„World’s 50 Best“ zeichnet das neue Noma als bestes Restaurant der Welt aus

| Gastronomie Gastronomie

Die Stars der Restaurantwelt trafen am 5. Oktober 2021 in Antwerpen zur Verleihung der The World's 50 Best Restaurants Awards 2021. Bei der diesjährigen Veranstaltung wurden Restaurants aus 26 Ländern auf fünf Kontinenten in die Liste aufgenommen. Den Höhepunkt bildete die Bekanntgabe einer neuen Nummer 1: René Redzepi betrat die Bühne, um die doppelte Auszeichnung für sein Restaurant Noma in Kopenhagen, Dänemark, als „The World’s Best Restaurant 2021“ und „The Best Restaurant in Europe 2021“ entgegenzunehmen.

  • Noma in Kopenhagen, Dänemark, wird zum „World's Best Restaurant 2021“ ernannt
  • Die Liste für 2021 enthält Restaurants aus 26 Ländern weltweit und stellt acht Restaurants vor, die zum ersten Mal dabei sind, sowie zwei, die zum zweiten Mal dabei sind
  • Das Lido 84 in Gardone Riviera, Italien, wird als höchster Neuzugang gepriesen und steht erstmals auf der Liste auf Platz 15
  • The Chairman in Hongkong, China, erhält den Highest Climber Award und steigt um 31 Plätze auf Platz 10
  • Das Steirereck in Wien, Österreich, gewinnt den Art of Hospitality Award
  • Das Restaurant Tim Raue in Berlin belegt Platz 31
  • Victor Arguinzoniz vom Asador Etxebarri in Atxondo, Spanien, wird von seinen Kollegen zum Gewinner des Chefs' Choice Award gewählt
  • Will Goldfarb von Room4Dessert in Bali, Indonesien, nimmt den von The World's Best Pastry Chef Award entgegen
  • Boragó in Santiago, Chile, erhält den Sustainable Restaurant Award

Das Noma hat den ersten Platz von Mirazur übernommen, das in die Best of the Best Hall of Fame aufgenommen wurde. Neben dem Noma befinden sich das Geranium (Platz 2), ebenfalls in Kopenhagen, Dänemark, und das Asador Etxebarri (Platz 3) in Atxondo, Spanien, unter den ersten drei. Die Auszeichnung des Noma sei ein Beweis für die zielsichere Ausrichtung des Küchenchefs Redzepi und seines Teams auf ungewöhnliche saisonale Zutaten, so die Jury. Die Speisekarte des Noma ist streng saisonal und in drei Phasen unterteilt: Meeresfrüchte im Winter, Gemüse im Sommer und Wild und Wald im Herbst –, die vor Ort gesammelt und auf kreative und komplexe Weise auf dem Teller zubereitet werden. Diese neue Version des Noma (manchmal auch als Noma 2.0 bezeichnet) wurde in die Liste The World’s 50 Best Restaurants aufgenommen, da es drei wesentliche Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Restaurant gibt: Standort, Konzept und Eigentümer. Daher wird es als neues Restaurant betrachtet. Die Vorgängerversion des Noma stand viermal auf der Liste The World’s 50 Best Restaurants: 2010, 2011, 2012 und 2014. William Drew, Director of Content für The World's 50 Best Restaurants, sagte: „Das Noma ist wohl das einflussreichste Restaurant seiner Generation und setzt neue Maßstäbe in Bezug auf Forschung und Beschaffung von Zutaten, Entwicklung von Gerichten und Präsentation. Es hat sich bei Verbrauchern aus aller Welt zu einem der begehrtesten Restaurants entwickelt, und wir freuen uns sehr, dass es in diesem Jahr die Nummer 1 ist.“

Aus Deutschland landet das Restaurant Tim Raue auf Platz 31 der Liste. Das Nobelhart & Schmutzig, ebenfalls aus Berlin landet auf Platz 45. Die Sühring-Brüder, die in Bangkok in Thailand, aber auch aus Berlin stammen, schaffen es auf Platz 40 der Liste.

