Erweiterte Testpflichten für Urlauber wohl schon ab August

| Politik Politik

Urlauber müssen sich bereits ab kommendem Monat auf erweiterte Testpflichten bei der Rückkehr nach Deutschland gefasst machen. Der Bund habe zugesichert, er werde bis zum 1. August alles probieren, um eine einheitliche Testpflicht einzuführen, «nicht nur für Flugreisen sondern auch beispielsweise für alles, was an normalem Autoweg oder Bahnweg kommt», sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstagabend in den ARD-«Tagesthemen». Am Nachmittag sei ihm mitgeteilt worden, dass eine Rechtsgrundlage geschaffen werde, damit die Umsetzung zum 1. August klappe.

Söder sagte: «Die Regel ist ja relativ einfach, jeder braucht einen Test, der sozusagen wieder anreist, ob er mit dem Auto, der Bahn oder mit dem Flugzeug kommt.» Er glaube, dass das jetzt verständlicher, klarer und sicherer sei. Derzeit gilt die Testpflicht nur für Menschen, die per Flugzeug nach Deutschland einreisen.

Söder äußerte sich nicht explizit dazu, wie Geimpfte und Genesene künftig behandelt werden. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte der «Bild» (Mittwoch) gesagt: «Wer nachweislich geimpft oder genesen ist, braucht natürlich keinen Test.»

Söder sagte weiter, das ursprünglich angedachte Datum für eine Einreiseverordnung ab 11. September wäre «ein Witz gewesen». «Da ist der Urlaub vorbei selbst in den Ländern mit späten Ferien.» Die Länder hätten Druck gemacht, weil sie eine verlässliche Basis für die Einreise bräuchten.

Seehofer und auch Söder sagten, die Kontrollen sollten im Individualverkehr stichpunktartig erfolgen. Stationäre Grenzkontrollen wolle keiner und mache auch keiner, sagte Söder.

Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen sagte der «Rheinischen Post» (Mittwoch): «Reisemobilität bleibt ein wesentlicher Faktor bei der neuerlichen Zunahme der Neuinfektionen in Deutschland und Europa.» Deswegen sei es richtig, die Testpflicht auf alle Reisenden auszuweiten.

Bei den Corona-Regeln für Einreisen nach Deutschland gilt bereits ab Mittwoch eine kleinere Änderung bei den Quarantäne-Vorgaben. Wer aus einem Gebiet mit neuen, ansteckenderen Virusvarianten kommt, kann die vorgeschriebene 14-tägige Quarantäne nun mit einem negativen Test vorzeitig beenden, wenn die Region noch während der Quarantänezeit herabgestuft wird - zu einem Risikogebiet oder Hochinzidenzgebiet mit hohen Infektionszahlen. Grundsätzlich ist vorzeitiges «Freitesten» für Einreisende aus Virusvariantengebieten sonst nicht möglich.

Welche Regionen die Bundesregierung als Risiko-, Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiete mit Vorgaben zu Tests und Quarantäne erklärt, veröffentlicht das Robert Koch-Institut (RKI) im Internet. Derzeit sind unter anderem Südafrika und Brasilien Virusvariantengebiete.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Streit um Impf-Auskunft von Arbeitnehmern in Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg will den Druck auf Ungeimpfte erhöhen und dringt darauf, dass Beschäftigte bei einer Corona-Quarantäne dem Arbeitgeber ihren Impfstatus offenbaren. Für die meisten Ungeimpften würde das bedeuten, dass sie Verdienstausfälle nicht mehr ausgeglichen bekämen.

Saarland: Viele Corona-Einschränkungen fallen mit 3G-Regel weg

Volle Kinosäle, Tanzen in Clubs und Restaurantbesuche ohne Maske und ohne Abstand: All das ist seit Freitag im Saarland wieder möglich. Nach einer neuen Verordnung der Landesregierung fallen praktisch alle Einschränkungen für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) weg.

Thüringen führt 2G- und 3G-Plus-Modell ein

Mit der am Sonntag in Kraft getretenen neuen Corona-Verordnung können Gastgeber oder Veranstalter den Zutritt zu Räumlichkeiten weiter begrenzen. Gewählt werden kann zwischen zwei neuen Modellen - und zwar unabhängig von den geltenden Corona-Warnstufen.

Corona in Ischgl: Staat könnte auf Verjährung verzichten

In den Schadenersatz-Prozessen um Corona-Infektionen in Ischgl haben die Rechtsvertreter Österreichs erstmals ein mögliches Zugeständnis in Aussicht gestellt: Es bestehe die Möglichkeit, auf die Verjährung der Ansprüche von erkrankten Ischgl-Besuchern zu verzichten.

Rumänien und Litauen ab sofort Corona-Hochrisikogebiete

Die EU-Länder Rumänien und Litauen gelten seit Sonntag als Corona-Hochrisikogebiete. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und von dort einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien.

Clubs und Diskotheken dürfen in Bayern wieder öffnen

In bayerischen Clubs und Diskotheken darf wieder getanzt werden. Es gibt keine Maskenpflicht, keine Belegungsobergrenzen und keine Abstände beim Tanzen. Der DEHOGA begrüßte die Entscheidung.

NRW schafft Abstandsregeln in Restaurants ab

Die Corona-Neuinfektionen sinken wieder. Die Landesregierung kündigt kurzfristig weitere Lockerungen an - unter anderem bei Großveranstaltungen und Diskotheken. In der Gastronomie werden keine besonderen Abstände mehr vorgeschrieben.

Bei 3G: Saarland schafft fast alle Corona-Regeln ab

Geimpfte, Genesene und Getestete werden von Freitag an im Saarland wieder ein überwiegend «normales» Leben wie vor der Corona-Pandemie führen können. In der Gastronomie und in Kultur- und Freizeitstätten gelten für sie keine Einschränkungen mehr.

Pauschalreisen und Kreuzfahrten nur noch für Geimpfte und Genesene?

Erste Reiseveranstalter nehmen Urlauber in der Corona-Pandemie nur noch mit, wenn sie vollständig geimpft oder genesen sind. Das gilt auch für viele Kreuzfahrt-Schiffe. Zeichnet sich in der Pandemie damit ein genereller Trend ab?

Städte fordern Ausdehnung von 2G-Zugangsregeln

Die Städte fordern mehr Corona-Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene bei Freizeiteinrichtungen im Herbst und Winter. 2G-Regelungen würden zum Beispiel fürs Kino, für Clubs, Konzerte oder Fitnessstudios gebraucht. Dies könne die Gefahr für Infektionen bei Kindern reduzieren.