Liste der Corona-Risikogebiete in Deutschland

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In Deutschland bleiben Corona-Neuinfektionen weiter auf hohem Niveau. Die Auflistung zeigt die Städte und Regionen, in denen die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen über 50 gelegen haben.

(Die aktuelle Liste der Städte und Kreise folgt unten nach dem Artikel, Stand 23.2.2021, morgens, ohne Gewähr)

Mehr Corona-Neuinfektionen als vor einer Woche - Inzidenz steigt

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 11 869 Corona-Neuinfektionen gemeldet - und damit 1662 mehr als genau vor einer Woche, am 18. Februar. Das geht aus Zahlen des RKI vom Donnerstag hervor. Auch die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Donnerstagmorgen mit bundesweit 61,7 höher als am Vortag (59,3).

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 385 weitere Todesfälle verzeichnet. Das ist weniger als vor genau einer Woche: Damals hatte das RKI binnen eines Tages 10 207 Neuinfektionen und 534 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von Donnerstag, 03.10 Uhr, wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Sieben-Tage-Inzidenz hatte vor vier Wochen, am 28. Januar, noch bei 98 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2 414 687 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 25.02., 03.10 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2 226 500 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 69 125.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,98 (Vortag ebenfalls 0,98). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 98 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Die RKI-Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 18.00 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich. (dpa)


 


Liste der Corona-Risikogebiete in Deutschland

Hier direkt zum Corona-Dashboard des RKI.

Corona-Risikogebiete in Baden-Württemberg:

Landkreis Alb-Donau-Kreis

Amberg

Baden-Baden

Landkreis Biberach

Landkreis Böblingen

Landkreis Calw

Landkreis Esslingen

Landkreis Fürth

Heilbronn

Landkreis Heilbronn

Landkreis Hohenlohe

Landkreis Karlsruhe

Landkreis Konstanz

Landkreis Main-Tauber-Kreise

Landkreis Rastatt

Rhein-Neckar-Kreis

Landkreis Rottweil

Landkreis Schwäbisch Hall

Landkreis Tuttlingen

Ulm

Landkreis Waldshut

Landkreis Zollernalbkreis

Corona-Risikogebiete in Bayern:

Amberg

Landkreis Amberg-Sulzbach

Landkreis Ansbach

Landkreis Altötting

Augsburg

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Bamberg

Landkreis Bamberg

Bayreuth

Landkreis Bayreuth

Landkreis Berchtesgadener Land

Landkreis Cham

Coburg

Landkreis Dillingen a.d. Donau

Landkreis Ebersberg

Landkreis Forchheim

Landkreis Freyung-Grafenau

Fürth

Landkreis Fürth

Landkreis Freising 

Landkreis Garmisch-Partenkirchen 

Landkreis Hof

Landkreis Kitzingen 

Landkreis Kronach

Landkreis Kulmbach

Landhut

Landkreis Lindau

Memmingen

Landkreis Miesbach

Landkreis Miltenberg

Landkreis Mühldorf am Inn

Landkreis Neustadt a.d. Aisch

Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab

Nürnberg

Neckar-Odenwald-Kreis

Passau

Landkreis Passau

Landkreis Regen

Landkreis Regensburg

Rosenheim

Landkreis Rosenheim

Landkreis Rottal-Inn

Landkreis Schwandorf

Landkreis Tirschenreuth 

Weiden in der Oberpfalz

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge

Würzburg

Corona-Risikogebiete in Berlin:

Berlin (außer Tempelhof-Schöneberg, Hellerdorf-Marzahn, Friedrichshain-Kreuzberg, Steglitz-Zehlendorf, Lichtenberg)  

Corona-Risikogebiet in Brandenburg:

Landkreis Barnim

Brandenburg an der Havel

Landkreis Cottbus

Landkreis Dahme-Spreewald

Landkreis Elbe-Elster

Landkreis Oberhavel

Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Landkreis Prignitz

Landkreis Spree-Neiße

Corona-Risikogebiet in Bremen:

Bremen

Bremerhaven

Corona-Risikogebiete in Hamburg:

Hamburg

Corona-Risikogebiete in Hessen:

Landkreis Bergstraße

Darmstadt

Landkreis Darmstadt-Dieburg

Lahn-Dill-Kreis

Landkreis Limburg-Weilburg

Frankfurt am Main

Landkreis Fulda

Landkreis Gießen

Landkreis Groß-Gerau 

Landkreis Hochtaunuskreis

Main-Kinzig-Kreis

Main-Taunus-Kreis

Landkreis Offenbach

Landkreis Marburg-Biedenkopf

Vogelsbergkreis

Landkreis Waldeck-Frankenberg

Landkreis Werra-Meißner-Kreis

Wetteraukreis

Wiesbaden

Corona-Risikogebiete in Mecklenburg-Vorpommern:

Landkreis Ludwigslust-Parchim

Landkreis Nordwest-Mecklenburg

Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte

Landkreis Rostock

Schwerin

Landkreis Vorpommern-Greifswald

Corona-Risikogebiete in Niedersachsen:

Landkreis Cloppenburg

Landkreis Cuxhaven

Emden

Landkreis Emsland

Landkreis Goslar

Landkreis Region Hannover

Landkreis Harburg

Landkreis Helmstedt

Landkreis Hildesheim

Landkreis Leer

Landkreis Minden-Lübbecke

Landkreis Nienburg

Osnabrück

Landkreis Osnabrück

Landkreis Peine

Salzgitter

Landkreis Schaumburg

Landkreis Uelzen

Landkreis Vechta

Landkreis Wesermarsch

Wilhelmshaven

Landkreis Wolfenbüttel

Corona-Risikogebiete in Nordrhein-Westfalen:

