Tui plant Rückholung von Urlaubern aus dem Nahen Osten

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Tui rechnet mit der Rückholung seiner im Nahen Osten festsitzenden Kunden binnen einiger Tage. Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel im Programm von n-tv. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. 

«Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können», sagte Ebel. Erste Flüge sollten nach München gehen. Zudem stünden eigene Flugzeuge von Tui Fly bereit. Diese seien «standby, sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch möglichst zügig abzuholen».

«Wir sind mit fast 100 Prozent der Gäste über die App in Kontakt», sagte Ebel. Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, hänge von der Sicherheitslage ab. «Das ist heute seriös nicht genau vorherzusagen.» Er gehe jedoch davon aus, dass es «etwas ist, was einige Tage dauern wird».

Ebel: Sicherheitsbewertung Sache des Auswärtigen Amts

Zugleich wies Ebel die Vorwürfe zurück, Reiseveranstalter hätten im Vorfeld des Iran-Konflikts Druck auf die Bundesregierung ausgeübt, die Golfregion als sichere Reiseregion darzustellen. «Das würden wir uns nie anmaßen», sagte er dem Sender Welt TV. «Das ist die Verantwortung des Auswärtigen Amtes. Da nehmen wir gar keinen Einfluss drauf.» Das Gebiet sei als sicher eingeschätzt worden und dem sei man gefolgt.

Grundsätzlich rechnet Ebel mit einer vorübergehenden Zurückhaltung bei Buchungen für die Golfregion. Selbst bei einer kurzfristigen Beruhigung des Konflikts werde es «einige Monate dauern, bis sich das wieder normalisiert». Kunden wichen bereits auf andere Ziele aus. In den vergangenen Tagen habe es einen «sehr starken Shift in die Karibik» gegeben, sagte der Tui-Chef.

Rund 30.000 Kunden deutscher Reiseveranstalter sitzen fest

Wegen der Eskalation des Nahost-Konflikts seit dem Wochenende sitzen derzeit Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Viele Staaten haben ihren Luftraum geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind allein rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts nannte dies «eine einigermaßen verlässliche Größe». 

Israel und die USA hatten am Samstagfrüh Luft- und Raketenangriffe auf den Iran begonnen, bei denen auch Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde. Teheran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel sowie auf Ziele in der Golfregion. (dpa)


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