Fast jeder zweite Erwerbstätige nutzt KI im Job

| Technologie Technologie

Der TÜV-Verband hat die Ergebnisse einer repräsentativen Forsa-Umfrage vorgelegt, nach der aktuell 45 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland Künstliche Intelligenz (KI) für ihre Arbeit einsetzen. Laut der Erhebung unter 1.005 Personen gehen zudem 60 Prozent der Befragten davon aus, dass die Technologie in fünf Jahren eine zentrale Rolle in ihrem Beruf spielen wird. Dies entspricht einer Zunahme von 7 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Aufgabenfelder und berufliche Transformation

Die Nutzung der Technologie konzentriert sich laut Mitteilung vor allem auf die Informationssuche, die von 78 Prozent der Anwender durchgeführt wird. Weitere 46 Prozent nutzen KI zur Texterstellung, während 41 Prozent die Systeme zur Ideenfindung verwenden. Spezialisierte Aufgaben wie das Programmieren von Code (11 Prozent) oder die Analyse großer Datensätze (10 Prozent) werden seltener durch KI unterstützt.

Hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit gibt ein Drittel der Befragten an, dass die eigene Tätigkeit potenziell durch generative KI ersetzbar sei. Dabei schätzen Männer das Risiko mit 36 Prozent höher ein als Frauen mit 29 Prozent. Die Mehrheit von 65 Prozent erwartet hingegen keine vollständige Ersetzung, sondern eine Veränderung des Arbeitsalltags durch assistierende Systeme.
 

Mangel an Richtlinien und Qualifizierung

Trotz der breiten Anwendung fehlen in vielen Betrieben verbindliche Strukturen. Nur 32 Prozent der abhängig Beschäftigten geben an, dass es in ihrem Unternehmen konkrete Vorgaben für den KI-Einsatz gibt. Bei 54 Prozent existieren laut Umfrage weder Regeln noch Verbote. „Vielen fehlt es an einer verbindlichen Orientierung im Umgang mit Künstlicher Intelligenz“, sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands.

Defizite zeigen sich auch bei der beruflichen Ausbildung: Lediglich 38 Prozent der KI-Nutzer haben eine Weiterbildung in diesem Bereich absolviert. Davon greifen 30 Prozent auf kostenfreie Angebote wie Tutorials zurück, während nur 8 Prozent an kostenpflichtigen Seminaren teilnehmen. Bühler bezeichnet Deutschland in Bezug auf die KI-Weiterbildung als Entwicklungsland und fordert von den Arbeitgebern eine systematische Vorbereitung der Belegschaft.

Verlässlichkeit der KI-Ergebnisse

Das Vertrauen in die generierten Inhalte ist laut der Studie eingeschränkt. 69 Prozent der Nutzer geben an, Ergebnisse manuell überprüfen oder ergänzen zu müssen. Über die Hälfte der Befragten bemängelt fehlende Quellen oder unzureichend konkrete Resultate. Rund 31 Prozent berichten zudem von fehlerhaften oder veralteten Inhalten.

Für 88 Prozent der Anwender hängt die Qualität maßgeblich von der Präzision der Aufgabenstellung ab. Joachim Bühler betont, dass KI-Ergebnisse zwar oft plausibel wirken, aber nicht automatisch verlässlich sind. Gerade im beruflichen Kontext bleibe die kritische Prüfung der Inhalte eine wesentliche Verantwortung der Mitarbeiter.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ringhotels hat seine Jahreshauptversammlung in Höxter mit einem humanoiden Roboter eröffnet. Im Mittelpunkt standen laut Mitteilung zudem Themen wie Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und personelle Veränderungen im Beirat.

Die Bar „Harry’s Legacy“ im Sheraton Berlin Grand Hotel Esplanade ist nach Umbau wieder eröffnet. Die Wiedereröffnung steht laut Unternehmen im Zusammenhang mit einer geplanten Modernisierung des Hotels.

Air New Zealand führt ab November 2026 Schlafkabinen mit Etagenbetten in Langstreckenflugzeugen ein. Economy-Passagiere können die Plätze gegen Aufpreis buchen.

Die Umsätze im nordrhein-westfälischen Gastgewerbe liegen 2025 weiterhin unter dem Niveau von 2016. Das zeigen vorläufige Zahlen des Landesamts IT.NRW.

Wird die Rechnung etwa im Einzelhandel oder im Restaurant in den Kassensystemen der Unternehmen korrekt erfasst und verbucht? Das prüfen die Finanzämter bei unangemeldeten Kontrollen in Thüringen tausendfach.

Die Hotelmarke Fairmont Hotels & Resorts hat nach eigenen Angaben die globale Kampagne „Wellness Without Walls“ gestartet. Teil der Initiative ist eine Zusammenarbeit mit dem Fußballspieler Kylian Mbappé, der als Markenbotschafter fungiert, wie das Unternehmen mitteilt.

Google steht unter Druck: Die von Künstlicher Intelligenz betriebenen Chatbots werden zunehmend zur Konkurrenz. Brüssel will dem Wettbewerb nicht im Weg stehen - im Gegenteil.

Volle Hallen, gute Laune und bekannte Hits: Beim Opening des Bierkönigs auf Mallorca warten viele lange auf den Moment – doch auch alte Probleme bleiben sichtbar.

In der Hauptstadt sind für die nächsten Monate und Jahre mindestens 116 neue Hotels mit insgesamt mehr als 8.100 Betten geplant. Die Grünen im Senat fordern jetzt einen Entwicklungsplan für Hotels und eine stärkere Steuerung neuer Projekte

Der DEHOGA und weitere Wirtschaftsverbände kritisieren die geplante steuerfreie 1.000-Euro-Prämie. Sie sehen darin eine zusätzliche Belastung für Unternehmen in einer angespannten wirtschaftlichen Lage.