Aachen

Bochum

Bonn

Bottrop

Landkreis Borken

Duisburg

Düsseldorf

Ennepe-Ruhr-Kreis

Essen

Gelsenkirchen

Hagen  

Herne  

Hochsauerlandkreis

Kreis Höxter

Kreis Kleve

Köln      

Krefeld

Leverkusen

Kreis Lippe

Kreis Mettmann

Märkischer Kreis

Landkreis Minden-Lübecke

Mönchengladbach

Oberbergischer Kreis

Kreis Olpe

Kreis Recklinghausen 

Rhein-Erft-Kreis

Rheinisch-Bergischer-Kreis

Landkreis-Rhein-Sieg-Kreis

Landkreis Soest

Solingen

Siegen

Kreis Unna

Wuppertal       

Corona-Risikogebiete in Rheinland-Pfalz

Landkreis Altenkirchen

Landkreis Ahrweiler

Landkreis Bad Dürkheim

Landkreis Bad-Kreuznach

Landkreis Bernkastel-Wittlich

Landkreis Bitburg-Prüm

Landkreis Birkenfeld

Landkreis Cochem-Zell

Landkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm

Frankenthal

Landkreis Germersheim

Landau in der Pfalz

Neustadt an der Weinstraße

Landkreis Neuwied

Landkreis Rhein-Lahn-Kreis

Landkreis Rhein-Hunsrück

Speyer

Landkreis Trier-Saarburg

Landkreis Vulkaneifel

Worms

Corona-Risikogebiete im Saarland

Landkreis St. Wendel

Landkreis Saarlouis

Landkreis Saarpfalz-Kreis

Saarbrücken

Corona-Risikogebiete in Sachsen

Landkreis Bautzen

Dresden

Erzgebirgskreis

Landkreis Leipzig

Landkreis Nordsachsen

Landkreis Meißen

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Vogtlandlandkreis

Landkreis Zwickau

Corona-Risikogebiete in Sachsen-Anhalt

Landkreis Altmarkkreis-Salzwedel

Landkreis Anhalt-Bitterfeld

Landkreis Börde

Burgenlandkreis

Dessau-Roßlau

Halle

Landkreis Harz

Landkreis Jerichower Land

Magdeburg

Salzlandkreis

Landkreis Wittenberg

Corona-Risikogebiete in Schleswig-Holstein

Herzogtum Lauenburg

Flensburg

Lübeck

Neumünster

Nordfriesland

Landkreis Ostholstein

Kreis Pinneberg

Landkreis Schleswig-Flensburg

Landkreis Segeberg

Corona-Risikogebiete in Thüringen

Altenburger Land

Landkreis Eichsfeld

Eisenach

Erfurt

Gera

Landkreis Greiz

Landkreis Gotha

Landkreis Hildburghausen

Jena

Saale-Holzland-Kreis

Saale-Orla-Kreis

Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

Landkreis Schmalkalden-Meiningen

Landkreis Sömmerda

Landkreis Sonneberg

Suhl

Unstrut-Hainich-Kreis

Wartburgkreis

Weimar

Landkreis Weimarer Land

Corona-Inzidenz im Südwesten steigt erneut leicht

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche ist im Südwesten erneut leicht gestiegen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag nach Angaben des baden-württembergischen Landesgesundheitsamts vom Donnerstag (Stand 16.00 Uhr) bei 48,8. Am Mittwoch lag die Inzidenz bei 47,6, am Dienstag bei 45,5, am Montag bei 44,8, am Sonntag bei 44,0.

19 Stadt- und Landkreise liegen über dem Grenzwert von 50 gemeldeten Fällen pro 100 000 Einwohner. Runtergebrochen auf Kreisebene hat der Landkreis Schwäbisch Hall mit 144,8 weiter mit Abstand die höchste Sieben-Tage-Inzidenz.

Das Landesgesundheitsamt meldete 1109 neue Corona-Infektionen, die Zahl aller Fälle im Südwesten seit Beginn der Pandemie stieg auf 314 605. Die Zahl der Toten, die mit oder an Sars-CoV-2 starben, stieg um 38 auf 8038. Als genesen gelten 293 105 Menschen.

Zumindest einmal geimpft worden sind in Baden-Württemberg inzwischen über 452 000 Menschen, zwei Impfungen haben mehr als 238 000 Menschen bekommen (Stand: 24.02.2021, 23.55 Uhr).

Sieben-Tage-Inzidenz im Saarland steigt auf 70,0

Im Saarland ist binnen 24 Stunden die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen um 139 auf 28 638 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Saarbrücken am Donnerstag (Stand 16.00 Uhr) mit. Es gab zehn neue Corona-Todesfälle. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 880.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen bezogen auf 100 000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen, lag saarlandweit bei 70,0. Am Vortag hatte der Wert bei 65,4 gelegen. Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz wies der Kreis St. Wendel auf mit einem Wert von 93,1.

Aktuell sind im Saarland nach Angaben des Ministeriums 1254 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Von ihnen werden 159 in Krankenhäusern behandelt, 40 auf Intensivstationen.

199 Corona-Neuinfektionen in MV gemeldet - Inzidenz sinkt nur minimal

Am Donnerstag sind in Mecklenburg-Vorpommern 199 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Das waren zwei mehr als am Donnerstag vor einer Woche, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte (Stand: 16.54 Uhr). Im Vergleich zu den beiden Vortagen ging die Zahl der Neuinfektionen jedoch leicht zurück.

Acht weitere Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19, womit diese Zahl auf insgesamt 727 stieg. Die Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gingen im Vergleich zum Vortag leicht um 0,6 auf nun 63,6 zurück. Vor einer Woche lag dieser Wert demnach noch bei landesweit 64,9.

Mit 121,8 ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Vorpommern-Greifswald weiterhin am höchsten, gefolgt von Nordwestmecklenburg mit 87,7. Am niedrigsten ist der Wert laut Lagus im Landkreis Vorpommern-Rügen mit 14,2. Die Hansestadt Rostock liegt mit 26,8 ebenfalls unter dem wichtigen Schwellenwert von 35.

Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen im Nordosten liegt bei nunmehr 24 129; 21 135 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der in Kliniken behandelten Corona-Patienten liegt demnach derzeit bei 272, elf weniger als am Vortag, die Zahl derjenigen auf Intensivstationen bei 47, ein Patient mehr als noch Vortag.

Im Nordosten wurden laut Lagus bislang 121 482 Corona-Impfdosen verabreicht. 74 504 Menschen bekamen eine erste Impfung, 46 978 eine zweite.

Weiter hoher Sieben-Tage-Wert der Corona-Infektionen

In Sachsen-Anhalt bleibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen hoch. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche, lag am Donnerstag bei 92,72 - nach 89,12 am Vortag, wie das Sozialministerium in Magdeburg mitteilte. Seit gut einer Woche bewegt sich der Wert um die 90er-Marke. Von Mittwoch bis Donnerstag wurden 383 neue Infektionsfälle gemeldet sowie 25 Sterbefälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Somit starben bislang 2410 Menschen im Land mit oder an Sars-CoV-2.

Nach wie vor ist Sachsen-Anhalt laut dem Robert Koch-Institut neben dem Nachbarbundesland Thüringen die Region mit dem höchsten Infektionsgeschehen bundesweit. Den Bundesschnitt gab das Robert Koch-Institut am Donnerstag mit 61,7 an.

Insgesamt wurden in Sachsen-Anhalt seit Beginn der Pandemie 60 018 Corona-Fälle im Land erfasst. Unterdessen sind 95 Intensiv- und Beatmungsbetten mit Covid-19-Patienten belegt; 59 dieser Patienten werden künstlich beatmet.

Seit dem Impfstart haben landesweit 89 004 Menschen die erste Spritze bekommen, 50 118 auch die zweite. Am Mittwoch gab es laut Ministerium 2369 Erstimpfungen. Die Quote für Erstimpfungen liegt damit landesweit bei rund 4 Prozent, die für die Zweitimpfungen bei knapp 2,3 Prozent.

Kontaktbeschränkungen in Flensburg werden verlängert

Die seit Samstag in Flensburg geltenden verschärften Corona-Regelungen werden etwas angepasst verlängert. So soll die Kontaktbeschränkung auf den eigenen Haushalt zunächst eine weitere Woche gelten, wie Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) am Donnerstag nach Beratungen mit dem Nachbarkreis Schleswig-Flensburg sowie der Landesregierung sagte. Von Samstag an soll es aber eine Ausnahme für Menschen geben, die alleine in ihrem Haushalt leben. Diese dürfen dann eine weitere Person treffen. Da der Inzidenzwert seit mehreren Tagen zwischen 160 und 170 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen stagniert, wird die nächtliche Ausgangssperre von Samstag nicht verlängert. Die bisherige Allgemeinverfügung läuft Freitagnacht aus.

Aufgrund der weiterhin hohen Inzidenz und der nach wie vor sehr hohen Zahlen an Mutanten bei den Neuinfektionen wird Flensburg auch die vom Land von Montag an geplanten weiteren Lockerungen zunächst nicht mitmachen. Das bedeutet, dass beispielsweise Friseure und Gartencenter im Stadtgebiet geschlossen bleiben, wie Lange weiter sagte. Auch die Schulen und Kindertagesstätten öffnen vorerst nicht.

Im Kreis Schleswig-Flensburg wird in den Schulen im Flensburger Umland ebenfalls in der kommenden Woche weiter nur Distanzunterricht stattfinden. Für die Kindertagesstätten bleibt es hier bei der flexiblen Notbetreuung, wie der Kreis mitteilte.

Flensburg hat mit Abstand die höchste 7-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein. Am Mittwoch lag der Wert bei 167,5. An zweiter Stelle folgte der Kreis Schleswig-Flensburg mit einem Wert von 72,1. Landesweit wurde eine Inzidenz von 50,9 verzeichnet.

