Ist eine Kündigung via WhatsApp rechtens?

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Per WhatsApp oder Signal lässt sich viel erledigen - eine Kündigung gehört nicht dazu. Die Kündigung eines Arbeitsvertrags per Nachricht einer Messenger-App ist rechtlich nicht wirksam. Darauf weist die Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer hin. 

Gleiches gilt für Kündigungen via SMS oder E-Mail. Auch sie sind nicht rechtens. Die elektronische Form der Kündigung ist sogar dann nicht gültig, wenn beide Seiten diese im Vertrag vereinbart haben. 

Wie geht es nach so einer Kündigung weiter?

Die Antwort ist einfach: Erfolgt die Kündigung in einer unwirksamen Form, besteht das Arbeitsverhältnis fort. Betroffene haben in der Regel sogar Anspruch auf Entgelt, auch wenn sie nicht arbeiten. Dazu drei wichtige Schritte: 

  • Damit der Arbeitgeber nicht davon ausgeht, dass die Kündigung akzeptiert wurde, sollte der Arbeitnehmer allerdings schriftlich mitteilen, dass die Kündigung unwirksam ist und das Arbeitsverhältnis noch besteht.
  • Außerdem sollte man klarstellen, dass man weiterhin arbeitsbereit ist.
  • Vorsorglich schon einmal auf die wahrscheinlich folgende ordentliche Kündigung vorbereiten. In der Regel ist das Vertrauensverhältnis nach einer Kündigung via Whatsapp zerrüttet.

Arbeitnehmer, die eine Klage erwägen, sollten wissen: Es gibt keinen automatischen Anspruch auf Abfindung. Im Zweifelsfall sollten Sie sich juristisch beraten lassen, rät die Rechtsanwaltskammer.

Richtig kündigen - so geht's

Damit eine Kündigung wirksam ist, muss ein Geschäftsführer oder eine andere berechtigte Person sie selbst handschriftlich unterschreiben. 

Das Dokument ist dem Arbeitnehmer im Original zu übergeben. Ist das nicht möglich, kann es ihm auch per Post oder Boten zugestellt werden. Die Kündigungsfrist beginnt am Folgetag.

Übrigens: Die korrekte Form der Kündigung gilt nicht nur für Unternehmen. Kündigt ein Arbeitnehmer seinen Arbeitsvertrag, muss auch hier die Form gewahrt werden. Eine Kündigung via Whatsapp an einen Vorgesetzten ist auch hier nicht rechtens. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Tischreservierung im Restaurant per Telefon? Das erledigen viele gern schnell übers Formular auf der Website. In der Praxis beim Arzt anrufen? Dafür gibt es doch nun Doctolib und Co. Doch ist das Telefonieren wirklich so im Niedergang, wie behauptet wird?

Im Gastgewerbe hat ein relevanter Teil der Beschäftigten im Jahr 2024 Nachtarbeit geleistet. 13,9 Prozent der Erwerbstätigen in der Gastronomie arbeiteten zumindest gelegentlich zwischen 23 Uhr und 6 Uhr. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) auf Basis des Mikrozensus 2024 hervor.

Wie viel kostet die Kugel in diesem Jahr? Die Preise an der Eistheke sind ein wiederkehrendes Reizthema. Dabei steht Deutschland noch gut da, sagen Branchenvertreter.

Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt, dass 56 Prozent der Beschäftigten, die mobil kommunizieren müssen, in Deutschland ein Diensthandy nutzen. Gleichzeitig steigt die Erlaubnis zur privaten Mitnutzung der Geräte deutlich an.

Im Gastgewerbe lag die Tarifbindung 2025 bei 23 Prozent und damit deutlich unter dem Durchschnitt. Laut Destatis bleibt die Branche im Vergleich zu anderen Bereichen weiterhin am unteren Ende.

Tastengeklapper, Telefonate, Lüftungsgeräusche - das klingt nach simplem Büroalltag, kann aber Schmerzen verursachen. Wieso das so ist und wie wichtig Lärmschutz auch am Schreibtisch ist.

Das Gastgewerbe in Deutschland hat im Januar 2026 real weniger Umsatz erzielt als im Vormonat und im Vorjahresvergleich. Sowohl Beherbergung als auch Gastronomie verzeichneten laut Destatis Rückgänge.

Das Gastgewerbe verzeichnet laut DATEV im Februar 2026 einen leichten Umsatzrückgang, während die Löhne überdurchschnittlich steigen. Insgesamt bleibt die Entwicklung im Mittelstand verhalten.

Beim Ausbildungsbotschafter-Tag des DEHOGA Bayern in Nürnberg wurden 27 Botschafter ernannt und 13 Betriebe ausgezeichnet. Zudem wurden Ausbildungszahlen, internationale Projekte und Maßnahmen vorgestellt.

Die aktuellen Daten des Datev Mittelstandsindex für März 2026 belegen einen stagnierenden Aufschwung und sinkende Umsätze bei Kleinstunternehmen. Parallel dazu belasten deutlich steigende Lohnkosten bei leicht sinkenden Beschäftigungszahlen die Bilanz des Mittelstands.