Erste Stabilisierung in österreichischer Gastronomie

| Gastronomie Gastronomie

Der aktuelle Fitness-Check Gastronomie 2026 belegt für das vergangene Jahr eine Steigerung der Umsätze in der österreichischen Gastronomie im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch bleibt die wirtschaftliche Situation laut der Analyse von OeHT, Kohl > Partner und der Prodinger Tourismusberatung angespannt. Während sich Kennzahlen wie der Wareneinsatz festigen, wirken strukturelle Belastungen durch hohe Kosten weiter auf die Betriebe ein. Die Erhebung zeigt, dass die Frequenzen, gemessen an der Anzahl der Gedecke, weiterhin deutlich unter dem Niveau vor der Covid-19-Pandemie liegen.

Umsatzentwicklung bleibt hinter Preissteigerung zurück

Nach Angaben der beteiligten Beratungsunternehmen liegt der jährliche Umsatz pro Sitzplatz bei kleineren Betrieben mit weniger als 100 Plätzen im Median bei rund 12.000 Euro. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Umsätze weniger stark gestiegen sind als die durchschnittlichen Preise. Dies deute darauf hin, dass reale Mengeneffekte schwach bleiben und die Entwicklung primär preisgetrieben ist. Matthias Matzer, Markt-Geschäftsführer der OeHT, teilt dazu mit: „Wir sehen eine gewisse Stabilisierung bei den Umsätzen, allerdings ist diese stark preisgetrieben. Die Gästezahlen liegen noch klar unter dem Vorkrisenniveau. Von einer echten Normalisierung lässt sich daher noch nicht sprechen.“

Kosten für Mitarbeiter erreichen neues Niveau

Der Aufwand für das Personal stellt laut dem Bericht weiterhin den größten Kostentreiber dar. In großen Betrieben beträgt dieser Anteil 39,39 Prozent des betrieblichen Umsatzes, während er in kleinen Betrieben auf 42,11 Prozent steigt. Damit liegen die Mitarbeiterkosten im Verhältnis zum Umsatz über dem Niveau der Zeit vor der Pandemie. Thomas Reisenzahn von der Prodinger Tourismusberatung betont dazu: „Die Mitarbeiterkosten haben sich strukturell auf einem höheren Niveau eingependelt, da der letzte Kollektivvertrag ein Zwei-Jahres-Abschluss war und erst heuer wieder eine KV-Anpassung erfolgt.“ Laut Reisenzahn kompensieren Betriebe diese Steigerungen derzeit eher über die Preisgestaltung als über Effizienzsteigerungen in der Einsatzplanung.

Operatives Ergebnis stabilisiert sich

Das operative Ergebnis, der sogenannte Gross Operating Profit (GOP), konnte im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert werden. Bei kleinen Betrieben liegt dieser Wert im Durchschnitt bei 12,49 Prozent des Umsatzes. Größere Einheiten, zu denen auch die Ski- und Berggastronomie zählt, erreichen einen Schnitt von 19,84 Prozent. Trotz dieser Zunahme bleiben die Werte laut Mitteilung deutlich unter den Vorkrisenwerten. Stefan Brida von Kohl > Partner bezeichnet die Stabilisierung als fragil, da insbesondere kleinere Betriebe kaum über Puffer für weitere Kostensteigerungen verfügen. Parallel dazu zeigen Daten der KMU-Forschung eine minimale Verbesserung der Eigenkapitalquote, wobei Betriebe mit einem Jahresumsatz von bis zu einer Million Euro häufig weiterhin negative Ergebnisse vor Steuern verzeichnen.

Nachhaltigkeitsdaten gewinnen an Bedeutung

Erstmals umfasst der Fitness-Check auch ausgewählte Kennzahlen aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Die Berücksichtigung dieser Daten soll laut den Experten nicht nur zur Senkung der Betriebskosten beitragen, sondern auch die langfristige Widerstandsfähigkeit der Gastronomiebetriebe stärken. Die Branche befindet sich laut dem Fazit der Studienautoren in einer Phase der Konsolidierung, wobei eine vollständige wirtschaftliche Entspannung aufgrund des anhaltenden Kostendrucks noch nicht eingetreten ist.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Befragung im Auftrag von Sodexo untersucht das Essverhalten von Arbeitnehmern in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen eine steigende Preissensitivität beim Mittagessen sowie deutliche Unterschiede in den verschiedenen Alters- und Einkommensgruppen.

Das Wiener Café Schwarzenberg feiert im Juni sein 165-jähriges Bestehen als ältestes Kaffeehaus an der Ringstraße. Der Traditionsbetrieb erweitert aus diesem Anlass sein kulinarisches Angebot um eine eigens kreierte Geburtstagstorte.

Die späten Anstoßzeiten vieler Spiele der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft könnten Kneipen, Bars und Biergärten in Deutschland erheblich zusetzen. Das zeigt eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die Deutsche Presse-Agentur. 

Der Meisenheimer Hof plant die Eröffnung des neuen Restaurants La Mésange im November 2026 und erweitert zugleich sein Hotelangebot um 14 Zimmer. Zudem wurden Pläne für die Heimatküche und die Winebank Nahe vorgestellt.

Ein bayerischer Gastronom will die ersten frei zugänglichen Schnellrestaurants der US-Kette Taco Bell in Deutschland eröffnen. Pachtverträge für zwei Restaurants in München sind unterschrieben, wie der Unternehmer Christian Lehmann mitteilte.

Wenn Kneipen schließen, fehlen nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Oliviero Angeli wichtige Orte für Austausch und Verständnis. Das hat auch Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Supreme Sports Hospitality GmbH übernimmt künftig die gastronomische Versorgung des Musikfestivals World Club Dome in Frankfurt am Main. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde mit der World Club Dome GmbH ein Vertrag über fünf Jahre geschlossen.

Thomas Bühner sucht Mitarbeiter für ein neues Gastronomieprojekt im Münsterland. Der ehemalige Drei-Sterne-Koch kündigt damit eine Rückkehr zu seinen westfälischen Wurzeln an und macht zugleich ein bislang unbekanntes Restaurantvorhaben öffentlich.

Wie erwartet: Das Bier auf dem Oktoberfest wird teurer. Dreieinhalb Monate vor dem Anstich hat die Stadt München die Preise bekanntgegeben. Ist der Anstieg moderat?

Die Deutsche Bahn aktualisiert ihr Angebot an Weinen in ICE- und Intercity-Zügen. Unterstützt durch das Deutsche Weininstitut wurden vier neue Produkte in die Bordgastronomie aufgenommen.