Kritik an der Auszeichnung

Die Auszeichnung der „World’s 50 Best“ ist nicht frei von Kritik. So kommentiert der Gastro-Kritiker  Wolfgang Fassbender, die diesjährige Verleihung: „50 Best bestätigt wieder mal meine These. Wer einmal drauf ist, bleibt drauf. Nichts (wirklich nichts) gegen Billy Wagner und Tim Raue. Aber wenn es um eine sehr eigenständige Küche ginge, müsste auch das Horvath auf der Liste stehen. Aber da geht halt keiner der 1000 Voter hin. Weil es nicht auf der Liste steht.“

Vor zwei Jahren meldete sich Gastrokritiker Jürgen Dollase  zu Wort und zerpflückte das Ranking: Köche und Gourmets seien sich zwar einig, dass die Liste sinnvoll sei, weil sie ein internationales Publikum aktiviere. Doch genau daran sei laut Dollase Zweifel angebracht. So könne man mit den erzeugten Pressemeldungen nicht wirklich zufrieden sein. Es gebe wichtige Medien, die die Meldung überhaupt nicht weitergeben würden. Und wenn sie es doch täten, dann nicht dort, wo sie eigentlich zu finden sein müsste. Es sei laut Dollase eine Meldung für die bunten Blätter, für die stark vergänglichen News, die ins eine Ohr hineingingen und zum anderen wieder hinauskämen.

Weitere Preise der “The World’s 50 Best Restaurants”

Spanien und die USA führen die Liste The World’s 50 Best Restaurants mit jeweils sechs Restaurants an, wobei Spanien mit zwei Restaurants in den Top 10 vertreten ist: Das Asador Etxebarri (Nr. 3) und das Disfrutar in Barcelona (Nr. 5). Dicht dahinter folgen das Elkano (Nr. 16) in Getaria und der Dauerbrenner Mugaritz (Nr. 14) in San Sebastián. In den USA liegt das Cosme in New York auf Platz 22, das Benu in San Francisco auf Platz 28 und das SingleThread auf Platz 37.

Auch Italien ist mit vier Restaurants auf der Liste gut vertreten, darunter der Neueinsteiger Lido 84 in Gardone Riviera (Platz 15), der auch den von Aspire Lifestyles gesponserten Highest New Entry Award gewonnen hat.

Südafrika sorgt in diesem Jahr für Aufsehen, denn der Neuzugang Wolfgat auf Platz 50 gewinnt den Preis für The Best Restaurant in Africa. Zu den weiteren Neuzugängen in den diesjährigen Top 10 gehört das The Chairman in Hongkong, das um 31 Plätze auf Platz 10 aufgestiegen ist und den diesjährigen Highest Climber Award, gesponsert von Alaska Seafood, erhalten hat.

Das Pujol liegt auf Platz 9 und wurde als The Best Restaurant in North America ausgezeichnet. Das Odette in Singapur auf Platz 8 rückt um 10 Plätze vor und wird ebenfalls als The Best Restaurant in Asia ausgezeichnet, und das Frantzén in Stockholm steigt um 15 Plätze auf Platz 6. Der baskische Grillmeister Victor Arguinzoniz gewinnt den Estrella Damm Chefs' Choice Award. Er wird von seinen Kollegen - den führenden Köchen der Welt - an einen Koch verliehen, der die kulinarische Gemeinschaft maßgeblich beeinflusst hat.

Der Gin Mare Art of Hospitality Award geht an das Steirereck (Nr. 12) in Wien, ein Restaurant, das dafür bekannt ist, die Grenzen der österreichischen Küche zu sprengen. Unter der Leitung von Heinz und Birgit Reitbauer, dem Chefkoch bzw. der Hausherrin, hat sich das Steirereck zu einem Begriff für innovative, in der steirischen Landschaft verwurzelte Küche entwickelt, während jedes Detail des Service von Birgit anmutig orchestriert wird, von der köstlichen Weinkarte bis zum umfangreichen Käseangebot.

