3-Sterne-Koch Norbert Niederkofler unterstützt saudisches Stadt-Projekt NEOM

| Gastronomie Gastronomie

Saudi-Arabien plant futuristische Megastädte, die sich selbst mit Energie und Lebensmitteln versorgen sollen. Das Projekt namens NEOM wurde vom Kronprinzen Mohammed bin Salman im Jahr 2017 vorgestellt und soll eine halbe Billion Dollar kosten. Die Idee ist Teil der Strategie des Landes, seine Einkünfte zu diversifizieren, da Öl nicht unendlich vorhanden ist. NEOM soll aus Planstädten, einem Technologiepark und Attraktionen bestehen und klingt wie aus einem Science-Fiction-Roman. Das Ziel ist, sich im Sinne der Nachhaltigkeit weitgehend selbst mit Energie und Lebensmitteln zu versorgen.

Um die kulinarische Identität von NEOM zu entwickeln, arbeitet das Projekt mit dem von Norbert Niederkofler und Paolo Ferretti gegründeten Projekt CARE's zusammen. Das Ziel ist, eine neue Generation von Köchen zu inspirieren, die aus frischen Zutaten aus der Region neue Gerichte kreieren.

Obwohl NEOM noch weit von seiner Fertigstellung entfernt ist, entwickelt das Projekt zusammen mit CARE's ein Manifest für Fachleute der Lebensmittelbranche. Ziel ist, saudische Talente zu fördern und eine Ausbildungsmöglichkeit anzubieten, um Innovationen im Lebensmittelbereich voranzutreiben. Das CARE's Netzwerk besteht aus 141 internationalen Köchen und Köchinnen, die sich einem ethischen und nachhaltigen Ansatz beim Kochen im Einklang mit der Natur und regionalen Gemeinschaften verschrieben haben. 

Die Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien wird diese Philosophie auf die Probe stellen: Obwohl die Vision des NEOM-Projekts utopisch erscheint, gestaltet sich dessen Umsetzung äußerst problematisch. Menschenrechtsorganisationen kritisieren stark die Zwangsumsiedlung von rund 20.000 Beduinen, die in der Region lebten, um Platz für den Bau zu schaffen. Eine kooperative Recherche der Wirtschaftswoche und LiveEO ergab, dass seit Anfang 2021 mehrere Dörfer abgerissen und die Bewohner gewaltsam umgesiedelt wurden. Im Herbst 2022 wurde berichtet, dass mehrere Bewohner zu langen Haftstrafen oder sogar zum Tode verurteilt wurden, weil sie Widerstand gegen NEOM leisteten.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Kneipe 80 expandiert mit neuen Standorten am Tegernsee und in Augsburg. Parallel führt das Unternehmen mit dem Format „Kiosk 80“ ein weiteres Konzept für kleinere Flächen ein.

Weissenhaus erweitert sein gastronomisches Angebot im Schloss um das Restaurant NAMI und die Bar 1896. Zuvor hatte das Zwei-Sterne-Restaurant Courtier nach dem Weggang seiner Leitung den Betrieb eingestellt.

Starbucks hat im zweiten Quartal 2026 Umsatz und Gewinn gesteigert. Das Unternehmen meldet höhere vergleichbare Umsätze und hebt seine Jahresprognose an.

Neue Daten des Bundes der Steuerzahler zeigen deutliche Unterschiede bei Terrassengebühren in deutschen Städten. Die Spannweite reicht von 0 bis 2.000 Euro für einen einheitlichen Musterbetrieb.

Kochroboter, kein Gastraum, alles für die Auslieferung: Wie eine Küche in Frankfurt den Gastronomie-Alltag verändern könnte – und warum menschliche Gastfreundschaft trotzdem unverzichtbar bleibt.

Im Streit um Markenrechte an einem Kebab-Gericht erwägt der amerikanische Fast-Food-Anbieter Kentucky Fried Chicken einen Rückzieher. KFC Deutschland teilte auf Anfrage mit, dass die Gespräche mit dem Bielefelder Dönerunternehmen Krispy Kebab zwar noch liefen, diese seien aber «herausfordernd».

Die Münchner Giesinger Brauerei drängt auf die Wiesn - und bekommt dafür nun Rückenwind von jemandem, der in der Sache künftig was zu sagen hat.

Die Sonne scheint, die Menschen genießen den Kaffee wieder im Freien. Die Gastronomen werden von den Städten im Land jedoch ganz unterschiedlich stark zur Kasse gebeten. Der Steuerzahlerbund meint: Weg damit!

Das Restaurant Greta Oto im Hamburger Conrad Hotel wurde mit dem Genuss-Michel 2026 in der Kategorie „Weltweit“ ausgezeichnet. Die MHP Hotel Group wertet den Preis als Bestätigung für ihre Strategie international ausgerichteter Gastronomiekonzepte.

Eine aktuelle Studie des Bayerischen Zentrums für Tourismus zeigt, dass fast die Hälfte der Deutschen aufgrund gestiegener Preise seltener essen geht, während das Preis-Leistungs-Verhältnis zum entscheidenden Faktor bei der Wahl des Restaurants geworden ist.