Vorläufiges Aus für Kölner Traditionshaus: Pullman-Hotel beendet Betrieb Ende 2026

| Hotellerie Hotellerie

Das Kölner Pullman-Hotel in Köln wird seinen operativen Betrieb zum Anfang Dezember 2026 vorerst einstellen. Wie mehrere Kölner Medien berichten, teilte das Management den betroffenen Partnern und Karnevalsgesellschaften Mitte Januar 2026 per E-Mail mit, dass der Pachtvertrag für die Immobilie am 31. Dezember 2026 ende. Das berichten mehrere Kölner Medien übereinstimmend. Damit verliert die Stadt einen ihrer zentralen Veranstaltungsorte für den Sitzungskarneval. Zimmerbuchungen in 2027 über die Accor-Webseite sind nicht möglich.

Eigentümerwechsel und strategische Neuausrichtung

Hintergrund der Schließung ist eine Veränderung in der Eigentümerstruktur. Der schwedische Investor Pandox hatte das Objekt bereits im Frühjahr 2025 für rund 66 Millionen Euro von Art-Invest Real Estate erworben. Während der bisherige Betreiber AccorInvest den Betrieb vorerst weiterführte, zieht er sich nun zum Jahresende 2026 zurück, wie mehrere Kölner Medien berichten.

Zur künftigen Verwendung des Gebäudes gibt es seitens des Investors noch keine detaillierten Pläne, jedoch deutete Liia Nõu, CEO von Pandox, bereits beim Erwerb das Potenzial für Wertsteigerungen an: „Das Hotel hat eine starke Lage in der Nähe des Hauptbahnhofs und der Innenstadt. Das Hotel ist in gutem Zustand und bietet durch Renovierung und Neupositionierung beste Möglichkeiten für ein deutliches Wachstum des Nettobetriebsertrags und des Immobilienwerts.“

Massive Auswirkungen auf das Brauchtum

Die Nachricht sorgt insbesondere bei den Kölner Karnevalsgesellschaften für erhebliche Planungsunsicherheit. Das Haus, das 47 Jahre lang als Hofburg des Kölner Dreigestirns fungierte, beheimatet pro Session bis zu 30 Veranstaltungen. Laut Berichten mehrerer Kölner Medien sind unter anderem Traditionsvereine wie die Nippeser Bürgerwehr, die Bürgergarde, der Treue Husar sowie die Grosse Braunsfelder KG betroffen.

Die Suche nach Ausweichquartieren für die Session 2027 gestaltet sich schwierig, da entsprechende Kapazitäten in der Kölner Innenstadt begrenzt sind. Schätzungen gehen laut den Berichten von etwa 250 bis 400 Künstlerbuchungen aus, die für die Zeit nach der Schließung neu disponiert werden müssen. Vertreter der Karnevalsgesellschaften zeigten sich von der Kurzfristigkeit der Entscheidung überrascht.

Ob in der Immobilie nach einer möglichen Sanierung wieder Veranstaltungen stattfinden werden, bleibt ungewiss. Wie mehrere Kölner Medien berichten, besitzt Pandox in Köln bereits drei weitere Hotels, in denen bislang keine Karnevalssitzungen durchgeführt werden.

Profil und Strategie des Investors Pandox

Bei der Eigentümerin handelt es sich um eine führende Hotelliegenschaftsgesellschaft, die 1995 in Stockholm gegründet wurde. Das Geschäftsmodell von Pandox basiert darauf, Hotelimmobilien zu erwerben, aktiv weiterzuentwickeln und an spezialisierte Betreiber zu verpachten. Das Portfolio umfasst derzeit rund 161 Hotels mit zirka 35.700 Zimmern in elf Ländern, wobei das Unternehmen vor allem in Standorten mit hoher regionaler Nachfrage aktiv ist.

Die Strategie des Investors konzentriert sich auf zwei Segmente: die langfristige Verpachtung von Immobilien sowie den Eigenbetrieb von Hotels, um den Wert der Liegenschaften durch gezielte Repositionierungen zu steigern. In Köln ist das Unternehmen bereits fest etabliert. Laut Berichten mehrerer Kölner Medien gehören Pandox bereits drei weitere Häuser in der Domstadt – das Radisson Blu sowie zwei Leonardo-Hotels. Ein wesentlicher Unterschied zum Pullman-Hotel besteht jedoch darin, dass in diesen Objekten bisher keine Karnevalsveranstaltungen durchgeführt werden.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Booking Holdings verzeichnet ein über den Erwartungen liegendes Wachstum bei den Bruttobuchungen und passt die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben an. Zudem investiert der Konzern verstärkt in Technologie und Marketing.

Die Accor-Gruppe schließt das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Gewinnplus ab und übertrifft die eigenen Finanzziele. Während die Lifestyle-Sparte zweistellig wächst, normalisiert sich das Geschäft auf dem deutschen Markt nach einer Schwächephase wieder.

Die Hotelgruppe Dormero expandiert weiter auf dem österreichischen Markt und übernimmt das bisherige Amedia Hotel Wels. Das Haus am Welser Stadtplatz, das vielen noch unter dem Namen Kremsmünsterer Hof bekannt ist, war zuvor Teil der Amedia Hotel GmbH. Diese gehört zur Revo Hotelgruppe und befindet sich derzeit in einem Insolvenzverfahren.

Ein 20-jähriger Hacker hat das Online-Bezahlsystem von Reiseportalen ausgetrickst und Luxus-Suiten für nur einen Cent gemietet. Die Flucht in den Luxus endete für den jungen Spanier schließlich im Madrider Hotel Ritz – auch wegen seiner eigenen Mitteilsamkeit in den sozialen Medien.

Die Revitalisierung des traditionsreichen Dom-Hotels in Köln nimmt weiterhin mehr Zeit in Anspruch als zuletzt geplant. Inzwischen wird die baubehördliche Abnahme des Objekts am Roncalliplatz erst im zweiten Quartal 2026 erwartet. Ursprünglich war eine Eröffnung für Ende 2023 anvisiert worden war.

Das Seehotel Niedernberg reagiert auf wachsende Gästezahlen und eröffnet in der renovierten Orangerie ein zweites Restaurant. Mit Fokus auf Menü-Gäste und verbesserter Akustik schafft das Haus zusätzliche Kapazitäten und mehr Flexibilität für den operativen Betrieb.

Airbnb richtet seine Wachstumsstrategie verstärkt auf die klassische Hotellerie aus. Wie das Unternehmen bekanntgab, soll die stärkere Integration von Boutique- und Individualhotels den adressierbaren Markt signifikant vergrößern.

Das Amtsgericht Charlottenburg hat die vorläufige Insolvenzverwaltung über die Amedia Hotel GmbH angeordnet und Lucas Flöther zum Verwalter bestellt. Geschäftsführer der Gesellschaft mit Geschäftsanschrift in Österreich, ist Robert Kennedy, der zudem als Managing Director Strategy der Revo Hospitality Group tätig ist.

Die Radisson Hotel Group erweitert ihre Präsenz in der österreichischen Hauptstadt. Gemeinsam mit der Odyssey Hotel Group wurde der Vertrag für das Radisson RED Vienna Danube Riverside unterzeichnet. Das Neubauprojekt soll im Jahr 2029 eröffnen und ist das zweite Haus dieser Marke in Wien.

Das geplante Wellness-Resort in der Metelener Heide rückt näher an die Umsetzung. Laut Architekt Lukas Jocks befindet sich das 80-Betten-Projekt des Investors Johannes Nergiz auf einem guten Weg. Die Planungsphase soll im ersten Halbjahr abgeschlossen sein.