Die Sorgen der deutschen Sterneküche

| Gastronomie Gastronomie

Deutsche Sternerestaurants stehen finanziell oft auf wackligen Beinen. Das mussten die Mitarbeiter des La Vie in Osnabrück auf die harte Tour lernen, was Billy Wagner aus dem Nobelhart & Schmutzig in Berlin sogleich zu einem Seitenhieb veranlasste. In einer Stellenausschreibung hatte er darauf hingewiesen, dass bei ihnen nicht die Großindustrie das Sagen hätte und das Restaurant deshalb nicht so einfach schließen könne. Wagner hat inzwischen klargestellt, dass sich seine Worte nicht gegen Thomas Bühner richteten: „Dass Thomas Bühner da nichts für kann, das ist mir vollkommen klar“, unterstrich er. „Wir alle hier waren von der Nachricht vergangene Woche sehr erschrocken und konnten es nicht verstehen, wie ein Konzern so mit geschätzten Mitarbeitern umgehen kann.“, sagt Wagner der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Das La Vie ist aber kein Einzelfall in Deutschland. So mussten unter anderem auch die Stuttgarter Speisemeisterei von Frank Oehler sowie das Sternerestaurant Endtenfang im Fürstenhof Celle aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Wie nun Hannes Finkbeiner für die Schaumburger Nachrichten schreibt, seien Restaurants auf diesem Niveau sensible Geschäftsmodelle. Vor allem die Personalkosten, die Küchentechnik sowie der Wareneinsatz würden die Kosten nach oben treiben. So sei es auch zu erklären, dass hierzulande neun von zehn Drei-Sterne-Restaurants in Hotels oder Gasthäuser zu finden sind.

Mit den Gründen für die Probleme hat sich Finkbeiner natürlich auch beschäftigt: Zum einen sei die Vielfalt in Deutschland größer denn je, zum anderen habe die Spitzenküche hierzulande noch immer nicht den Stellenwert, den sie in anderen Ländern habe.
 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Bayerische Oberste Landesgericht hat die Vergabe der Festzelte Paulaner und Schottenhamel für das Oktoberfest 2026 bestätigt. Ein Wirt hatte eine europaweite Ausschreibung gefordert.

Vier Gastronomiebetriebe haben das Finale der Uber Eats Awards 2026 erreicht und treten am 26. Oktober 2026 in Berlin gegeneinander an. Eine Jury um Tim Raue entscheidet über die Vergabe von insgesamt 55.000 Euro Preisgeld.

Der Leaders Club Deutschland besteht seit 25 Jahren und zählt inzwischen mehr als 450 Mitglieder aus über 230 Unternehmen. Das Jubiläum wird am 13. November 2026 im Rahmen des Leaders Club Award in Hamburg gefeiert.

Die Althoff Hotels starten mit dem Althoff Eats Club ein kostenfreies Angebot rund um Kulinarik, Wein und Reisen. Grand Chef Joachim Wissler teilt Restaurantempfehlungen und stellt Produzenten sowie kulinarische Entdeckungen vor.

Pizza Pilgrims kündigt sein erstes deutsches Restaurant für den 2. November 2026 in München an. Ein zweiter Standort soll im Januar 2027 folgen; insgesamt strebt die Marke bis zu 50 Standorte in Deutschland an.

Bayerns Gastronomie verzeichnete im August 2026 einen realen Umsatzrückgang von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Beherbergung erzielte dagegen preisbereinigt ein Plus von 2,6 Prozent.

Die Deutsche Kreditbank (DKB) hat gemeinsam mit Sodexo den neuen Campus „Upbeat“ in der Berliner Europacity eröffnet. Sodexo übernimmt die gastronomische Versorgung sowie weitere Bewirtungsleistungen am Standort.

Das Bristol Berlin hat am Kurfürstendamm das Restaurant Flaneur eröffnet. Die Brasserie bietet französisch geprägte Küche und verfügt über 120 Plätze im Innenbereich sowie 86 Terrassenplätze.

Das Hotel der Stern in Bad Hersfeld kündigt die Schließung des L’étable zum 2. Januar 2027 an und nennt fehlende Gäste als Grund. Küchenchef, Restaurantleiter und Mitarbeiter würden im Haus bleiben und an einem neuen gastronomischen Konzept mitarbeiten.

An einer Tankstelle in München kann man sich von einem Kochroboter Käsespätzle, Kaiserschmarrn oder eine asiatische Tom-Kha-Gai-Suppe kochen lassen. In etwa fünf Minuten bereitet der autonome Koch eine warme Mahlzeit zu.