Leichte Zunahme des landesweiten Inzidenzwertes auf 52,4

Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz ist binnen 24 Stunden um 427 auf 101 428 gestiegen. Wie das Gesundheitsamt am Donnerstag weiter mitteilte, stieg landesweit die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Corona-Neuinfektionen bezogen auf 100 000 Einwohner in den zurückliegenden 7 Tagen, leicht auf 52,4 nach 51,8 am Tag zuvor (Stand 14.10 Uhr). Die höchsten Werte gibt es weiter in den Landkreisen Germersheim (113,2) und Birkenfeld (111,2). Am niedrigsten ist der Wert im Kreis Kusel (18,9) und der Stadt Kaiserslautern (19,7).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg um 8 auf 3070. Aktuell sind 6093 Menschen im Land mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.

Von den nachgewiesenen Infektionen wurden am Donnerstag 433 als «besorgniserregende Variante» eingestuft, bei weiteren 594 Ansteckungen gab es einen entsprechenden Verdacht. Der Ausdruck bezieht sich auf Fälle wie die in Großbritannien und in Südafrika zuerst entdeckten Coronavirus-Varianten, die als ansteckender gelten.

Auf den Intensivstationen in Rheinland-Pfalz wurden am Donnerstag (Stand 12.15 Uhr) 103 Menschen wegen Covid-19 behandelt, davon wurden 61 beatmet. Von den 1218 als einsatzbereit gemeldeten Intensivbetten in den Krankenhäusern des Landes waren 912 und damit rund drei Viertel belegt, wie aus Daten des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervorgeht.

Corona-Zahlen in Europa weiter hoch, aber klar geringer als Ende 2020

Die Gesamtzahl der Corona-Neuinfektionen in Europa befindet sich weiter deutlich unter dem Wert von Ende 2020, aber nach wie vor auf einem hohen Niveau. Zwei Wochen nacheinander habe es in der gesamten WHO-Region Europa nun jeweils weniger als eine Million gemeldete neue Infektionen gegeben, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag auf einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. Dieser Rückgang sei auf Länder zurückzuführen, die neue Maßnahmen zur Verlangsamung der Virus-Ausbreitung eingeführt hätten. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen sei seit Ende 2020 um fast die Hälfte zurückgegangen, aber immer noch zehnmal höher als im vergangenen Mai.

Das Coronavirus Sars-CoV-2 verbreite sich nach wie vor mit sehr hohen Raten in Europa, machte Kluge klar. Zwei Varianten - damit meinte er die zuerst in England und in Südafrika aufgetretenen Mutanten - verdrängten weiterhin andere Virus-Varianten und nähmen an Reichweite zu. Die WHO zählt insgesamt 53 Länder zur Region Europa, darunter zum Beispiel auch Russland und die Türkei.

In der EU kamen in der vergangenen Woche rund 650 000 Neuinfektionen hinzu, womit es in der Union bislang knapp 21,7 Millionen Infektionen gegeben hat, wie aus am Donnerstag aktualisierten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hervorging. In der Woche davor waren rund 635 000 dazugekommen. Insgesamt war die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen seit Jahresbeginn zunächst stark gesunken.

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Verbindung mit einer Corona-Infektion stieg um rund 16 300 auf mehr als 531 000 und damit etwas geringer als in der Vorwoche. Deutschland als bevölkerungsreichster EU-Staat hat die viertmeisten Infektionen unter den 27 EU-Staaten verzeichnet, bei den Todesfällen liegt die Bundesrepublik mittlerweile knapp vor Spanien EU-weit auf Rang drei.

Corona-Fälle an Dutzenden Thüringer Schulen und Kitas

An mindestens 56 Schulen und Kindergärten in Thüringen gibt es aktuelle Corona-Infektionen. Das geht aus einer Aufstellung des Thüringer Bildungsministeriums mit Stand vom Donnerstag hervor. Darin enthalten sind zwei Einrichtungen aus den Landkreisen Kyffhäuser und Schmalkalden-Meiningen, wo derzeit wegen hoher Sieben-Tage-Inzidenz-Werte ohnehin alle Kitas und Schulen geschlossen sind. Auch im Unstrut-Hainich-Kreis öffnen Kitas und Schulen derzeit nicht für den eingeschränkten Regelbetrieb.

Der Aufstellung zufolge gibt es mit Stand vom Donnerstag an 26 Schulen eine oder mehr bestätigte Corona-Infektionen. Betroffen sind demnach Grundschulen, Gemeinschaftsschulen, Gymnasien, Regelschulen und berufsbildende Schulen. Bei den Kitas gibt es an 30 Einrichtungen Infektionen - inklusive der zwei Einrichtungen in den Landkreisen mit zu hoher Inzidenz für eine Öffnung.

Grundschulen und Kindergärten dürfen seit Montag in Thüringen nach der aktuell geltenden Verordnung wieder im eingeschränkten Regelbetrieb öffnen. In Landkreisen mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen müssen die Einrichtungen aber geschlossen bleiben. Bei einer Inzidenz zwischen 150 und 200 können die Kreise selbst entscheiden, wie sie

Wieder über 1000 Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen


Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen bleibt hoch - mit leicht steigender Tendenz. Das Landesgesundheitsamt meldete am Donnerstag 1080 Neuinfektionen, eine Woche zuvor lag die Zahl mit 1010 neuen Fällen nur geringfügig niedriger. Nach Angaben des Leiters des Krisenstabs, Heiger Scholz, gibt es bei den Fallzahlen in Niedersachsen wie auch bundesweit wieder ein langsames Wachstum.

Die Zahl der Todesfälle stieg um 20 auf 4230. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg im Vergleich zum Vortag leicht - von 66,0 auf 67,0 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner.

Auf regionaler Ebene kam der Landkreis Wesermarsch weiterhin auf den höchsten Sieben-Tage-Wert (172,7). Es folgen die Landkreise Cloppenburg (144,7) und die Region Hannover (113,9). «Unruhig blicke ich nach Cloppenburg», sagte Scholz. Der Kreis könne bisher nicht sagen, worauf der Anstieg zurückzuführen sei. Am Vortag lag der Sieben-Tage-Wert in dem Landkreis noch bei 131,2.

271 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein gemeldet - Inzidenz 50,9

In Schleswig-Holstein sind am Mittwoch 271 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Das geht aus Daten hervor, die das Gesundheitsministerium in Kiel veröffentlichte (Datenstand: 24. Februar). 7 Tage zuvor waren es 233 gewesen. Seit Beginn der Pandemie infizierten sich in Schleswig-Holstein laut Robert Koch-Institut (RKI) 41 733 Menschen mit dem Virus. Rund 36 900 gelten als genesen.

Die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen 7 Tagen stieg landesweit leicht auf 50,9 (Dienstag 50,0). Am höchsten war diese 7-Tage-Inzidenz weiterhin in Flensburg mit 167,5. In Dithmarschen wurde mit 9,0 der niedrigste Wert verzeichnet. Als Zielmarke für nächste Öffnungsschritte gelten maximal 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in 7 Tagen.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 erhöhte sich nach RKI-Angaben vom Mittwoch um 17 auf 1263.

Die Zahl der Patienten, die in schleswig-holsteinischen Krankenhäusern behandelt wurden, lag bei 314 - das sind 20 weniger als am Dienstag. 76 (unverändert) von ihnen wurden intensivmedizinisch behandelt, 53 (minus 2) mit

Corona-Inzidenzwert in Thüringen weiter doppelt so hoch wie im Bund

In Thüringen bleibt die Sieben-Tage-Inzidenz bei Corona-Neuinfektionen etwa doppelt so hoch wie der Bundeswert. Sie lag nach Angaben der Staatskanzlei am Donnerstag (Stand 0.00 Uhr) bei fast 120 neuen Fällen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Bundesweit wurden in diesem Zeitraum statistisch 61,7 neue Fälle je 100 000 Einwohner registriert. Der Kreis Schmalkalden-Meiningen ist mit einem Inzidenzwert von 206,5 besonders schwer betroffen, bundesweit ist das der vierthöchste Wert unter den Landkreisen.

