Dehoga kritisiert geplante Minijob-Steuerreform

| Politik Politik

Das Bundeskabinett hat den Entwurf des Einkommensteuerreformgesetzes 2027 beschlossen. Kernpunkt des Beschlusses ist unter anderem eine Erhöhung der Pauschalsteuer bei Minijobs von zweiauffünfProzent. Von dieser steuerlichen Maßnahme ist vor allem das Gastgewerbe betroffen, da dort nach Angaben des Verbandes jeder zweite Beschäftigte auf Minijobbasis arbeitet.

Erhöhung gefährdet Beschäftigung

Der Dehogakritisiert den Beschluss der Bundesregierung scharf. Verbandspräsident Guido Zöllick erklärt dazu, dass wer sich politisch zum Minijob bekenne, diesen auch bezahlbar halten müsse. Die Erhöhung der Pauschalsteuer sei das völlig falsche Signal und greife unmittelbar die Beschäftigungsfähigkeit der Branche an. Nach Angaben des Verbandes nehmen solche Maßnahmen Betrieben wie Beschäftigten die notwendige Flexibilität in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Steigende Personalkosten belasten Gastronomie

Für gastgewerbliche Betriebe stellen die steigenden Personalkosten die mit Abstand größte Herausforderung dar. Der Verband verweist darauf, dass Minijobber gerade abends, an Wochenenden, bei Veranstaltungen und in Saisonzeiten unverzichtbar sind. Bereits kurz vor der Sommerpause wurde der Arbeitgeberbeitrag zur Krankenversicherung von 13 auf 17,5 Prozent angehoben. Weitere Belastungen durch einen Arbeitgeberbeitrag zur Pflegeversicherung stehen demnach ebenfalls im Raum.

Angesichts dieser Entwicklungen fordert der DEHOGA Bundesverband den Bundestag zu dringenden Nachbesserungen auf. Ziel müsse es sein, weitere Belastungen zu verhindern und eine Steuerpolitik zu etablieren, die Arbeit und Unternehmertum tatsächlich entlastet. Da viele Betriebe im Gastgewerbe mittelständische Personenunternehmen sind und ihre Gewinne über die Einkommensteuer versteuern, entziehen zusätzliche Lasten ihnen die Mittel für Investitionen und Arbeitsplätze.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Deutsche Tourismusverband kritisiert die AfD-Pläne zur Umgestaltung der Kultur- und Tourismusvermarktung in Sachsen-Anhalt. DTV-Präsident Meyer belegt die wirtschaftliche Relevanz ostdeutscher Kulturstätten und warnt vor Schäden für das internationale Image.

 In der Bundesregierung zeichnet sich ein Streit um die konkrete Ausgestaltung der geplanten Zuckersteuer ab. Wie zuerst die «Bild»-Zeitung unter Verweis auf ein Papier aus dem Finanzministerium berichtete, gibt es Pläne, dass die geplante Zuckersteuer mehr Produkte betreffen könnte als gedacht.

Teaser: Berlin plant eine behördenübergreifende Servicestelle für Veranstaltungen. Sie soll Veranstalter beraten und über Zuständigkeiten, erforderliche Unterlagen und zeitliche Abläufe informieren, selbst aber keine Genehmigungen erteilen.

Booking.com muss Kunden in Österreich nach der Buchung Name und ladungsfähige Anschrift privater Unterkunftgeber mitteilen. Der Oberste Gerichtshof hat die Revision der Plattform gegen die entsprechende Entscheidung der Vorinstanzen zurückgewiesen.

Die geplante Abschaffung des Rabattfreibetrags für Mitarbeiter ist im aktuellen Referentenentwurf zur Einkommensteuerreform nicht mehr enthalten. Zuvor hatten Verbände aus Hotellerie, Gastronomie und Touristik die Pläne kritisiert.

Die Wirtschaftskammer Österreich hat mit den Gewerkschaften GPA und vida einen neuen Kollektivvertrag für die Gastronomie und Hotellerie vereinbart. Ab Oktober steigen die Gehälter um durchschnittlich drei Prozent, ergänzt durch Einmalzahlungen und höhere Lehrlingseinkommen.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil will den steuerlichen Freibetrag für Mitarbeiterrabatte von 1.080 Euro abschaffen. Der Deutsche Reiseverband kritisiert die Pläne und verweist auf die besondere Bedeutung vergünstigter Reiseleistungen für Beschäftigte der Branche.

Sekt oder Bier bei der Konfirmationsfeier oder der Jugendweihe: Das war seit Generationen üblich. Doch die Gefahren durch Alkohol werden inzwischen viel ernster genommen. Der Gesetzgeber reagiert.

Seit dem 12. August gelten erste Vorgaben der europäischen Verpackungsverordnung PPWR verbindlich. Für Hotels und Gastronomiebetriebe kann die eigene Marke auf Verpackungen zusätzliche Verantwortlichkeiten auslösen.

Deutschlands Arbeitgeber pochen auf eine Arbeitszeit-Reform. Sie wollen - aus ihrer Sicht endlich - eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Der DGB warnt vor einem Rückfall ins 19. Jahrhundert.