Wirtschaftliche Stabilität der Reisebüros durch steigende Kosten unter Druck

| Tourismus Tourismus

Das aktuelle DRV-Reisebürobarometer 2025 bescheinigt dem stationären Vertrieb in Deutschland eine insgesamt stabile Umsatzlage für das Geschäftsjahr 2024. Dennoch zeigt die Analyse des Deutschen Reiseverbandes, dass die Rentabilität der Betriebe durch eine deutliche Zunahme der Fixkosten belastet wird. Vor allem kleinere Unternehmen stehen vor wirtschaftlichen Herausforderungen, da die Steigerungen bei Personal und Miete die Erlöse teilweise übersteigen.

Umsatzniveau und Produktivität im stationären Vertrieb

Ein Großteil der deutschen Reisebüros verzeichnete im Jahr 2024 vermittelte Umsätze in einer Spanne von 1,3 bis 3,3 Millionen Euro. Dies betraf rund 70 Prozent der untersuchten Betriebe. Als wesentliche Säule des Geschäftsmodells erwies sich markenübergreifend der Vertrieb klassischer touristischer Produkte. Ein Zusammenhang besteht laut der Datenerhebung zwischen der Unternehmensgröße und dem Anteil der Flugleistungen am Gesamtumsatz: Je größer der Betrieb, desto bedeutender wird dieses Segment. Die Produktivität der Branche blieb stabil. Im Durchschnitt erwirtschaftete ein Mitarbeiter in Vollzeit einen Umsatz von etwa 900.000 Euro.

Wandel der Erlösstrukturen und Bedeutung von Serviceentgelten

Die Gesamterlöse der Mehrheit der Büros bewegten sich zwischen 146.000 und 350.000 Euro. Während klassische Provisionserlöse mit einem Anteil von fast 90 Prozent weiterhin dominieren, gewinnen zusätzliche Einnahmequellen an Gewicht. Insbesondere Serviceentgelte haben sich als fester Bestandteil der Ertragsmodelle etabliert. Im Branchendurchschnitt tragen sie zehn Prozent zum Gesamterlös bei. Bei Betrieben mit einem Umsatz von über 15 Millionen Euro machen diese Entgelte bereits fast ein Viertel der Erlöse aus, während sie bei Kleinstbetrieben bei annähernd neun Prozent liegen.

Sinkende Renditen und regionale Differenzen

Trotz der soliden Umsatzlage hat sich das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr leicht verschlechtert. Die Umsatzrendite lag im Durchschnitt bei rund zwei Prozent. Als Hauptgrund für diese Entwicklung nennt der Verband die gestiegenen Kosten für Personal und Standorte. Diese Entwicklung trifft insbesondere Kleinstbetriebe, die im Durchschnitt erneut ein negatives Betriebsergebnis hinnehmen mussten. Regional zeigten sich deutliche Unterschiede: In Bundesländern mit einem niedrigeren Niveau bei Mieten und Gehältern fiel die Rendite tendenziell höher aus als in teuren Ballungszentren.

Fokus der mobilen Reiseberater

Neben den stationären Büros wurden auch 1.441 mobile Reiseberatungen analysiert. Diese erzielten im Durchschnitt einen Umsatz von 250.000 Euro. Ihr Geschäftsmodell konzentriert sich mit einem Anteil von 97 Prozent fast ausschließlich auf klassische Touristikleistungen. Flugvermittlungen und sonstige Dienstleistungen spielen in diesem Segment bislang eine untergeordnete Rolle.

Datengrundlage der Erhebung

Für das Reisebürobarometer 2025 wurden in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Dr. Fried & Partner die Kennzahlen von 1.031 Reisebüros ausgewertet. Die Stichprobe umfasst Ketten, Franchise-Systeme, Kooperationen sowie freie Reisebüros und bildet laut DRV die reale Marktverteilung in Deutschland ab. Ziel der Veröffentlichung ist es, den Mitgliedern Orientierungswerte für die betriebswirtschaftliche Steuerung und die Optimierung der Ertragsmodelle zu liefern.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Nach dem Kriegsausbruch im Iran sitzen zehntausende deutsche Urlauber im Nahen Osten fest. Während die Bundesregierung Evakuierungen für vulnerable Gruppen vorbereitet und Reisekonzerne wie Tui erste Rückflüge planen, warnen Behörden vor logistischen Engpässen und betrügerischen Umbuchungs-Hotlines.

Die Deutschen buchen ihren Sommerurlaub 2026 so früh wie nie zuvor. Während die Türkei und das Mittelmeer boomen und die Pauschalreise als Sicherheitsgarant gefragt ist, müssen die USA deutliche Einbußen hinnehmen. Der DRV präsentiert zum Start der ITB Berlin die aktuellen Marktdaten.

Die ITB Berlin 2026 startet heute mit rund 6.000 Ausstellern aus über 160 Ländern. Im Mittelpunkt der dreitägigen Fachmesse stehen neben dem Gastland Angola die technologische Transformation durch Künstliche Intelligenz, strategische Wachstumsfelder wie Medical- und LGBTQ+-Tourism sowie ein international besetzter Fachkongress zur Zukunft der Branche.

Während der deutsche Reisemarkt insgesamt stagniert, boomt das Geschäft mit Fernreisen nach Asien. Neue Daten von YouGov und Sinus belegen ein Wachstum von zwölf Prozent für die Fernstrecke Ost und zeigen, welche Milieus den Trend antreiben.

Die deutsche Reisewirtschaft erreicht 2025 ein neues Rekordniveau: Fast 88 Milliarden Euro gaben die Bundesbürger für ihren Urlaub aus. Der Trend geht klar zur organisierten Veranstalterreise, während im Zielgebiet die Preissensibilität steigt. Besonders Kreuzfahrten bleiben ein massiver Wachstumstreiber der Branche.

Rund 30.000 Reisende von deutschen Veranstaltern sind von der Eskalation in der Golfregion betroffen - sie sitzen dort fest oder können nicht an den Flughafen-Drehkreuzen umsteigen.

Träumen Sie von einer frischen Meeresbrise, neuen Horizonten und einer entspannten Auszeit vom Alltag, haben aber nur wenig Zeit? Dann sind Minikreuzfahrten die perfekte Lösung. Diese kurzen Seereisen, die meist zwischen drei und fünf Tagen dauern, bieten eine ideale Möglichkeit, die Welt der Kreuzfahrten kennenzulernen, ohne gleich eine mehrwöchige Reise buchen zu müssen.

Die Lage in der Golfregion spitzt sich weiter zu: Nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff auf das Luxushotel Burj Al Arab in Dubai und der Sperrung der Lufträume sitzen tausende deutsche Urlauber fest. Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für die Region ausgesprochen, während Kreuzfahrtanbieter wie Tui Cruises ihre Fahrten absagen.

Die DZT präsentiert ihre globale Strategie für 2026. Mit vier Hauptkampagnen und einem klaren Fokus auf Kulinarik, Stadtkultur und Nachhaltigkeit will die Organisation das Rekordniveau der touristischen Wertschöpfung von über 78 Milliarden Euro weiter sichern und ausbauen.

Eine Analyse von Fit Reisen identifiziert die führenden Hamams in Deutschland. Das Ranking liefert Einblicke in die Qualitätsstandards der Branche und zeigt, welche Betriebe durch authentische Rituale und Kundenzufriedenheit überzeugen.