Von Mittwoch zu Donnerstag wurden 582 weitere Corona-Neuinfektionen gemeldet. Auf Intensivstationen von Krankenhäusern wurden 130 schwer an Covid-19 erkrankte Menschen behandelt, 70 mussten invasiv beatmet werden. Die Zahl der Infizierten stieg damit auf 74 879 seit Pandemiebeginn. 31 weitere Menschen, die mit dem Sars-CoV2-Virus infiziert waren, starben. Damit erhöhte sich die Zahl der Corona-Toten auf 2810 seit Pandemiebeginn.

Sieben-Tage-Inzidenz in NRW deutlich auf 64,3 gestiegen

Der Wert für Corona-Neuinfektionen innerhalb einer Woche ist in NRW deutlich gestiegen. Nach 60,9 am Mittwoch lag er am Donnerstag bei 64,3, wie das Robert Koch-Institut am Morgen mitteilte. Zuletzt hatte das RKI am Morgen des 10. Februar mit 67,1 eine höhere Sieben-Tage-Inzidenz für Corona-Neuinfektionen gemeldet.

Der Wert gibt Auskunft über die Anzahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Virus binnen einer Woche bezogen auf 100 000 Einwohner. Angestrebt wird ein Wert von unter 35. Dann will die Politik bisherige Corona-Einschränkungen lockern.

Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages lag den Angaben zufolge in NRW bei 2673, den Behörden wurden 75 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bekannt. Damit erhöhte sich die Zahl der Corona-Toten im Bundesland auf 12 875 Menschen.

Innerhalb von NRW bleibt weiterhin Solingen besonders belastet. Dort stieg der Inzidenzwert laut Landeszentrum Gesundheit NRW auf 133,1. Über 100 lagen auch der Märkische Kreis (118,0) und der Kreis Düren (100,1). Der niedrigste Wert wurde weiter aus Münster (30,1) gemeldet.

Hessenweit 854 neue Corona-Infektionen gemeldet

Innerhalb eines Tages sind in Hessen 854 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage, lag bei 61,6 wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag (Stand 3.10 Uhr) hervorgeht. Am Mittwoch hatte sie bei 60,3 gelegen.

Insgesamt wurden demnach seit Beginn der Pandemie 186 288 Fälle in Hessen nachgewiesen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich um 24 auf 5775. Unter den Landkreisen und kreisfreien Städten wiesen der Landkreis Groß-Gerau mit 97,2 der Lahn-Dill-Kreis mit 87,2 und der Main-Kinzig-Kreis mit 83,5 die höchsten Inzidenzwerte auf.

Alles wurde anders: Rückblick auf ein außergewöhnliches Reisejahr

Zu Beginn des Jahres 2020 stritt man in Deutschland darüber, ob der Ferienkorridor im Sommer verkürzt werden sollte. Die Tourismusbranche hatte die Pleite von Thomas Cook zu verdauen. Außerdem nahm das Phänomen «Flugscham» viel Platz in der öffentlichen Debatte ein. Weniger fliegen für den Klimaschutz? Darüber wurde teils hitzig diskutiert.

Im Rückblick könnte man also sagen: Im Januar war die Welt des Reisens noch in Ordnung.

Die meisten Bundesbürger waren im traditionell buchungsstärksten Monat des Jahres damit beschäftigt, ihre Urlaubsziele auszuwählen, so wie immer. Zwar gab es Berichte über eine «neue Lungenkrankheit in China», doch die Auswirkungen ahnten wohl die wenigsten. Bis plötzlich alles sehr schnell ging. Das Coronavirus Sars-Cov-2 ging um die Welt - und stürzte den weltweiten Tourismus in seine tiefste Krise.

Februar: Dunkle Wolken am Horizont

Deutsche Veranstalter wie die Tui sagen Reisen nach China ab, doch dort macht im Winter sowieso fast niemand Urlaub. Noch immer scheint es sich eher um ein regionales Problem zu handeln.

Mehr Besorgnis rufen Mitte Februar schon die Bilder der «Diamond Princess» hervor. Nach zahlreichen Corona-Infektionen an Bord haben die japanischen Behörden das Kreuzfahrtschiff in Yokohama unter Quarantäne gestellt, unter den Fahrgästen sind auch Deutsche. «Angst ist jetzt zu viel» - so schildert ein betroffener Pensionär aus München seine Gefühle. Eine treffende Formulierung für die Stimmung, die auch im fernen Deutschland herrscht.

Ein festgesetztes Schiff irgendwo in Asien, das scheint nichts mit den eigenen Reiseplänen zu tun zu haben. Das Virus ist weit weg - bis es scheinbar binnen weniger Tage über Norditalien hereinbricht.

Surreale Szenen sind es, die sich hinter dem Brenner in einem der beliebtesten Reiseländer der Deutschen abspielen: Gemeinden werden zu Sperrzonen, Bars, Restaurants und Geschäfte geschlossen, der Markusplatz in Venedig ist wie leer gefegt.

Mit den verstörenden Bildern zwingt sich der Eindruck auf, dass das Virus nicht mehr aufzuhalten ist. Ende des Monats wird die weltgrößte Tourimusmesse ITB in Berlin abgesagt, wenige Tage vor ihrem Beginn.

März: Das weltweite Reisen kommt abrupt zum Erliegen

Es ist der Monat, der die Welt verändert: Die Pandemie erfasst den Globus. Innerhalb von rund zwei Wochen schließen die meisten Länder ihre Grenzen, der Flugverkehr wird eingestellt, Veranstalter sagen sämtliche Reisen ab, touristische Übernachtungen in Deutschland werden verboten und die Ferieninseln für Urlauber gesperrt. Die Welt im «Shutdown» - und alle Reisepläne sind plötzlich Makulatur.

Von Mexiko bis Thailand hocken Deutsche in Hotelzimmern und bemühen sich um die letzten Rückflüge in die Heimat. Die Bundesregierung startet die größte Rückholaktion in der Geschichte. Das Auswärtige Amt spricht eine weltweite Reisewarnung bis Ende April aus. «Das ist für viele schmerzlich, aber absolut notwendig», stellt Außenminister Heiko Maas (SPD) fest. Sein Appell: «Bleiben Sie zu Hause!»

April: Rückzug in die eigenen vier Wände

Das Frühjahr ist die Zeit der schwindenden Horizonte. Der Osterurlaub: gestrichen. Mallorca, Kreta und Antalya: in weite Ferne gerückt. Von anderen Kontinenten gar nicht zu sprechen. Die weiteste Reise führt in diesen Tagen meist in den Supermarkt um die Ecke.

Zugleich geht für viele Urlauber der Ärger los: Fluggesellschaften und Reiseveranstalter lassen sich mit der Erstattung abgesagter Reisen Zeit, verärgern ihre Kunden. Zeitweise steht zur Debatte, ob Verbraucher Gutscheine statt einer Rückzahlung akzeptieren müssen. Das setzt sich nicht durch. Doch viele warten ewig auf ihr Geld. Die Reisebranche steckt da schon mitten in der Existenzkrise.

Ende April werden die letzten gestrandeten Deutschen heimgeholt, 157 Passagiere aus Kapstadt erreichen Frankfurt. Insgesamt hat die Regierung 240 000 Reisende nach Hause geholt. Wenige Tage später wird die weltweite Reisewarnung bis Mitte Juni verlängert. Banges Hoffen auf den Sommer. Denn viele wollen am liebsten schon wieder los.

