Firmenwagen im Homeoffice: Bares Geld bei geringer Nutzung sparen

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Arbeitnehmer, die ihren Dienstwagen für den Arbeitsweg nutzen dürfen, müssen den geldwerten Vorteil versteuern. Wird kein Fahrtenbuch geführt, berechnet der Arbeitgeber dafür in der Regel 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises des Fahrzeugs pro Entfernungskilometer im Monat.

Dabei werden pauschal 15 Tage pro Monat berücksichtigt - unabhängig davon, an wie vielen Tagen der Arbeitsweg tatsächlich zurückgelegt wird. «Wird das Auto aber an weniger als 15 Tagen für den Arbeitsweg genutzt, kann sich der Ansatz der tatsächlichen Fahrten lohnen», erklärt Julia Jirmann vom Bund der Steuerzahler.

Dabei werden für die tatsächlich zurückgelegten Kilometer 0,002 Prozent des PKW-Bruttolistenpreises je Fahrt berechnet. Arbeitnehmer müssen die Tage aufzeichnen.

Korrektur über Steuererklärung

Stellen Arbeitnehmer am Jahresende fest, dass sie den Dienstwagen für Arbeitswege an weniger als 180 Tagen (12 Monate mal 15 Tage) genutzt haben, können sie dies über die Einkommensteuererklärung korrigieren. Der Nachteil: Zu viel gezahlte Sozialversicherungsbeiträge, die auf den erhöhten geldwerten Vorteil entfallen, werden nicht erstattet.

Anderes gilt, wenn der günstigere Ansatz des Firmenwagens gleich bei der Lohnabrechnung vom Arbeitgeber vorgenommen wird. Hier müssen Arbeitnehmer gut dokumentieren, wann der Dienstwagen stehen geblieben ist und dies dem Arbeitgeber mitteilen.

Wechsel ist rückwirkend möglich

«Ein Wechsel der Bewertungsmethode des Firmenwagens bei der Lohnabrechnung des Arbeitgebers ist nun auch rückwirkend möglich», sagt Julia Jirmann mit Verweis auf eine Mitteilung der Finanzverwaltung Schleswig-Holstein.

Voraussetzung bleibt aber, dass die Bewertung für das gesamte Jahr einheitlich nach einer Methode vorgenommen wird und die Aufzeichnungen vorliegen. Bisher sollte die Bewertungsmethode zu Beginn des Kalenderjahres festgelegt werden. Arbeitnehmer und Arbeitgeber können nun auch später prüfen, welche Methode günstiger ist.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ifo-Geschäftsklima fällt auf tiefsten Stand seit Februar

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Dezember erneut verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, fiel gegenüber dem Vormonat um 1,9 Punkte.

Geringster Lohnanstieg bei Tarifbeschäftigten seit über einem Jahrzehnt

Tarifbeschäftigte in Deutschland müssen 2021 mit den geringsten Lohn- und Gehaltszuwächsen seit über einem Jahrzehnt auskommen. Die Verbraucherpreise dürften dagegen mit rund 3 Prozent in diesem Jahr deutlich stärker zulegen.

Porto, Kükentöten, Plastiktüten, Mindestlohn, Fahrkarten im Zug - Das ändert sich 2022

Der Mindestlohn wird erhöht, Verträge im Internet sollen leichter gekündigt werden können und die CO2-Steuer steigt - im Jahr 2022 kommen auf die Bürgerinnen und Bürger viele Änderungen zu. Ein Überblick.

 

Nur leichte Entspannung auf Ausbildungsmarkt

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Deutschland hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr leicht entspannt. Allerdings liegt die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge weiterhin deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau.

Beschäftigte sind unzufrieden mit Führungsverhalten während Corona-Pandemie

Mit der Leistung ihrer Führungskräfte war im vergangenen Pandemie-Jahr nicht jeder und jede zufrieden. Eine Umfrage legt nahe: Das hat Auswirkungen auf die Produktivität der Beschäftigten.

Was Touristiker, Hoteliers und Dienstleister für 2022 erwarten

Mit dem neuen Jahr sind hohe Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche verbunden. Insbesondere mit dem Wissen um die nun schon fast zwei Jahre andauernden Restriktionen. Doch wie schätzen Touristiker, Hoteliers und Dienstleister die wirtschaftliche Entwicklung für 2022 ein?

Frust im Job: Kündigung nicht immer der beste Weg

Einfach kündigen: Diesen Impuls haben viele, die sich im Job nicht wohlfühlen. Doch das ist nicht unbedingt der richtige Schritt. Vielmehr sollte die Frage lauten: Woher kommt die Unzufriedenheit? Zuweilen macht aber auch die Kündigung Sinn.

Mehr Geld für Beschäftigte im hessischen Gastgewerbe

Die Tarif-Beschäftigten im hessischen Gastgewerbe bekommen deutlich mehr Lohn. Zum 1. März 2022 steigen die Entgelte um 8,5 Prozent. Zum 1. Januar 2023 werden die Löhne um weitere 6,5 Prozent angehoben.

Bezahlt oder unbezahlt: Gibt es bei der Hochzeit Sonderurlaub?

Ob große Party oder nur kurz zum Standesamt: Eine Hochzeit ist Grund zum Feiern - nicht zum Arbeiten. Bleibt die Frage: Bekommen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an diesem Tag Sonderurlaub?

 

Frauen fragen seltener als Männer nach mehr Gehalt

Angst vor Zurückweisung: Geht es um Gehaltserhöhungen, verlässt Frauen öfter der Mut als Männer. Eine Beförderung wird noch seltener eingefordert. Dennoch erwartet ein Großteil regelmäßig mehr Geld.