Diensthandy im Urlaub kaputt - wer haftet?

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Der Arbeitgeber stellt ein Handy zur Verfügung - im privaten Urlaub fällt es ins Wasser und geht kaputt. Wer haftet? Und hätte ich es überhaupt mitnehmen dürfen? «Das kommt darauf an», sagt Arbeitsrechtler Jürgen Markowski aus Nürnberg.

Wenn der Arbeitgeber das Handy ausschließlich zur dienstlichen Nutzung überlassen habe, «dann hat es im Urlaub überhaupt nichts verloren». Wenn dann etwas passiert, hafte der Arbeitnehmer auf jeden Fall. Es gilt aber eine Ausnahme: Nämlich dann, wenn ein Arbeitnehmer in Rufbereitschaft zur Verfügung stehen muss, wie der Fachanwalt erklärt.

Anders sieht es aus, wenn ich das Handy ausdrücklich privat nutzen darf. «Dann darf ich es auch mit in den Urlaub nehmen», sagt Markowski. Bei Verlust oder Beschädigung hafte in der Regel der Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer muss nur für den Schaden aufkommen, wenn er aus Vorsatz oder grob fahrlässig gehandelt hat - also etwa das Handy offen im Auto hat liegen lassen. Bei mittlerer Fahrlässigkeit müsse man verhandeln.

Allerdings gehe der Schaden bei Verlust des Handys oft über den reinen Verlust hinaus. «Auf dem Diensthandy befinden sich häufig sensible, dienstliche Daten», sagt Markowski. Diese sollten nicht in die falschen Hände geraten.

Der Fachanwalt rät daher dringend dazu, das Handy und darauf hinterlegte Konten mit einem Passwort zu schützen. Letztendlich müsse klar sein, sagt Markowski: «Es ist ein Arbeitsgerät, das mir zur Verfügung gestellt wird. Da muss ich mir immer bewusst sein, dass jeder Schaden daran auch für mich einen Schadenersatz nach sich ziehen kann.»

Zur Person: Jürgen Markowski ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ifo-Institut: Wirtschaft Ende 2021 wieder auf Vor-Corona-Niveau

Die deutsche Wirtschaft dürfte sich nach Einschätzung des Ifo-Instituts erst Ende nächsten Jahres wieder auf dem Vor-Krisen-Niveau bewegen. Die einzelnen Branchen dürften sich nach einem Abbau der Beschränkungen aber in unterschiedlichem Tempo erholen.

Corona-Homeoffice im Ländervergleich

Das öffentliche Leben und die Arbeitswelt haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie nahezu weltweit auf einen Schlag verändert – so auch in Deutschland und Großbritannien. Doch wie fühlen sich die deutschen und die britischen Arbeitnehmer damit im Vergleich?

EU-weit rund 9,5 Millionen Menschen im Gastgewerbe tätig

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, arbeiteten 2019 in den aktuell 27 EU-Staaten rund 9,5 Millionen Menschen im Gastgewerbe. In Deutschland waren demnach knapp 1,6 Millionen Menschen in der Branche tätig, das waren rund vier Prozent aller Erwerbstätigen.

EU-Richter erlauben Klage gegen homophoben Arbeitgeber auch ohne Stellenbewerber

Auch ohne konkreten Stellenbewerber darf sich ein Arbeitgeber nicht negativ über die sexuelle Orientierung möglicher Kandidaten äußern. Tut er es dennoch, kann er auf Schadenersatz verklagt werden. Das stellte der Europäische Gerichtshof fest.

Ernährungsindustrie kritisiert: Deutsche können nicht mehr kochen

Noch stärker als Toilettenpapier wurden vor dem Corona-Lockdown Nudeln und Reis nachgefragt. Viel mehr bekämen die Deutschen halt nicht mehr zubereitet, sagt Christoph Minhoff. Der Nahrungslobbyist hofft auf einen Lerneffekt in der Pandemie.

Deutschland führend bei Corona-Hilfen

Der Umfang der deutschen Finanzhilfen in der Corona-Krise beträgt derzeit über zwei Billionen Euro, was rund 60 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht. Und laut Statista mobilisiert die Bundesrepublik damit weit mehr als andere Länder.

DEHOGA-Umfrage zur verspäteten Wiedereröffnung des Gastgewerbes

Die von der Bundesregierung getroffenen Entscheidungen zu den Corona-Maßnahmen beweisen erneut, dass das Gastgewerbe die hauptbetroffene Branche der Krise ist. Der Dehoga führt daher eine Umfrage zur verspäteten Wiedereröffnung durch.

ZEW-Konjunkturerwartungen: Verbesserung auf extrem niedrigem Niveau

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im April 2020 um 77,7 Punkte auf einen neuen Stand von 28,2 Punkten an. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich jedoch dramatisch verschlechtert.

Gastgewerbe mit leichtem Plus im Februar

Die Corona-Pandemie hatte im Februar 2020 noch keine eindeutigen Effekte auf das Gastgewerbe in Deutschland. Der Gastgewerbeumsatz stieg im Februar 2020 real (preisbereinigt) um 1,1 Prozent gegenüber Februar 2019.

Bayern führt Maskenpflicht in Läden und Nahverkehr ein

Nun also doch: Nach einigem Hin und Her soll auch in Bayern in Kürze eine Maskenpflicht in Geschäften, Bussen und Bahnen gelten. Noch vor Kurzem hatte Ministerpräsident Söder eine andere Linie vertreten.