Doch dieses Jahr könnte alles anders werden. Von einer Renaissance des Wanderns in heimischen Gefilden ist zum Beispiel die Rede. Fällt Reise-Deutschland zurück in die 1950er Jahre, in eine Zeit vor dem Massentourismus mit Charterflügen ans Mittelmeer?

Mai: Hoffen auf den Sommer

Im schönen Monat Mai wächst ein zartes Pflänzchen Hoffnung: Die Corona-Einschränkungen werden vor Pfingsten gelockert, die ersten Urlaubsgäste zieht es wieder an die Nordsee. Doch über allem steht die Frage: Was wird aus dem Sommer, was wird aus «Malle»?

Ende des Monats dann die frohe Botschaft: Die Reisewarnung für Touristen soll ab 15. Juni für 31 europäische Staaten aufgehoben werden, sofern die Pandemie das zulässt. Plötzlich sieht es so aus, als könnte Corona schon bald hinter uns liegen.

Juni und Juli: Das Virus scheint (fast) vergessen

Mit etwas Verzögerung öffnet auch Spanien wieder seine Grenzen. Manch einer ergreift sofort die Chance und steigt in den Flieger nach Palma oder zu anderen Sonnenzielen rund um das Mittelmeer. Urlauber zieht es nach Griechenland und Kroatien, nach Frankreich und Portugal. Auch im gebeutelten Italien machen wieder viele Menschen Urlaub.

Zwar reisen längst nicht alle, aber doch mehr Menschen, als man noch vor wenigen Wochen hätte vermuten können. Viele bleiben im eigenen Land: Zwischen Hiddensee und Oberstdorf wird es teils krachend voll - die touristische Wiederentdeckung des Heimatlandes.

Der Sommer mit seinen warmen Temperaturen weist das Virus in die Schranken und ermöglicht wieder relativ viel Reisefreiheit. Doch es ist eine Reisesaison unter den Bedingungen einer globalen Pandemie, die lediglich eine Sommerpause eingelegt: Maskenpflicht im Flugzeug, Hygieneregeln in den Hotels, Mallorca ohne Bierkönig.

Die eingefleischten Kreuzfahrt-Fans müssen sich noch gedulden. Ende Juli laufen wieder erste Schiffe aus, zunächst zu Fahrten ohne Landgänge. «Blaue Reisen», nennt Tui Cruises das. Auch der große Traum vom Urlaub in den USA muss warten, das Land lässt weiterhin keine ausländischen Touristen rein. Und für mehr als 160 Länder auf der ganzen Welt gilt weiterhin die Reisewarnung.

Wer in den Sommermonaten ins Ausland reist, nutzt ein Zeitfenster relativer Sorglosigkeit - das sich schon bald wieder schließen wird.

August und September: Die Einschläge kommen näher

Dass die Pandemie nicht einfach überstanden ist, dürfte den meisten klar sein. Experten warnen vor der zweiten Welle im Herbst. Und auch für Urlauber schränken sich die Möglichkeiten langsam wieder ein. Mit Spanien trifft es ausgerechnet das beliebteste Auslandsziel: Ab Mitte August gilt wieder eine Reisewarnung für das ganze Land, mit Ausnahme der Kanarischen Inseln, weil die Infektionszahlen stark steigen. Das ist kein Reiseverbot, aber schreckt bewusst ab.

Ende August wird auch die bestehende Reisewarnung für die Länder außerhalb Europas verlängert, wenige Tage später Anfang September folgt die Reisewarnung für die Kanaren. Auch in anderen Ländern Europas schnellen die Corona-Zahlen wieder hoch. Der Blick auf die Liste der Risikogebiete wird nun obligatorisch. Das Klein-Klein sich schnell ändernder Regelungen trübt die Urlaubslaune.

Schon blicken Urlauber voller Sorge auf den Herbst: War das sommerliche Reisen etwa nur eine kurze, schöne Ausnahme von der trüben Realität der Pandemie? Die Gewissheit folgt rasch.

Oktober und November: Hinein in einen grauen Winter

Als der Herbst anbricht, wird fast allen klar: Die zweite Welle rollt - und mit ihr folgen neuerliche Einschränkungen. Große Teile Europas werden bis Ende Oktober zu Corona-Risikogebieten, schon sehr bald ist eher die Frage, wo man überhaupt noch hinreisen kann.

Auch innerhalb Deutschlands bricht Anfang des Monats Verwirrung aus. Wer aus einem Corona-Risikogebiet anreist, braucht vielerorts den Nachweis über einen negativen Corona-Test, der aber wiederum Geld kostet. Die Bundesländer haben teils uneinheitliche Regeln. Unklar ist auch, ob Urlauber ohne Test das Geld für ihre stornierte Buchung zurückbekommen. Chaos pünktlich zu den Herbstferien.

Es ist ein schwacher Trost, dass die Bundesregierung die Reisewarnung für die Kanaren Ende Oktober wieder aufhebt. Und auch, dass die Warnung für manche Länder außerhalb Europas gefallen ist, ermuntert nur wenige dazu, jetzt noch die Koffer zu packen.

Schließlich folgt der Teil-Lockdown im November. Hotels müssen wieder schließen. Die Skisaison steht zur Disposition. Nicht die Flugscham hält die Menschen vom Reisen ab, es ist die Pandemie. Sie dauert an. Kaum jemand denkt noch an Urlaub. Und der Winter wird sehr lang.

Mancher Reisende mag sich da an den Sommer zurückerinnern, ans Ferienhaus in Dänemark und Allgäuer Bergspitzen, an Latte Macchiato am Lago Maggiore und Tapas in Spanien. Und an die unschuldigen Zeiten, als über den Ferienkorridor gestritten wurde.

Die Entwicklung der Corona-Pandemie in dpa-Eilmeldungen

Mehr als 600 Eilmeldungen hat die Deutsche Presse-Agentur in diesem Jahr allein zum Corona-Virus gesendet. Die Überschriften dokumentieren die dramatische Entwicklung der Pandemie - von den ersten Hinweisen auf eine Ausbreitung der Viruserkrankung Anfang des Jahres über die teils drastischen Gegenmaßnahmen im März, eine Entspannungsphase im Sommer bis zur zweiten Welle im Herbst und den jüngsten Erfolgen bei der Impfstoff-Entwicklung.

Hier eine Auswahl der Corona-Eilmeldungen:

 

JANUAR

22.01. - WHO ruft wegen Virus in China keine «internationale Notlage» aus

24.01. - Zwei Fälle der neuen Lungenkrankheit in Frankreich nachgewiesen

28.01. - Erster Coronavirus-Fall in Deutschland bestätigt

30.01. - Coronavirus in China: WHO erklärt internationale Notlage

 

FEBRUAR

15.02. - Frankreich meldet ersten Coronavirus-Todesfall in Europa

22.02. - Italien will mit Coronavirus betroffene Städte abriegeln

29.02. - Erster Coronavirus-Todesfall in den USA

 

MÄRZ

09.03. - Coronavirus: Landrat meldet ersten Todesfall in Deutschland

11.03. - WHO bezeichnet Verbreitung des neuen Coronavirus als Pandemie

12.03. - USA erlassen wegen Coronavirus 30-tägigen Einreisestopp aus Europa

12.03. - CDU verschiebt Parteitag wegen Corona-Krise

12.03. - Merkel: Wegen Coronavirus auf Sozialkontakte weitgehend verzichten

12.03. - Bund und Länder: Ab Montag alle planbaren Operationen verschieben

13.03. - UEFA stoppt vorerst Spielbetrieb im Fußball-Europapokal

13.03. - NRW schließt nächste Woche alle Schulen (plus 14 weitere Eilmeldungen zu Schulschließungen in anderen Bundesländern)

