a&o entwickelt größtes Hostel Europas am Checkpoint Charlie

| Hotellerie Hotellerie

Die Berliner Budgetkette a&o baut ihre Präsenz in der Bundeshauptstadt massiv aus und übernimmt ein prominentes Bürogebäude in der Rudi-Dutschke-Straße. In unmittelbarer Nähe zum geschichtsträchtigen Checkpoint Charlie soll bis zum ersten Quartal 2027 das nach Unternehmensangaben größte Hostel des Kontinents entstehen. Verkäufer der Immobilie mit einer Fläche von rund 31.000 Quadratmetern ist Pimco Prime Real Estate für die Allianz.

Investitionen von 40 Millionen Euro in den Standort Kreuzberg

Für den Umbau und die Modernisierung des derzeit leerstehenden Komplexes veranschlagt das Unternehmen ein Investitionsvolumen von rund 40 Millionen Euro. Als Generalunternehmer für das Projekt wurde die Berliner Anes Bau verpflichtet. Nach der Fertigstellung wird das Haus über etwa 610 Zimmer verfügen, die insgesamt 2.500 Betten bieten. Die Zimmerstruktur teilt sich dabei in 31 Prozent Doppel- und Familienzimmer sowie 69 Prozent Mehrbettzimmer auf. Mit diesem fünften Standort in Berlin erhöht sich die Kapazität der Kette in der Stadt auf insgesamt 8.000 Betten.

Gründer und Geschäftsfphrer Oliver Winter ordnet die Standortwahl historisch ein: „Berlin ist und bleibt eine besondere Mischung aus Geschichte, Kultur und Lifestyle und deshalb eine der Top-Destinationen in Europa. Checkpoint Charlie hier in Berlin, wo vor über 25 Jahren mit dem ersten a&o in Friedrichshain unsere Reise begann, ist ein sehr besonderer Meilenstein. Nachhaltig und modern werden wir mit dem größten Hostel Europas unser Wachstum eindrucksvoll vorantreiben und bezahlbares Reisen auch in Zukunft möglich machen.“

Strategische Umnutzung von Büroimmobilien

Der Erwerb der Immobilie ist Bestandteil einer umfassenden Wachstumsstrategie, die durch die Eigentümer Stepstone Group und Proprium Capital Partners gestützt wird und ein Volumen von 500 Millionen Euro umfasst. Das Geschäftsmodell von a&o konzentriert sich verstärkt auf die Konversion von bestehenden Büro- oder Hotelobjekten in zentralen europäischen Lagen.

In den vergangenen 24 Monaten hat die Kette ihr Portfolio um insgesamt 11.000 Betten erweitert. Allein im Jahr 2025 kamen 5.500 Betten in vier neuen Städten sowie durch die Übernahme der Schulz Hotels hinzu. Josh Cleveland, Leiter EMEA der Stepstone Group, kommentiert das Vorhaben: „Europas größtes Hostel – das ist unser Statement, wie wir erfolgreich und unserem Zeitplan voraus unsere Wachstumspläne erfüllen.“

Marktentwicklung im Hostelsegment

Branchenanalysen von JLL deuten darauf hin, dass sich das Hostelsegment zunehmend zu einer institutionellen Anlageklasse entwickelt. Bis zum Jahr 2029 wird für diesen Markt ein Wert von 8,2 Milliarden Euro prognostiziert. Getrieben wird diese Entwicklung durch eine steigende Preissensibilität der Reisenden und demografische Trends.

Philipp Westermann, Partner bei Proprium Capital Partners, sieht in der aktuellen Marktstruktur Vorteile für expandierende Unternehmen: „Der europäische Hostelmarkt ist nach wie vor fragmentiert. Für a&o bedeutet das auch zukünftig großes Potenzial, seine Marktführerschaft auszubauen und setzt dabei auf Digitalisierung und Institutionalisierung.“ Das neue Haus in der Rudi-Dutschke-Straße soll die Position der Kette als Anbieter für Familien, Schulklassen und Rucksacktouristen weiter festigen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ein neuer Bericht der Hotelschool The Hague warnt vor dem Machtverlust der Hotellerie an Tech-Giganten. Während nur zehn Prozent der Betriebe KI strukturell nutzen, verschieben Google und OpenAI die Marktanteile und gefährden die direkte Gästebindung.

Berichte über den Rückzug von OpenAI aus dem Direktgeschäft ließen jetzt die Aktienkurse großer Reiseportale steigen. Die Komplexität von Tourismusbuchungen scheint vorerst eine Hürde für den Verkauf direkt im KI-Chat zu sein.

Mit dem Fairmont Hanoi eröffnet Accor das erste Haus der Marke in Vietnam. Das Hotel in der Altstadt setzt auf eine Kombination aus Konferenzflächen, internationaler Gastronomie und einem Wellnessangebot auf über 3.500 Quadratmetern.

Die Hotelkooperation Design Hotels nimmt sechs neue Häuser in ihr Portfolio auf. Die Neuzugänge in Asien, Afrika und Amerika setzen auf eine Verbindung von regionaler Tradition, modernem Design und spezialisierten Wellness-Konzepten.

Das Hotel Bareiss in Baiersbronn feierte sein 75-jähriges Bestehen. Der Familienbetrieb entwickelte sich seit 1951 von einem kleinen Kurhotel zu einem international ausgezeichneten Ferienresort unter der Leitung von Hermann und Hannes Bareiss.

Der RBB will eine Immobilie direkt neben dem Hauptgelände des Senders verkaufen. Wie die RBB media GmbH mitteilte, befinden sich in dem Gebäude am Kaiserdamm derzeit ein Hotel, Büro- und Lagerflächen sowie eine Bowlingbahn.

Das Ammersee Hotel in Herrsching stellt sich strukturell neu auf. Durch die Verpachtung an die Lieblingsplatz Hotels setzt das Traditionshaus auf eine Kombination aus digitaler Systemkraft und lokaler Betriebsführung, um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen.

Rund 6,36 Millionen Übernachtungsgäste und etwa 11,02 Millionen Übernachtungen gab es vergangenes Jahr in Frankfurt. Das sind weniger als 2024. In einem Bereich wurde jedoch eine Bestmarke erreicht.

Accor und die GCH Hotel Group setzen ihre Expansion in Deutschland fort. Mit sechs neuen Verträgen für Marken wie ibis Styles und greet wächst das gemeinsame Portfolio um über 820 Zimmer an Standorten wie Berlin, Lübeck und Halle.

Laut der Kurzreise-Analyse 2026 gewinnen strukturierte Arrangements gegenüber reinen Übernachtungspreisen an Bedeutung. Transparente Gesamtpakete führen zu längeren Aufenthalten und einer höheren Wertschöpfung in regionalen Hotelmärkten.