Überbrückungshilfe III: Änderungsanträge ab sofort möglich

| Politik Politik

Ab sofort können zur Überbrückungshilfe III Änderungsanträge gestellt werden. Unternehmen, die bereits einen Antrag gestellt hatten, erhalten damit die Möglichkeit, neue Leistungen, wie den Eigenkapitalzuschuss oder die Anhebung der Fixkostenerstattung, zu beantragen, die zum Zeitpunkt eines Erstantrags noch nicht zur Verfügung standen.

Dabei ist zu beachten, dass ein Änderungsantrag nur gestellt werden, wenn über den Erstantrag bereits staatlicherseits entschieden wurde.

Mit der Überbrückungshilfe III werden in der Corona-Krise betriebliche Fixkosten bezuschusst. Je nach Fall sind aber auch Investitionen in die Ausstattung oder in Digitalisierungsprojekte staatlich unterstützt. Eine Liste die vom DEHOGA Bundesverband und diversen DEHOGA Landesverbänden in Mitgliederrundschreiben verbreitet wurde, benennt die förderfähigen Maßnahmen. (Tageskarte berichtete)

Wichtigste Neuerung ist der Eigenkapitalzuschuss. Die neue Hilfe ist eine Reaktion darauf, dass viele Firmen ihre finanziellen Reserven aufgebraucht haben. Der Zuschuss soll zusätzlich zur regulären Förderung der Überbrückungshilfe III gewährt werden - auf Basis der bestehenden Plattform, um eine zügige Umsetzung zu gewährleisten.

Für Unternehmen, Soloselbstständige und selbstständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb mit einem monatlichen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent innerhalb des Zeitraums von November 2020 bis Juni 2021 werden folgende Aufschläge auf die Überbrückungshilfe III im jeweiligen Monat des Erreichens der Schwelle gewährt:

  • 25 Prozent auf die Summe der Fixkostenerstattung nach Nr. 1 bis 11 bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 Prozent in drei Monaten,  
  • 35 Prozent auf die Summe der Fixkostenerstattung nach Nr. 1 bis 11 bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 Prozent in vier Monaten,
  • 40 Prozent auf die Summe der Fixkostenerstattung nach Nr. 1 bis 11 bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 Prozent in fünf oder mehr Monaten.
  • Monate mit Umsatzeinbruch ≥ 50 Prozent

1. und 2. Monat: Kein Zuschlag

3. Monat: 25 Prozent

4. Monat: 35 Prozent

5. und jeder weitere Monat: 40 Prozent

Dabei müssen die entsprechenden Monate nicht unmittelbar aufeinander folgen. Es werden nur Monate berücksichtigt, für die Überbrückungshilfe III beantragt wurde. Entscheidend ist aber, ob Unternehmen sich bei der Beantragung auf die Fixkostenregelung oder auf die Kleinbeihilferegelung stützen. Hiervon hängt die Höhe der Hilfen am Ende ab. Der DEHOGA Bayern hat dies in einem Papier aufbereitet und kommentiert.

Zusätzlich zum Eigenkapitalzuschuss ist der Fixkostenzuschuss angehoben worden. Für Unternehmen, die einen Umsatzrückgang von mindestens 70 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat im Jahr 2019 verzeichnen, wurde der Zuschuss von 90 Prozent auf 100 Prozent angehoben. Dies gilt allerdings nicht, wenn die Überbrückungshilfe III auf die Bundesregelung Fixkostenhilfe gestützt wird. Dann bekommen Unternehmen nur eine Förderung bis zu 70 Prozent der ungedeckten Fixkosten. Im Falle von kleinen und Kleinstunternehmen, darf die gewährte Hilfe bis zu 90 Prozent der ungedeckten Fixkosten betragen. Auch hierzu führt der DEHOGA Bayern ausführlich aus.

Antragsberechtigt für die Überbrückungshilfe III sind nun auch junge Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit vor dem 31. Oktober 2020  aufgenommen haben. Bislang war der Stichtag der 30. April 2020.

Nähere Ausführungen zu diesen Neuerungen finden sich in den FAQ des Bundeswirtschafts- und des Bundesfinanzministeriums zur Überbrückungshilfe III.