13.03. - DFL: Fußball-Bundesliga stellt Spielbetrieb vorerst ein

13.03. - Trump ruft wegen Coronavirus nationalen Notstand aus

16.03. - Regierung schlägt Schließung von Läden vor - Supermärkte aber offen

17.03. - Maas startet Rückholaktion für im Ausland festsitzende Deutsche

17.03. - Bundesregierung spricht weltweite Reisewarnung aus

17.03. - Fußball-EM wegen Coronavirus um ein Jahr verschoben

17.03. - Nur noch EU-Bürger sollen nach Deutschland reisen dürfen

18.03. - Österreich kontrolliert ab Mitternacht Grenze zu Deutschland

19.03. - Coronavirus-Pandemie: Italien meldet mehr Tote als China

21.03. - Mietern soll in Krise nicht gekündigt werden dürfen

22.03. - Bund und Länder wollen Restaurants unverzüglich schließen

24.03. - IOC bestätigt: Olympia in Tokio wird verschoben

25.03. - Historisches Hilfspaket in Corona-Krise beschlossen

27.03. - Corona-Pandemie: Italien meldet fast 1000 Tote an einem Tag

 

APRIL

02.04. - Weltweit mehr als eine Million nachgewiesene Coronavirus-Infektionen

06.04. - Kreise: Zwei Wochen Quarantäne bei Rückkehr nach Deutschland

06.04. - Corona-Infektion: Britischer Premierminister auf Intensivstation

15.04. - Bund will Öffnung von Geschäften bis 800 Quadratmeter ermöglichen

15.04. - Schulstart in Deutschland schrittweise ab 4. Mai geplant

17.04. - Spahn: Ausbruch ist beherrschbar geworden

21.04. - Saison in Handball-Bundesliga abgebrochen

22.04. - Erste klinische Studie zu Corona-Impfstoff in Deutschland zugelassen

23.04. - Merkel: Länder in Corona-Krise teils zu forsch

28.04. - Nun bundesweite Maskenpflicht auch im Einzelhandel

30.04. - Betriebe melden für 10,1 Millionen Menschen Kurzarbeit an

 

MAI

05.05. - Wirtschaftsminister der Länder wollen Gastronomieöffnung ab 9. Mai

06.05. - Bund will Öffnung aller Geschäfte in Corona-Krise erlauben

06.05. - Politik erlaubt Geisterspiele der Fußball-Bundesliga ab Mitte Mai

13.05. - Bundesregierung beschließt Lockerung der Grenzkontrollen

15.05. - Deutsche Wirtschaft bricht in der Corona-Krise ein

26.05. - Bund und Länder einig: Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni

 

JUNI

09.06. - Deutscher Export bricht im April um mehr als 30 Prozent ein

16.06. - Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit

17.06. - Großveranstaltungen werden mit Ausnahmen bis Ende Oktober verboten

17.06. - Schulen sollen nach Sommerferien wieder komplett öffnen können

23.06. - Zahlreiche Einschränkungen nach Corona-Ausbruch bei Tönnies

25.06. - EU-Kommission genehmigt Rettungspaket für Lufthansa

29.06. - Bundestag beschließt Mehrwertsteuer-Senkung und Familienbonus

 

JULI

03.07. - Arznei Remdesivir erhält europäische Zulassung für Covid-19

07.07. - Brasiliens Präsident Bolsonaro mit Coronavirus infiziert

22.07. - Corona-Tests bei Einreise aus Risikogebieten sollen Pflicht werden

30.07. - Deutsche Konjunktur bricht dramatisch ein

30.07. - Historischer Konjunktureinbruch in den USA wegen Corona-Krise

 

AUGUST

11.08. - Putin: Russland lässt Impfstoff gegen Coronavirus zu

14.08. - Reisewarnung des Auswärtigen Amts für fast ganz Spanien samt Mallorca

27.08. - Bund und Länder: Großveranstaltungen bis Ende des Jahres verboten

 

SEPTEMBER

29.09. - Feiern in öffentlichen Räumen auf 50 Teilnehmer beschränkt

30.09. - Neue Corona-Risikogebiete in elf europäischen Ländern

 

OKTOBER

02.10. - US-Präsident Trump und First Lady positiv auf Coronavirus getestet

07.10. - Länder: Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten

08.10. - Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigen sprunghaft auf über 4000

14.10. - Beschluss: Sperrstunde um 23 Uhr für Gastronomie in Corona-Hotspots

14.10. - Bund und Länder wollen striktere Kontaktbeschränkungen in Hotspots

14.10. - Frankreich führt Gesundheitsnotstand wieder ein

15.10. - RKI meldet Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Deutschland

21.10. - Gesundheitsminister Spahn positiv auf Corona getestet

26.10. - CDU-Spitze verschiebt Parteitag zur Vorsitzendenwahl ins nächste Jahr

28.10. - Bund und Länder: Beginn von Kontaktbeschränkungen am 2. November

28.10. - Bund und Länder wollen Gastronomiebetriebe vorübergehend schließen

 

NOVEMBER

02.11. - Teil-Lockdown startet: Öffentliches Leben wird heruntergefahren

09.11. - Biontech veröffentlicht vielversprechende Daten zu Corona-Impfstoff

16.11. - Auch US-Konzern Moderna legt positive Daten zu Corona-Impfstoff vor

16.11. - Bund und Länder appellieren: Keine privaten Feiern mehr

18.11. - Bundestag beschließt Änderungen am Infektionsschutzgesetz

25.11. - Private Zusammenkünfte werden auf fünf Personen begrenzt

25.11. - Bund und Länder lockern Kontaktbeschränkungen für Weihnachten

30.11. - Moderna will Zulassung für Corona-Impfstoff in EU beantragen

Ist man mit positivem Coronatest in jedem Fall ansteckend?

Wie sicher lässt sich eine Infektion mit dem Coronavirus nachweisen? Wie zuverlässig sind die eingesetzten PCR-Tests? Diese Fragen stehen immer wieder im Fokus der Aufmerksamkeit. Zudem stellt sich die Frage nach der Bedeutung eines positiven Testergebnisses: Ist ein positiv Getesteter zwangsläufig ansteckend? Antworten auf einige Fragen zum Thema:

Was wird mit PCR-Tests nachgewiesen?

Bei einem PCR-Test (PCR: polymerase chain reaction, deutsch: Polymerase-Kettenreaktion) wird meist aus dem Rachenraum ein Abstrich genommen, der im Labor auf Genmaterial von Sars-CoV-2 untersucht wird. Dafür wird das nur in geringen Mengen vorhandene genetische Material einer Probe zunächst in mehreren Durchgängen vervielfältigt. Anschließend kann man sehen, ob Gensequenzen des Virus vorliegen oder nicht.

Der Test stellt eine Infektion im Sinne des Infektionsschutzgesetzes fest. Demnach gilt als Infektion «die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus». Krankheitserreger sind unter anderem Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten, die bei Menschen «eine Infektion oder übertragbare Krankheit verursachen» können. Für den Nachweis einer Infektion ist es irrelevant, wie viel Virus ein Mensch in sich trägt.

Wie sieht es mit der Fehlerquote bei PCR-Tests aus?

PCR-Tests sind sehr genau, können aber in sehr seltenen Fällen auch falsche Ergebnisse liefern. Wissenschaftler unterscheiden hier zwei statistische Größen: Die Sensitivität gibt an, wie gut ein Test mit Sars-CoV-2 infizierte Menschen richtig erkennt. Die Spezifität gibt an, wie gut der Test einen Nicht-Infizierten korrekt als solchen erkennt. Es stehen eine Reihe von kommerziellen Testsystemen zur Verfügung, für die sehr hohe - und damit sehr gute - Werte für Sensitivität und Spezifität angegeben werden.

Wie oft es zu falsch positiven und falsch negativen Testergebnissen kommt - wie oft also ein Gesunder fälschlicherweise als infiziert und ein Infizierter fälschlicherweise als virusfrei eingestuft wird - lässt sich aber nicht sicher angeben. Das liegt unter anderem daran, dass dabei auch die Umstände bei der Probennahme, Transport und Lagerung sowie der Bearbeitung im Labor eine Rolle spielen.

