Kapitalrückkehr: Investoren setzen wieder auf europäische Hotelportfolios

| Hotellerie Hotellerie

Das Investorenvertrauen in den europäischen Beherbergungssektor ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Wie aus aktuellen Analysen des Immobiliendienstleisters Cushman & Wakefield hervorgeht, erreichte das Transaktionsvolumen auf dem Hotelinvestmentmarkt im Jahr 2025 einen Wert von mehr als 27 Milliarden Euro. Dieser Betrag markiert das höchste Ergebnis seit dem Jahr 2019, in dem 30,6 Milliarden Euro umgesetzt wurden. Insgesamt wechselten über 1.050 Hotels mit einer Kapazität von rund 133.400 Zimmern den Besitzer. Dies entspricht einer Steigerung von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und liegt 28 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Regionale Schwerpunkte und länderspezifische Entwicklungen

Die aktivsten Märkte konzentrierten sich primär auf das Vereinigte Königreich, Spanien und Frankreich. Laut den vorliegenden Daten entfielen auf diese drei Länder mit einem Volumen von 13,4 Milliarden Euro fast die Hälfte aller europäischen Aktivitäten. Während das Vereinigte Königreich mit 5,69 Milliarden Euro die Spitzenposition einnahm, verzeichnete Spanien mit einem Zuwachs von 1,4 Milliarden Euro auf insgesamt 4,24 Milliarden Euro den größten absoluten Anstieg.

Bemerkenswerte Wachstumsraten zeigten sich zudem in kleineren Märkten. In Dänemark stieg das Volumen um 660 Prozent auf 831 Millionen Euro, während die Tschechische Republik ein Plus von 425 Prozent meldete. Irland verzeichnete einen Zuwachs von 116 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro und lag damit nur knapp hinter Deutschland. Der deutsche Hotelmarkt erreichte ein Transaktionsvolumen von 1,95 Milliarden Euro, was einer Steigerung von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Bedeutende Portfolioverkäufe und Einzelobjekte

Große Paketverkäufe prägten das Marktgeschehen im Jahr 2025 maßgeblich. Zu den wichtigsten Transaktionen zählte laut Cushman & Wakefield der Verkauf des Generator Hostels-Portfolios durch Queensgate Investments an Brookfield für 776 Millionen Euro im zweiten Quartal. Ebenfalls im zweiten Jahresviertel wurde das easyHotel-Portfolio für über 400 Millionen Euro an Tristan Capital Partners veräußert. Weitere bedeutende Abschlüsse betrafen den Erwerb von 28 Hotels in Skandinavien durch CapMan Real Estate sowie den Verkauf des Mare Nostrum-Portfolios an Spring Hoteles für 430 Millionen Euro.

Neben Portfolios trugen markante Einzelobjekte zum Gesamtergebnis bei. Erwähnt werden hierbei der Verkauf des Hilton Prague Atrium, des Pullman Paris Montparnasse sowie des Holiday Inn London Kensington High Street. In Athen wurde zudem ein Anteil von über 66 Prozent am Four Seasons Astir Palace Hotel veräußert, nachdem bereits im Vorjahr knapp 34 Prozent an denselben Käufer gegangen waren.

Ursachen für die Marktdynamik

Frederic Le Fichoux, Leiter der Hoteltransaktionen für die Region Europa, Naher Osten und Afrika bei Cushman & Wakefield, führt das Wachstum auf eine verbesserte operative Leistung der Hotels zurück, insbesondere in Ost- und Südeuropa. Ein weiterer Faktor sei die strategische Neuausrichtung der Investoren sowie ein vorteilhafteres Umfeld für Kredite. Laut Le Fichoux planen die meisten Investoren, in den kommenden Monaten vermehrt Kapital einzusetzen. Dabei sei eine breite Palette an Käufergruppen zu beobachten, die von wertsteigerungsorientierten Akteuren bis hin zu klassischen Kernkapital-Anlegern reiche. Das Unternehmen geht davon aus, dass diese Vielfalt an Kapitalquellen die Dynamik über das laufende Jahr hinweg stützen wird.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

BWH Hotels meldet für das Jahr 2025 ein globales Wachstum von fünf Prozent und steigert den Gesamtumsatz auf 8,5 Milliarden US-Dollar. Mit über 430 neuen Hotels und Projekten festigt die Gruppe ihre Stellung insbesondere in Nordamerika und Europa.

Frasers Hospitality plant eine langfristige Erweiterung seiner Kapazitäten in Deutschland. Mit bestehenden Häusern in vier deutschen Metropolen setzt die Gruppe aus Singapur auf die steigende Nachfrage nach hochwertigen Serviced Apartments und flexiblen Wohnkonzepten.

Mit dem The Companion Vienna eröffnet am Wiener Westbahnhof ein neues Hotelkonzept, das historische Architektur mit moderner Gastronomie verbindet. Unter der Leitung erfahrener Branchengrößen setzt das Haus auf individuelle Zimmergestaltung und ein starkes lokales Netzwerk

Eine aktuelle Studie von Roland Schegg und Jean-Claude Morand untersucht den Wandel der digitalen Sichtbarkeit und erläutert, wie Hotels durch strukturierte Daten ihre Präsenz in modernen KI-Systemen sicherstellen können.

Die Unternehmensgruppe Prinz von Hessen übergibt das Hotel Ole Liese auf Gut Panker schrittweise an Koncept Hotels. Ein Pachtvertrag ab 2027 sowie umfangreiche Modernisierungen sollen die Zukunft des Standortes sichern.

Die Hotelentwicklung in Afrika erreicht mit über 123.000 geplanten Zimmern einen neuen Rekordwert. Während Ägypten das Gesamtvolumen dominiert, verzeichnet Ostafrika die höchsten Bauquoten bei der Umsetzung neuer Projekte.

Hyatt expandiert in Portugal: Mit dem Andaz Lisbon eröffnet die Gruppe ihr erstes Haus der Marke in der portugiesischen Hauptstadt und setzt dabei auf lokale Handwerkskunst und zentrale Lage im historischen Viertel Baixa.

Die Münchener Platzl Hotels ziehen eine positive Bilanz für ihre interne Akademie: Mit über 1.200 Teilnahmen im Jahr 2025 setzt das Unternehmen verstärkt auf die Qualifizierung seiner Mitarbeitenden in Fachbereichen wie Führung und Digitalisierung.

Der Europäische Gerichtshof bestätigt das deutsche Aufteilungsgebot bei Beherbergungsumsätzen. Nebenleistungen wie Frühstück oder Parkplätze unterliegen damit weiterhin dem teilweise oder komplett vollen Steuersatz, um die steuerliche Neutralität gegenüber anderen Dienstleistern zu wahren.

Das Beherbergungsgewerbe in Deutschland startet mit einem leichten Plus in das Jahr 2026. Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Übernachtungszahlen im Januar um 1,2 Prozent auf insgesamt 25,5 Millionen, getragen durch eine stabile Nachfrage aus dem In- und Ausland.