Das Boragó in Santiago, Chile (Nr. 38) gewinnt den Flor de Caña Sustainable Restaurant Award 2021. Diese Auszeichnung wird von Food Made Good Global - dem internationalen Zweig der Sustainable Restaurant Association - unabhängig geprüft, der die Betriebe in der Liste der 100 Restaurants, die sich selbst für die Auszeichnung nominieren, anhand von festgelegten Nachhaltigkeitskriterien bewertet.

Will Goldfarb vom Room4Dessert in Bali, Indonesien, erhält den von Cacao Barry gesponserten World's Best Pastry Chef Award. Goldfarb hat sich während seiner gesamten Karriere leidenschaftlich auf Desserts konzentriert und einen Großteil seiner Arbeit auf Nachhaltigkeit ausgerichtet, indem er Pflanzen und Kräuter für sein eigenes Restaurant anbaute. Das erste Room4Dessert eröffnete er 2006 in New York, gefolgt von einer neuen Version 2014 auf Bali, Indonesien, wo er derzeit lebt. Zu den Gewinnern von Sonderpreisen, die ihre Auszeichnungen bei der Zeremonie in Flandern entgegennehmen, gehören die peruanische Köchin Pía Léon von Central, Kjolle und Mil, die den von Nude Glass gesponserten The World's Best Female Chef Award erhält, der in Frankreich geborene und in San Francisco lebende Küchenchef Dominique Crenn vom Atelier Crenn, der den Icon Award erhält, und das Londoner Restaurant Ikoyi, das den American Express One To Watch Award erhält.

Die komplette Liste “The World’s 50 Best Restaurants”

1 Noma, Copenhagen Denmark

2 Geranium, Copenhagen Denmark

3 Asador Etxebarri, Atxondo Spain

4 Central, Lima Peru

5 Disfrutar, Barcelona Spain

6 Frantzén, Stockholm Sweden

7 Maido, Lima Peru

8 Odette, Singapore Singapore

9 Pujol, Mexico City Mexico

10 The Chairman, Hong Kong China

11 Den, Tokyo Japan

12 Steirereck, Vienna Austria

13 Don Julio, Buenos Aires Argentina

14 Mugaritz, San Sebastian Spain

15 Lido 84, Gardone Riviera Italy

16 Elkano, Getaria Spain

17 A Casa do Porco, São Paulo Brazil

18 Piazza Duomo, Alba Italy

19 Narisawa, Tokyo Japan

20 Diverxo, Madrid Spain

21 Hiša Franko, Kobarid Slovenia

22 Cosme, New York USA

23 Arpège, Paris France

24 Septime, Paris France

25 White Rabbit, Moscow Russia

26 Le Calandre, Rubano Italy

27 Quintonil, Mexico City Mexico

28 Benu, San Francisco USA

29 Reale, Castel di Sangro Italy

30 Twins, Garden Moscow Russia

31 Restaurant Tim Raue, Berlin Germany

32 The Clove Club, London UK

33 Lyle's, London UK

34 Burnt Ends, Singapore Singapore

35 Ultraviolet by Paul, Pairet Shanghai China

36 Hof Van Cleve, Kruishoutem Belgium

37 SingleThread, Healdsburg USA

38 Boragó, Santiago Chile

39 Florilège, Tokyo Japan

40 Sühring, Bangkok Thailand

41 Alléno, Paris au Pavillon Ledoyen, Paris France

42 Belcanto, Lisbon Portugal

43 Atomix, New York USA

44 Le Bernardin, New York USA

45 Nobelhart & Schmutzig, Berlin Germany

46 Leo Bogotá, Colombia

47 Maaemo, Oslo Norway

48 Atelier Crenn, San Francisco USA

49 Azurmendi Larrabetzu, Spain

50 Wolfgat, Paternoster South Africa


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Rauchverbote in Biergarten und Außengastronomie? - «Das würde großes Geschrei geben.»