Grundsätzlich gilt: Je wahrscheinlicher es ist, dass sich eine Person infiziert hat, desto höher ist auch die Aussagekraft eines positiven Tests - und umgekehrt. Experten nennen das Vortestwahrscheinlichkeit. «Das Ergebnis einer Labortestung ist immer eine Diagnose, nie ein rohes Testergebnis», hatte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité dazu erklärt.

Wenn die Tests korrekt durchgeführt und deren Ergebnisse fachkundig beurteilt werden, geht das RKI «von einer sehr geringen Zahl falsch positiver Befunde aus, die die Einschätzung der Lage nicht verfälscht». Konkretere Angaben macht das Institut nicht.

Sind alle Menschen mit positivem PCR-Ergebnis ansteckend?

Nein. PCR-Tests weisen nicht nach, ob ein Mensch zum Zeitpunkt des Abstriches infektiös ist oder nicht. Erbgut findet sich auch in totem Virusmaterial, das zum Beispiel nach einer vom Immunsystem erfolgreich bekämpften Infektion noch vorhanden ist. Solches Material kann sich auch noch viele Tage bis mehrere Wochen nach einer Infektion nachweisen lassen - ansteckend ist der Betroffene dann unter Umständen längst nicht mehr.

Labordaten legen nahe, dass Infizierte zwei Tage vor Symptombeginn und zu Beginn der Krankheit am ansteckendsten sind, wie es von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heißt. Je nachdem, wann der Test erfolgt, kann ein nachweislich Infizierter bereits nicht mehr ansteckend sein - aber auch später noch infektiös werden. Auch bei einem asymptomatischem Infektionsverlauf kann das Virus übertragen werden.

Was sagt der sogenannte Ct-Wert beim PCR-Test aus?

Der Ct-Wert gibt einen Hinweis auf die Virusmenge, die ein Infizierter in sich trägt. Er zeigt an, wie viele Zyklen die PCR laufen muss, bis Virus-Erbgut entdeckt wird. Ist die Virenmenge in der Probe groß, reichen dafür relativ wenige Runden. Je geringer die Viruskonzentration in der Probe ist, desto mehr Zyklen sind nötig - und desto höher ist der Ct-Wert.

Ist der Ct-Wert größer als 30, wird das als Hinweis auf eine niedrige Viruskonzentration gewertet. Nach Angaben des RKI lässt sich aus Proben mit einem Ct-Wert von mehr als 30 in Laborversuchen kein Virus mehr vermehren. In vielen Laboren, die PCR-Tests auswerten, wird die Analyse erst bei einem Ct-Wert von deutlich über 30 gestoppt - vor allem bei anlasslosem Testen können darum auch Menschen ein positives Testergebnis erhalten, die nicht mehr ansteckend sind.

Allerdings variieren Ct-Werte auch in Abhängigkeit von Abstrichqualität und Testdetails. Bislang wird der Wert bei der Übermittlung der Testergebnisse an die Gesundheitsämter in der Regel auch gar nicht aufgeführt.

Die heikle Suche nach dem Ursprung des Coronavirus

Ein Jahr nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie versucht die chinesische Propaganda, die Geschichte neu zu schreiben. Angesichts von mehr als 1,5 Millionen Toten weltweit will sich China in einem politisch aufgeheizten Klima nicht als Schuldiger anprangern lassen. «Auch wenn China als erster das Coronavirus berichtet hat, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass das Virus auch aus China stammt», gibt Außenamtssprecher Zhao Lijian die Richtung vor. China wird dabei eher als mögliches Opfer dargestellt. Von Fledermäusen und Wildtierhandel als Ursprung ist keine Rede mehr.

Vielmehr verweisen Staatsmedien auf unbestätigte Berichte über mögliche Sars-CoV-2-Infektionen in anderen Ländern schon vor der Entdeckung der ersten Fälle Anfang Dezember 2019 in der zentralchinesischen Metropole Wuhan. Auch wurden Spuren des Virus auf einer Schweinshaxe aus Deutschland und anderen importierten Tiefkühlwaren gefunden. Wobei strittig ist, ob diese Spuren für eine Ansteckung ausreichen. Trotzdem schreibt das Parteiorgan «Volkszeitung» unter Hinweis auf «alle verfügbaren Beweise», dass die Tiefkühlketten schuld sein könnten: «Covid-19 begann nicht in Wuhan.»

«Es ist wirklich schwierig, dass es so politisiert ist», sagt Fabian Leendertz vom Robert Koch-Institut (RKI). Der Epidemiologe soll mit einer Expertengruppe im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ursprüngen des Virus nachgehen. Auch ist eine Reise nach China vorgesehen. «Wann es losgeht, steht noch überhaupt nicht fest», sagt Leendertz, der Infektionskrankheiten erforscht, die gleichermaßen bei Menschen und Tieren vorkommen. Gegenwärtig tauschen sich die Experten über die Ferne erstmal mit Kollegen in China aus.

«Wir gehen davon aus, dass wir da anfangen, wo die solidesten Beweise vorliegen - und das ist immer noch dieser Markt und Wuhan selbst», sagt Leendertz. «Wir alle wissen, dass es wahrscheinlich nicht da angefangen hat.» Denn nicht alle der ersten Infektionen wurden auf den Huanan-Markt in Wuhan zurückgeführt. Doch im Bereich der Wildtierstände wurden besonders viele Spuren des Coronavirus gefunden. «Es gibt den starken Verdacht, dass die Epidemie mit dem Wildtierhandel zusammenhängt», schrieb Ende Januar Chinas Staatsagentur Xinhua. Kurz darauf verbot die Regierung das oft schmutzige Geschäft mit wilden Tieren, die in China als Delikatessen verzehrt werden.

Von dem Markt wollen sich die WHO-Experten in der Zeit zurückarbeiten. «Und dann gucken wir, wo uns die Spur hinführt. Ob es in China bleibt, oder ob es nach außerhalb Chinas führt», sagt Leendertz. «Das ist ein ganz offener Ansatz.» Er spielt die Erwartungen aber herunter. «Wir werden jetzt nicht irgendwie nach China fliegen, da unsere Superhelden-Anzüge anziehen, ein paar Fledermäuse einfangen und anfangen, den Markt abzustreichen und durch Krankenhäuser zu flitzen», sagt Leendertz. «Das ist natürlich ganz anders.» Es gehe mehr darum, mit den chinesischen Kollegen zu schauen, welche Spuren noch verfolgt werden sollten. «Das wird das Maximum sein.»

Der Forscher ist aber zuversichtlich, dass der Ursprung des Virus «irgendwann» gefunden wird. «Es wird wahrscheinlich doch der ursprüngliche Wirt, also eine Fledermaus, sein», sagt Leendertz. Dann müsse man schauen, welche Art es sei, wo diese vorkomme und ob ein anderes Tier als Zwischenwirt involviert gewesen sei. «Die nächsten Verwandten des Virus, die aber nicht der Ursprung des Virus sind, sind bei Fledermäusen gefunden worden, und zwar im südlichen China.» Wegen der milden Symptome werde es hingegen «schwierig bis unmöglich sein», die erste Infektion, also «Patient Null», zu identifizieren.

Indem US-Präsident Donald Trump vom «China-Virus» spricht, Peking «zur Rechenschaft ziehen» will und Forderungen nach Entschädigung laut werden, ist die Suche nach dem Ursprung auch eine Suche nach dem Schuldigen geworden. Doch weist Leendertz diese Denkweise zurück: «Wir Menschen infizieren uns dauernd mit Viren und Bakterien aus dem Tierreich.» Das passiere überall. «Es ist ja nicht die Schuld Chinas oder irgendeines anderen Landes, dass da ein Virus von der Fledermaus wahrscheinlich oder einem anderen Tier auf den Menschen übergetreten ist», sagt Leendertz. «Das ist schwer zu verhindern.»

