Ob Telefonie oder Luftfilter - das gilt im Grunde für die gesamte technische Ausstattung des Betriebs. Gerade bei Wasserkreislauf-Geräten wie Kaffeeautomaten oder Spülmaschinen bestehen häufig versteckte Mängel. Besonders eine unzureichende Wartung sorgt dafür, dass ansonsten robuste Geräte schadhaft sind. Häufig sind es Ablagerungen, die zu undichten Leitungen oder Dichtungen führen. Ablagerungen und Korrosionen entstehen durch Kalk, aber auch Filter, die zu selten ausgetauscht werden. Werden die Geräte nicht regelmäßig auf Herz und Nieren geprüft, können in ihnen sogar Schädlinge eine neue Bleibe finden. 

Gebrauchsanleitung sollte nicht fehlen

Wichtig ist auch die Gebrauchsanweisung: Wer nicht genau weiß, wie Probleme bei der Handhabung des Geräts gelöst werden können, auf keine Gebrauchsanleitung zurückgreifen kann und deshalb einen Techniker zu Rate ziehen muss, hat gleich mehrere Probleme: Er muss nicht nur mit Mehrausgaben rechnen, sondern auch mit verärgerter Kundschaft, wenn etwa der Frühstückskaffee nicht serviert werden kann, weil der Kaffeeautomat nicht funktioniert – und niemand aus der Belegschaft weiß, woran es liegen könnte. Von Bedeutung ist außerdem, über die technischen Daten des Kaffeeautomaten Bescheid zu wissen (Wie viele Tassen sind bereits gezogen worden? Wann wurde das Gerät zuletzt gewartet? Gab es überhaupt regelmäßige Wartungen?). Auch Fragen zur Abschreibung sind in diesem Zusammenhang von Interesse, denn auch Gebrauchtgeräte sind abschreibungsfähig.

Generell sollten auch folgende Aspekte vor dem Kauf eines Gebrauchtgeräts berücksichtigt werden:

Warum wird das Gerät verkauft?

Bei Insolvenzen oder Renteneintritt ist die Sache klar. Anders sieht es aus, wenn sich ein Gastronomiebetrieb „ohne Not“ von einem Gerät trennen möchte. Wenn Gastronomen Geräte verkaufen möchten, dann meistens, wenn ein neues Modell angeschafft wurde. Wer seinen Kühlschrank oder die Gastro-Spülmaschine ohne Grund abgibt, nährt zumindest den Verdacht, dass das Gerät schadhaft sein könnte. Weiteres Indiz dafür, dass etwas nicht stimmt: Ein angebotenes Gerät wird über einen langen Zeitraum angeboten – besonders dann, wenn es im Verlauf zu weiteren Preissenkungen kommt.

Entspricht das Gerät gesetzlichen Vorschriften?

Interessenten von gebrauchten Geräten sollten sich bereits vor der Kontaktaufnahmen mit einem Verkäufer über die jeweils aktuell gültigen gesetzlichen Vorschriften zu Bauart und Technik informieren. Diese können sich im Laufe der Zeit immer ändern. Geräte, die beispielsweise neuen Hygieneanforderungen nicht mehr gerecht werden, dürfen im Betrieb nicht mehr genutzt werden. Wenn das Ordnungsamt beziehungsweise Lebensmittelkontrolleure bei einer Überprüfung auf entsprechende Geräte aufmerksam werden, folgt unter Umständen eine vorübergehende Betriebsstillegung. Das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin zum Beispiel hat in der Vergangenheit allein eine erhebliche Anzahl von Mängeln bei Abluft- und Elektroanlagen in Gastronomiebetrieben verzeichnet. Hauptsächlich betrafen die Mängel eine fehlende technische Dokumentation. Wichtige Unterlagen, die laut Behörde nicht mehr vorhanden, verschwunden oder bei Betreiberwechsel nicht übergeben worden waren. Gerade Ablagerungen in Dunstabzugsanlagen bei unregelmäßiger oder fehlender Wartung erhöhen die Brandgefahr erheblich. Bei technischen Geräten beanstandete das Amt neben massiven Verschmutzungen an Herden oder Dunstabzugshauben sehr oft fehlende oder außer Betrieb gesetzte Sicherheitseinrichtungen, wie Zündsicherungen bei Gasherden.

Gebrauchtkauf beim Handel oder von Privat?

Beim Erwerb von gebrauchten Geräten gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder kaufen Interessenten die Ware von Privat, oder sie entscheiden sich beim Gebrauchtkauf für Modelle, die generalüberholt und technisch geprüft worden sind, aus gewerblichem Verkauf. Im letzteren Fall ist die Gewährleistung gesetzlich geregelt: Bis zu zwei Jahre nach dem Ankauf besteht die Möglichkeit, das Gerät aufgrund bestehender Mängel zurückzugeben. Möglich sind außerdem Garantien, die jedoch nur auf freiwilliger Basis durch den Verkäufer erfolgen. Mittlerweile gibt es viele gewerbliche Anbieter, die sich auf den Verkauf von benutzten Gastro-Geräten wie Kombidämpfer, Elektroherde oder Espressomaschinen spezialisiert haben. Diese sind meist werkstattgeprüft und stammen in vielen Fällen aus Geschäftsauflösungen, oder sie sind Bestandteile aus Konkursmassen. Hier lässt sich häufig manches Schnäppchen machen. 

Wer sich hingegen für einen Privatkauf entscheidet, hat in den meisten Fällen keinen Anspruch auf Gewährleistung. Beim Verdacht einer arglistigen Täuschung bei Geräten mit erheblichen Mängeln kann der Gastronom jedoch sein Geld zurückverlangen – allerdings muss er dem Verkäufer nachweisen können, gravierende Schäden verschwiegen zu haben. Führt das nicht zum Erfolg, muss der Käufer das erworbene Gerät schlimmstenfalls auf eigene Kosten entsorgen lassen.


 

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