Britische Regierung entlastet Pubs

| Politik Politik

Die britische Regierung hat ein Unterstützungspaket für Pubs und Live-Musik-Spielstätten in England bestätigt. Ziel der Maßnahme ist es, die steuerliche Belastung für klassische Schankwirtschaften zu senken. Andere Zweige des Gastgewerbes, wie die Hotellerie und Speiserestaurants, sind von dieser Regelung nach aktuellem Stand ausgenommen.

Zusätzlicher Rabatt ab April 2026

Die zentrale Neuerung des Pakets ist ein zusätzlicher Nachlass von 15 Prozent auf die sogenannten Business Rates (Gewerbeimmobiliensteuer), der ab April 2026 in Kraft treten wird. Diese Entlastung erfolgt ergänzend zu den bereits zuvor angekündigten Maßnahmen zur Unterstützung des Sektors.

Nach der Senkung im kommenden Frühjahr sollen die Steuersätze für die darauffolgenden zwei Finanzjahre (2027/28 und 2028/29) real eingefroren werden. Erhöhungen orientieren sich in diesem Zeitraum ausschließlich an der Inflationsrate.

Finanzielle Auswirkungen und Berechnungen

Nach Berechnungen der Regierung beläuft sich die Ersparnis für einen durchschnittlichen Pub auf etwa 1.650 Britische Pfund im Geschäftsjahr 2026/27. Das Gesamtvolumen des Unterstützungspakets wird auf über 80 Millionen Pfund pro Jahr beziffert.

Die Maßnahme gilt als politische Reaktion auf den anhaltenden Druck der Branche. Seit der Budgetplanung im November 2024 standen Befürchtungen im Raum, dass sich die Abgabenlast für viele Betriebe durch das Auslaufen von Pandemie-Sonderregelungen und neue Immobilienbewertungen vervielfachen könnte.

Fokus auf Schankbetriebe sorgt für Branchenkritik

Während die Unterstützung für Pubs und Musikstätten gesichert ist, bleibt die Entlastung für den restlichen Hospitality-Sektor aus. Wirtschaftsvertreter weisen darauf hin, dass Restaurants, Cafés und Hotels weiterhin mit steigenden Kosten konfrontiert sind, da sie nicht unter die neue 15-Prozent-Regelung fallen.

Parallel dazu plant die Regierung eine grundlegende Überprüfung der Bewertungsmethoden für Gastronomie- und Hotelimmobilien. Zudem wurden regulatorische Erleichterungen für die Lizenzvergabe angekündigt, unter anderem im Hinblick auf verlängerte Öffnungszeiten während der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2026.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Gastgewerbe in Sachsen-Anhalt sieht die seit Jahresbeginn geltende Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen zwar als spürbare Entlastung, schätzt die aktuelle Lage aber dennoch weiter als angespannt an.

Der DEHOGA setzt sich mit einer Kampagne für die Ablösung der täglichen Höchstarbeitszeit ein. Durch eine Umstellung auf die Wochenarbeitszeit sollen Betriebe sowie deren Beschäftigte von mehr Flexibilität profitieren. Die Bundesregierung braucht der Verband allerdings nicht mehr zu überzeugen. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit ist längst in Planung.

Der CDU-Parteitag hat eine Steuer auf gezuckerte Getränke abgelehnt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther will aber noch nicht aufgeben und hat jetzt andere Pläne.

Mehrkosten fürs Mitnehmen? Potsdam will dem Beispiel Tübingen folgen und eine Verpackungssteuer einführen. Die Wirtschaft befürchtet, dass es am Ende der Kunde zu spüren bekommt.

Der Hotelverband Deutschland (IHA) knüpft die Unterstützung für den Digitalen Euro an klare Bedingungen. Für den Erfolg in Hotellerie und Gastronomie fordert der Verband Gebührenfreiheit bei Kleinbeträgen und feste Transaktionsgebühren statt prozentualer Kosten.

Knausern viele Wirte beim Lohn? Der Dehoga Bayern weist Vorwürfe der Gewerkschaft NGG entschieden zurück und betont, dass die Mehrwertsteuersenkung direkt in Lohnsteigerungen und Beschäftigungssicherung fließt.

85 Kilo pro Kopf: Frankreich isst deutlich mehr Fleisch als Deutschland. Jetzt ruft die Regierung zu weniger Konsum auf – aber um die genaue Formulierung gab es Streit.

Die Denkfabrik „Zukunft der Gastwelt“ fordert ein umfassendes Belastungsmoratorium für das Gastgewerbe. In ihrem Schreiben an Bundestagsabgeordnete werden Insolvenzen, wie die der Revo Hospitality Group, als strukturelles Branchenproblem dargestellt. Marc Schnerr beleuchtet in einem Kommentar, warum er diese Argumentation ein wenig einseitig findet.

Die Kommission zur Sozialstaatsreform plant eine Neuausrichtung der Einkommensanrechnung und eine Vereinfachung von Sozialleistungen. Der Branchenverband DEHOGA verweist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung für geringfügig Beschäftigte im Gastgewerbe und warnt vor möglichen Fehlanreizen für Schwarzarbeit.

In Tübingen und Konstanz kennt man sie bereits - in Freiburg gibt es seit Jahresbeginn die Verpackungssteuer auf Speisen zum Mitnehmen. Aus der Gastronomie kommt Gegenwind - die Stadt äußert sich.