Chinas Propaganda arbeitet gleichwohl mit irreführenden Tricks. Plötzlich wurde sogar der deutsche Virologe Alexander Kekulé für die These bemüht, dass «Wuhan nicht der Ausgangspunkt der Pandemie» sei, wie ihn Chinas Staatsfernsehen zitierte. Dabei hatte der Experte darauf verwiesen, dass der Ursprung in China liege und sich die in Italien gefundene Mutation des Virus weltweit verbreitet habe. Auf Twitter stellte Kekulé klar: «Die Coronavirus-Pandemie begann in China und der Ausbruch wurde anfangs möglicherweise sogar vertuscht.»

Zweifellos war die anfängliche Reaktion der Behörden in Wuhan unzureichend, was selbst chinesische Offizielle eingeräumt haben. Deswegen mussten einige Verantwortliche auch ihre Posten räumen. Warnungen von Ärzten vor einer rätselhaften neuen Atemwegserkrankung oder einer möglichen Wiederkehr des Sars-Virus von 2002/03 wurden in den späten Dezembertagen in den Wind geschlagen. Einige wurden sogar mundtot gemacht. Auch wurde noch bis 21. Januar offiziell behauptet, es gebe «keine Übertragung von Mensch zu Mensch», obwohl Ärzte schon im Dezember solche Ansteckungen erlebt hatten.

«Es lässt sich sicher sagen, dass sie schlecht mit dem Ausbruch umgegangen sind», sagt der Gesundheitsexperte Huang Yanzhong von der US-Denkfabrik Council on Foreign Relations (CFR). Beim Ausbruch eines neuartigen Virus würden aber Fehler gemacht, wenn auch einige vermeidbar gewesen wären. «Wir sollten China gegenüber fair sein», sagt Huang Yanzhong. Auch andere Länder wie die USA hätten Fehler begangen. Er verweist darauf, wie Trump und seine Regierung die Pandemie heruntergespielt hatten. «Das ist das Gleiche.»

Die These vom importierten Virus ist aus seiner Sicht «politisch motiviert». «Es dient auch dem Zweck, China von der Verantwortung für die Pandemie freizusprechen», sagt der Experte. Die Suche nach den Ursprüngen sollte eigentlich wissenschaftlich neutral ablaufen, sei aber politisch heikel. Das verheiße «nichts Gutes» für die WHO-Mission. Ohnehin steht die UN-Organisation in der Kritik, zu sehr auf der Seite Chinas zu stehen, das als wichtiges Mitglied auch viel Einfluss hat.

Die Führung in Peking habe den Ton schon vorgegeben, sagt China-Kenner Huang Yanzhong. «Ich denke nicht, dass sie zulassen werden, dass das Ergebnis der Untersuchung ihr Narrativ in Frage stellen wird.» Am Ende könnten die WHO-Experten diplomatisch auf China als bekannten Ausgangspunkt der Pandemie verweisen, aber hinzufügen, dass das Virus auch woanders hergekommen sein könnte, was weiter untersucht werden müsse. «Das würde China glücklich machen», sagt Huang Yanzhong. «Ich glaube nicht, dass wir ein wirklich schlüssiges Ergebnis haben werden, das von allen Akteuren akzeptiert werden kann.»

Coronavirus: Gelangen Erbgut-Reste in menschliches Erbgut?

Eine mögliche Erklärung für wiederholt positive PCR-Tests auch nach überstandener Corona-Infektion liefert eine Untersuchung von US-Forschern: Der Studie zufolge könnten in sehr seltenen Fällen kleine Schnipsel des Coronavirus-Erbguts in das menschliche Erbgut eingebaut werden. Dies könnte im PCR-Test eine Infektion vortäuschen - obwohl die Viren längst aus dem Körper verschwunden sind, berichten die Wissenschaftler in ihrer Vorabveröffentlichung, die noch nicht von unabhängigen Forschern geprüft wurde. Ganze Viren, die eine neuerliche Erkrankung auslösen oder andere Menschen anstecken, könnten infolge der Erbgut-Übernahme aber nicht gebildet werden, schreiben die Wissenschaftler.

Fachkollegen beurteilen die Arbeit als wissenschaftlich spannend und die dargelegten Prozesse als prinzipiell glaubhaft, sehen aber überwiegend keine biologische Bedeutung der gezeigten Abläufe. «Völlig ausgeschlossen wird jedoch sein, dass der RNA-Impfstoff in DNA umgeschrieben und integriert wird», betont etwa Joachim Denner vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Mit Blick auf den bevorstehenden Beginn der Impfungen wird diese Befürchtung gelegentlich geäußert.

Gemeinhin heißt es, dass eine Integration von Coronavirus-Erbgut in das menschliche Erbgut aus biologischen Gründen nicht möglich ist, weil die Erbinformationen in unterschiedlicher Form vorliegen: beim Virus in Form von RNA, beim Menschen in Form von DNA. Da die beiden Moleküle chemisch verschieden sind, können sie nicht ohne Weiteres miteinander verschmelzen, das Coronavirus kann also sein Erbgut nicht in das eines infizierten Menschen «einbauen». «Eine Integration von RNA in DNA ist unter anderem aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur nicht möglich», schreibt etwa das Paul-Ehrlich-Institut.

Die Arbeit der Forscher um Rudolf Jaenisch vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge zeigte nun womöglich, dass das unter extremen Umständen doch möglich ist und in sehr seltenen Fällen vielleicht auch nach einer natürlichen Infektion passiert. Zum einen fanden die Wissenschaftler in Erbgut-Daten von Zellen infizierter Menschen Bruchstücke von Virus-Erbgut in der menschlichen DNA. Zum anderen belegten sie in Zellkultur-Experimenten, dass die Zellen in seltenen Fällen Virus-Erbgut aufnehmen können, wenn bestimmte Erbgut-Abschnitte des Menschen überaktiviert werden. Das kann etwa durch eine Infektion passieren. Durch diese Aktivierung wird die RNA des Virus in DNA umgeschrieben und kann dann ins menschliche Erbgut eingebaut werden.

«Sollte in der gegenwärtigen öffentlichen Diskussion behauptet werden, dass virale RNA wie aus dem Sars-CoV-2-Virus grundsätzlich nicht in die menschliche genomische DNA überschrieben werden kann, so ist dies tatsächlich falsch. Dies zeigt die vorliegende Studie», sagt Oliver Weichenrieder vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen. Die in DNA umgewandelte und eingebaute RNA könne später wieder in RNA zurückverwandelt werden. Aber: «Solche RNA ist nicht infektiös und kann auch kein Virus mehr herstellen.» Die Ergebnisse seien keineswegs überraschend. Dass die betreffenden überaktivierten Erbgut-Abschnitte RNA umschreiben und ins Genom integrieren können, sei lange bekannt.

Weil keine neuen Viren gebildet werden, sei der Einbau des Virus-Erbguts biologisch vermutlich eine Einbahnstraße, sagte auch der Virologe David Baltimore vom California Institute of Technology gegenüber dem Magazin «Science». Es sei auch nicht klar, ob beim Menschen diejenigen Zellen, die Virus-Erbgut aufgenommen haben, lange erhalten bleiben oder absterben. «Die Arbeit wirft eine Reihe von interessanten Fragen auf.»

Aus evolutionärer Sicht sei denkbar, dass der Einbau von Virus-RNA ein Schutzmechanismus des Körpers ist, schreiben die US-Forscher selbst. Das Immunsystem könnte auf das eingebaute Fremd-Erbgut reagieren und Abwehrwaffen bereitstellen, die im Fall einer echten Virusinfektion einsatzbereit sind.

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