Seilbahnunglück in Italien - 14 Menschen bei Absturz getötet

| Tourismus Tourismus

Tödliche Fahrt ins Alpen-Panorama: Der Absturz einer Gondel am norditalienischen Lago Maggiore hat 14 Menschen am Sonntag das Leben gekostet. Dazu zählt auch eines der beiden Kinder, die der Bergwacht zufolge zunächst mit Rettungshubschraubern in eine Klinik in Turin im Piemont geflogen wurden. Es starb bis zum Abend. Die Gondel war auf dem Weg zwischen dem kleinen Ort Stresa am Westufer des beliebten Sees und dem Monte Montarrone, dessen Gipfelkreuz auf 1491 Metern liegt, unterwegs.

Warum die Gondel abstürzte war zunächst unklar und wird untersucht. Bilder der Feuerwehr und der Polizei zeigten die völlig zerbeulte Kabine an einem steilen Hang in einem Waldstück. Das Gebiet sei schwer zugänglich gewesen, hieß es von den Rettern. Agenturberichten zufolge lag die Absturzstelle unweit der Bergstation.

 

«Mit großer Trauer habe ich von dem tragischen Unfall der Stresa-Mottarone-Seilbahn erfahren», teilte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi mit. Er drücke den Familien der Opfer sein Beileid aus. Auch Außenminister Luigi Di Maio und andere aus dem Kabinett Draghi zeigten sich via Twitter bestürzt über das Unglück. Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, machte sich Medienberichten zufolge umgehend auf den Weg in das Gebiet. Im Sender Rainews 24 forderte er die Aufklärung des Unglücks. Italien sei ein Land der Sicherheit. Infrastrukturminister Enrico Giovannini wollte am Montag in die Gegend reisen.

Aus Brüssel twitterte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni, die Tragödie versetze einen in Trauer - an einem Sonntag, der eigentlich für die Hoffnung stehen sollte. EU-Ratspräsident Charles Michel und er EU-Parlamentspräsident David Sassoli drückten ebenfalls ihre Anteilnahme aus.

Der Monte Mottarone gehört zu den beliebten Ausflugszielen am Lago Maggiore. «In zwanzig Minuten vom See zum Berg», damit wirbt die Seilbahn Funivia Stresa-Alpino-Mottarone auf ihrer Webseite. Das Panorama auf dem Gipfel soll zu einem der schönsten gehören. Im Winter kommen Ski-Sportler in die Gegend. Im Sommer sind viele Wanderer dort unterwegs. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge wurde die Bahn zuletzt zwischen 2014 und 2016 von einer Südtiroler Firma überholt.

Die gesamte Gegend um den Lago Maggiore ist bei Urlaubern beliebt. Erst seit Samstag dürfen in Italien die Seilbahnen wieder nach Monaten der Schließung wegen der Corona-Pandemie ihren Betrieb aufnehmen. Das hatte die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi kürzlich beschlossen. Italien will schrittweise die Corona-Beschränkungen lockern. Die Touristen-Saison sollen ab Juni beginnen können. Zuletzt wurde auch die nächtliche Ausgangssperre verkürzt und die Außengastronomie geöffnet.  (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Flughafen Frankfurt mit bestem Monat seit Beginn der Corona-Pandemie

Am Frankfurter Flughafen sind im August so viele Passagiere abgeflogen und gelandet wie in keinem anderen Monat seit Beginn der Corona-Krise. Der Betreiber Fraport zählte an Deutschlands größtem Drehkreuz knapp 3,4 Millionen Fluggäste.

Tourismusverbände in Niedersachsen blicken zuversichtlich auf den Herbst

Kaum ein freies Bett war während des Sommers in vielen Urlaubsorten mehr zu finden. Die Buchungslage stimmt Touristiker zwischen Harz und Küste auch für den Herbst optimistisch. Manche Inseln sehen sogar Anzeichen für eine Saisonverlängerung.

Wieder mehr Gäste auf Helgoland

Monatelang war wegen der Corona-Pandemie kein Urlaub auf Deutschlands einziger Hochseeinsel möglich. Grünes Licht gab es erst wieder im Mai. Der Tourismusdirektor ist mit der Sommersaison trotzdem zufrieden - und blickt gespannt auf den Herbst.

Nur wenige Verstöße gegen Corona-Testpflicht an Grenzen

Die meisten Menschen scheinen sich an die Corona-Testpflicht bei der Einreise nach Deutschland gehalten zu haben. 2.820.972 Personen wurden stichprobenartig auf Einhaltung kontrolliert - bis zum 7. September wurden dabei 3.727 Verstöße festgestellt.

Esa-Chef: Bald mehr Weltraumtouristen als Astronauten

Bald könnte es nach Ansicht des Generaldirektors der Europäischen Weltraumorganisation Esa mehr Weltraumtouristen geben als Astronauten. Milliardäre wie Elon Musk, der in wenigen Tagen Touristen in den Weltraum schicken will, hätten in dieser Branche «ganz ganz harte Businessinteressen».

 

Palma de Mallorca erneut beliebtestes europäisches Reiseziel im Sommer

Das aktuelle Ranking des Online-Reisevermittlers Opodo blickt auf die Sommersaison zurück und zeigt, welche Destinationen in diesen Sommerferien besonders gerne besucht wurden.

Mehrheit hat für Bahn-Streiks kein Verständnis

Durchkreuzte Reisepläne, geplatzte Verabredungen, Stau-Stress auf dem Arbeitsweg: Die Arbeitskämpfe der Lokführergewerkschaft verlangen Betroffenen viel ab. Doch nicht jeder lehnt sie ab.

Neue Reisevorschriften in den USA: Strafen für Maskenverweigerer verdoppelt

Die US-Regierung verdoppelt die Bußgelder für Maskenverweigerer in Flughäfen, Bahnhöfen sowie beim Reisen in Flugzeugen, Zügen und Bussen. Ein erstmaliger Verstoß gegen die Maskenpflicht kann ab Freitag mit einem Bußgeld von 500 bis 1000 US-Dollar geahndet werden.

900-Millionen-Hilfe für Alitalia laut EU-Kommission rechtswidrig

Die italienische Fluggesellschaft Alitalia hat nach Ansicht der Wettbewerbshüter der EU-Kommission rechtswidrige staatliche Beihilfen in Höhe von 900 Millionen Euro erhalten. Italien müsse das Geld daher zuzüglich Zinsen von Alitalia zurückfordern,

Aida Cruises will 2040 emissionsneutral sein

Aida Cruises will 2030 das erste Zero-Emission-Schiff in Dienst stellen. Bis 2040, zehn Jahre vor den Klimazielen der International Maritime Organization (IMO), will das Kreuzfahrtunternehmen mit seiner Flotte emissionsneutral auf Kurs sein.