 

 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ab Donnerstag 2G plus in vielen Restaurants und Hotels in Mecklenburg-Vorpommern

Ab Donnerstag haben in Mecklenburg-Vorpommern nur noch Geimpfte und Genesene mit negativem Corona-Test Zugang zu vielen Freizeitbereichen. Diese 2G-plus-Regeln greifen, weil die maßgebliche Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz landesweit auch am Mittwoch über dem Schwellenwert von 6,0 lag.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer schließt Lockdown vor Weihnachten nicht mehr aus

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer schließt einen Lockdown vor Weihnachten nicht mehr aus. «Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen. Es wird nur zu verhindern sein, wenn es ein kollektives Verständnis und gemeinsames Bewusstsein gibt, Kontakte zu vermeiden und die Maßnahmen einzuhalten», sagte der CDU-Politiker

Ampel-Parteien präsentieren Koalitionsvertrag – Auswirkungen auf das Gastgewerbe

Die Spitzen von SPD, Grünen und FDP haben in Berlin ihren Koalitionsvertrag präsentiert. Der Tourismusstandort Deutschland soll gestärkt werden, versprechen die Koalitionäre. Ausländischer Fachkräfte für Tourismusbranche sollen leichter gewonnen werden können. Von einem digitalen Meldeschein in Hotels ist die Rede. Die Mehrwertsteuer in der Gastronomie wird nicht thematisiert.

Kurzarbeitergeld: Bundesregierung kürzt Erstattung der Beiträge zur Sozialversicherung

Die Bundesregierung hat die maximale Bezugsdauer des Kurzabeiergeldes von 24 Monaten für weitere drei Monate bis zum 31. März 2022 verlängert. Allerdings soll Arbeitgebern künftig nur noch 50 statt 100 Prozent der von ihnen allein zu tragenden Sozialversicherungsbeiträge erstattet werden. Der DEHOGA kündigte Widerstand an.

Ampel will mit mehr Einwanderung Mangel an Fachkräften entgegenwirken

Die Ampel-Koalition will dem Mangel an Fachkräften in Deutschland entgegenwirken. Deutschland brauche mehr Arbeitskräfteeinwanderung, heißt es in dem am Mittwoch von SPD, Grünen und FDP vorgelegten Koalitionsvertrag.

3G-Regel am Arbeitsplatz in Kraft

Mit verschärften Kontrollen soll die Corona-Pandemie auch in Betrieben eingedämmt werden. Arbeitgeber müssen nun die 3G-Regel kontrollieren. Am Tag eins bildeten sich mancherorts Schlangen.

Merkel sieht Notlage wegen Corona-Ausbreitung

Die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dringt darauf, die bedrohliche Corona-Ausbreitung in Deutschland einzudämmen. "Wir sind auf dem Weg in eine Notlage, wie wir sie hierzulande noch nie hatten", so die geschäftsführende Kanzlerin.

DEHOGA Bayern startet Kampagne „Impfen öffnet Türen“

Angesichts der aktuellen Situation der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf das Gastgewerbe hat der DEHOGA Bayern beschlossen, eine Impfkampagne zu starten. Für Gastgeber gibt es ein Plakatmotiv mit der Aufforderung zur Impfung.

Gastgewerbe in Niedersachsen begrüßt 2G-Regeln

Das niedersächsische Gastgewerbe sieht die nun geltenden 2G-Regeln positiv. Die neue Regelung schafft aus Sicht des Branchenverbandes Dehoga Klarheit und lässt auf ein Weihnachtsgeschäft hoffen. Mit Sorge werden allerdings noch schärfere Regeln gesehen.

Einigung auf Programm: Ampel-Parteien wollen heute Koalitionsvertrag vorstellen

Ein Rekordtempo haben SPD, Grüne und FDP nicht gerade hingelegt. Aber ihr Ziel, dass die erste bundesweite Ampelkoalition bis Weihnachten stehen soll, scheinen sie zu erreichen. Heute um 15 Uhr soll der Koalitionsvertrag öffentlich gemacht werden.