In England planen mehrere Städte, das Rauchen zunehmend aus der Außengastronomie zu verbannen. Die Grafschaft Oxfordshire will bis 2025 sogar komplett rauchfrei sein; gleiches gilt für Neuseeland. In Deutschland sehen Forscher für derlei Schritte noch nicht bereit. «Das würde großes Geschrei geben.»

Fuchsteufelswild: Wie die Köchin Viktoria Fuchs eine traditionsreiche Küche in die Zukunft führt

Unangestrengt und herzlich-fröhlich, so lässt sich Viktoria Fuchs beschreiben. Die junge Köchin hat im „Spielweg“ die Küche eines berühmten Familienhotels übernommen. Viktoria folgt am Herd auf einen der besten „Wild-Köche“ des Landes und entwickelt die Küche des Vaters behutsam weiter. 25 Fragen und Antworten.

OLG: Coronabedingte Gaststättenschließung kein Grund zu Mietminderung

Eine coronabedingte Gaststättenschließung ist kein Grund für eine Miet- oder Pachtminderung. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt nun in zwei Fällen entschieden. Die Entscheidungen sind aber nicht rechtskräftig.

Lichtenhainer Wasserfall: Wirtin soll eine viertel Million Euro für die Sanierung zahlen

Der Lichtenhainer Wasserfall ist einer der Hauptattraktionen in der Sächsischen Schweiz. Doch bei dem Starkregen im Juli wurde die Stauanlage massiv zerstört. Der Wiederaufbau soll 250.000 Euro kosten, die nun eine Wirtin zahlen soll.

Finale des S.Pellegrino Young Chef 2021 in Mailand steht bevor

Vom 28. bis 30. Oktober wird in Mailand das Finale des Wettbewerbs S.Pellegrino Young Chef Academy 2019-2021 ausgetragen. Die Veranstaltung umfasst den Kochwettbewerb sowie verschiedene neue Bildungs- und Netzwerkaktivitäten.

Restaurant Eins44: Neue Karte, neuer Souschef und eine Auszeichnung

Gastgeberin des Jahres Katharina Bambach serviert hausgemachte alkoholfreie Begleitungen und Herbstgerichte von Daniel Achilles und dem neuen Souschef Julius Nowak.

Terrasse des Humboldt Forums öffnet Mitte Oktober mit Restaurant

Der Öffnungsreigen im Berliner Humboldt Forum steht vor einem luftigen Höhepunkt. Am 16. Oktober soll die Dachterrasse in 30 Metern Höhe eröffnen. Dann gibt es nicht nur beste Sicht auf Berlin, sondern auch ein Restaurant.

Sterne-Restaurant einsunternull in Berlin führt Vier-Tage-Woche ein

„Ausgleichen statt ausbeuten“ lautet die Überschrift des neuen Konzepts im einsunternull, denn hier wird ab sofort nur noch an vier Tagen in der Woche gearbeitet. Damit will sich das Berliner Sterne-Restaurant als moderner, attraktiver Arbeitgeber positionieren.

Napoleon der Wirte: Nachlass von Richard Süßmeier wird versteigert

Wiesnwirt Richard Süßmeier war ein Münchener Original, wie er im Buche steht. Im letzten Jahr verstarb er im betagten Alter von 90 Jahren. Nun kommt sein persönlicher Nachlass beim Auktionshaus Ruef in Landshut unter den Hammer.

Moskau feiert trotz Corona-Pandemie und Markenschutz Oktoberfest

Während in München das Fest wieder ausgefallen ist, trösten sich die in Bayern sonst zahlreich vertretenen Russen in ihrer Heimat mit eigenen «Oktoberfesten». Es ist aber nicht das einzige Land, in dem das «Oktoberfest» beliebt ist - manchmal zum Ärger der Münchner.