Döner bleibt trotz hoher Preise gefragt

| Gastronomie Gastronomie

Die Zeiten, in denen ein Döner für 3 Euro schon als teuer galt, sind lange vorbei. Insbesondere in den vergangenen Jahren gingen die Kebab-Preise bundesweit steil nach oben. 7, 8 oder noch mehr Euro für ein gefülltes Fladenbrot sind inzwischen Normalität. Der Nachfrage hat das aber nicht geschadet. Und insbesondere in Berlin zeichnete sich zuletzt etwas Entspannung bei den Dönerpreisen ab.

Ein Döner kostete 2025 im Schnitt 7,11 Euro

Für einen Döner mit Fleisch waren im vergangenen Jahr im bundesweiten Schnitt 7,11 Euro fällig - 47 Prozent mehr als vier Jahre zuvor, als es noch 4,85 Euro waren, hat das Marktforschungsinstitut YouGov ermittelt. Trotzdem nahm die Zahl der Bestellungen zwischen 2021 und 2025 um 15 Prozent zu. 

Laut einer im Mai 2025 durchgeführten Umfrage des Instituts isst gut jeder Dritte in Deutschland mindestens einmal im Monat Döner (35 Prozent), knapp die Hälfte seltener (48 Prozent). Bei der Befragung waren sowohl Varianten mit als auch solche ohne Fleisch inbegriffen.

Der Döner zählt neben der Currywurst zu den beliebtesten Schnellgerichten hierzulande. Doch die Kostensteigerungen bei Lebensmitteln und Energie gingen in den vergangenen Jahren auch an der Branche nicht vorbei. Die Preise sind wie für viele andere Produkte auch in den vergangenen Jahren stark gestiegen.

Punktuelle Preisrückgänge in Berlin

Doch vor allem in der Hauptstadt wurde der Döner bei manchen Imbissen zuletzt wieder etwas günstiger. «In Berlin sind derzeit punktuelle Preisrückgänge zu beobachten», sagt Erdogan Koc vom Verband der Dönerproduzenten Deutschland. Zwischen 50 Cent und einem Euro pro Döner bewegten sich die Reduzierungen.

Auffällig sei das vor allem beim Hähnchendöner, der in Berlin traditionell stark vertreten ist. «Hier haben wir in den vergangenen Monaten deutliche Preisrückgänge im Einkauf von Geflügelfleisch gesehen, was den Betrieben temporär Spielraum verschafft hat», sagt Koc. 

Von einer flächendeckenden Entwicklung könne jedoch nicht gesprochen werden. Insbesondere bei Neueröffnungen werde verstärkt über den Preis gearbeitet. Etablierte Standorte hielten den Dönerpreis hingegen eher stabil. 

Überangebot in Berlin

Neben den niedrigen Geflügelpreisen spielen laut Koc noch weitere Faktoren eine Rolle für die punktuelle Entwicklung. Zum einen mache sich die abgeschwächte Inflation bemerkbar, zum anderen gebe es vor allem in Berlin ein großes Überangebot an Döner-Imbissen. Nach wie vor würden zahlreiche neue Standorte eröffnet.«Dieses Zusammenspiel führt zu intensivem Wettbewerb», sagte Koc. Einige Anbieter versuchen, sich über den Preis zu positionieren.

Dauerhafte Preissenkung unwahrscheinlich

Eine dauerhafte Kostensenkung hält er hingegen für unwahrscheinlich. Die Kostenbasis, vor allem bei Rind- und Kalbfleisch, Personal sowie Mieten, bleibe hoch. Im Januar sind die Preise für Rindfleisch dem Statistischen Bundesamt zufolge im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast ein Viertel gestiegen.

Für die Imbisse ergäben sich dadurch aber auch Möglichkeiten. «Parallel zum Preiswettbewerb im unteren und mittleren Segment beobachten wir in Berlin einen klaren Qualitätstrend», betonte Koc. Händler setzten auf neue Produkte wie Steak-Döner oder andere hochwertigere Fleischqualitäten. «In diesem Segment werden Preise von 12 Euro oder mehr pro Döner aufgerufen – und vom Markt akzeptiert.»

Berlin zeige also beide Extreme: intensiver Preiswettbewerb im Massenmarkt sowie «Premiumisierung im oberen Segment».

Und im Rest des Landes? Bundesweit sei die Lage bei den Preisen deutlich heterogener, sagt Koc. Doch könne die Entwicklung aus Berlin auch bald dort ankommen. Die Hauptstadt agiere als wichtiger Taktgeber für Trends im Dönermarkt. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Befragung im Auftrag von Sodexo untersucht das Essverhalten von Arbeitnehmern in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen eine steigende Preissensitivität beim Mittagessen sowie deutliche Unterschiede in den verschiedenen Alters- und Einkommensgruppen.

Das Wiener Café Schwarzenberg feiert im Juni sein 165-jähriges Bestehen als ältestes Kaffeehaus an der Ringstraße. Der Traditionsbetrieb erweitert aus diesem Anlass sein kulinarisches Angebot um eine eigens kreierte Geburtstagstorte.

Die späten Anstoßzeiten vieler Spiele der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft könnten Kneipen, Bars und Biergärten in Deutschland erheblich zusetzen. Das zeigt eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die Deutsche Presse-Agentur. 

Der Meisenheimer Hof plant die Eröffnung des neuen Restaurants La Mésange im November 2026 und erweitert zugleich sein Hotelangebot um 14 Zimmer. Zudem wurden Pläne für die Heimatküche und die Winebank Nahe vorgestellt.

Ein bayerischer Gastronom will die ersten frei zugänglichen Schnellrestaurants der US-Kette Taco Bell in Deutschland eröffnen. Pachtverträge für zwei Restaurants in München sind unterschrieben, wie der Unternehmer Christian Lehmann mitteilte.

Wenn Kneipen schließen, fehlen nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Oliviero Angeli wichtige Orte für Austausch und Verständnis. Das hat auch Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Supreme Sports Hospitality GmbH übernimmt künftig die gastronomische Versorgung des Musikfestivals World Club Dome in Frankfurt am Main. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde mit der World Club Dome GmbH ein Vertrag über fünf Jahre geschlossen.

Thomas Bühner sucht Mitarbeiter für ein neues Gastronomieprojekt im Münsterland. Der ehemalige Drei-Sterne-Koch kündigt damit eine Rückkehr zu seinen westfälischen Wurzeln an und macht zugleich ein bislang unbekanntes Restaurantvorhaben öffentlich.

Wie erwartet: Das Bier auf dem Oktoberfest wird teurer. Dreieinhalb Monate vor dem Anstich hat die Stadt München die Preise bekanntgegeben. Ist der Anstieg moderat?

Die Deutsche Bahn aktualisiert ihr Angebot an Weinen in ICE- und Intercity-Zügen. Unterstützt durch das Deutsche Weininstitut wurden vier neue Produkte in die Bordgastronomie aufgenommen.