Manipulierte Restaurant-Kassen sollen Staat um hunderte Millionen Euro prellen

| Gastronomie Gastronomie

Seit letztem Sommer sitzen zwei Brüder in Untersuchungshaft, die eine spezielle Software für den Betrug mit Restaurantkassen vertrieben haben sollen. Beiden Männern wird Beihilfe zur Steuerhinterziehung und das Fälschen technischer Aufzeichnungen vorgeworfen.

Medienberichten zufolge sollen die zwei aus China stammenden Männer ihr Kassensystem „Multiway“ im ganzen Bundesgebiet vertrieben haben. Mit diesem sei es möglich gewesen, Umsätze zunächst ordnungsgemäß zu verbuchen und später wieder vollständig zu löschen. Dadurch könne das Geld gezielt der Besteuerung entzogen werden, so die Anklage. Nachgewiesen werden konnte bislang jedoch nur der Einsatz des Systems in acht Betrieben im Norden des Landes. Allein dabei soll dem Staat ein Schaden von rund sechs Millionen Euro entstanden sein. 

Der Gesamtschaden könnte allerdings weitaus höher liegen: Demnach gingen Steuerfahnder von mindestens einer halben Milliarde Euro aus, nachdem bei den Angeklagten Daten gefunden wurden, die auf einen Einsatz des Systems in mehr als 1.000 Restaurants hindeuten würden. Laut den Berichten stünden aber auch noch weitere Kassenanbieter im Fokus der Behörden. Die Ermittlungen würden aber viele Ressourcen benötigen, die an anderen Stellen nötiger seien. Daher habe nun das Land Niedersachsen übernommen, das spezielle IT-Ermittler beschäftigt. 

Aufgeflogen war das Ganze durch Besucher der Fahnder in den betroffenen Restaurants. Dort bestellten die Ermittler Speisen, fotografierten anschließend die Rechnungen und ließen sie dann auf dem Tisch liegen. Im Nachgang überprüften sie, ob die Einnahmen auch verbucht wurden. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Bayerische Oberste Landesgericht hat die Vergabe der Festzelte Paulaner und Schottenhamel für das Oktoberfest 2026 bestätigt. Ein Wirt hatte eine europaweite Ausschreibung gefordert.

Vier Gastronomiebetriebe haben das Finale der Uber Eats Awards 2026 erreicht und treten am 26. Oktober 2026 in Berlin gegeneinander an. Eine Jury um Tim Raue entscheidet über die Vergabe von insgesamt 55.000 Euro Preisgeld.

Der Leaders Club Deutschland besteht seit 25 Jahren und zählt inzwischen mehr als 450 Mitglieder aus über 230 Unternehmen. Das Jubiläum wird am 13. November 2026 im Rahmen des Leaders Club Award in Hamburg gefeiert.

Die Althoff Hotels starten mit dem Althoff Eats Club ein kostenfreies Angebot rund um Kulinarik, Wein und Reisen. Grand Chef Joachim Wissler teilt Restaurantempfehlungen und stellt Produzenten sowie kulinarische Entdeckungen vor.

Pizza Pilgrims kündigt sein erstes deutsches Restaurant für den 2. November 2026 in München an. Ein zweiter Standort soll im Januar 2027 folgen; insgesamt strebt die Marke bis zu 50 Standorte in Deutschland an.

Bayerns Gastronomie verzeichnete im August 2026 einen realen Umsatzrückgang von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Beherbergung erzielte dagegen preisbereinigt ein Plus von 2,6 Prozent.

Die Deutsche Kreditbank (DKB) hat gemeinsam mit Sodexo den neuen Campus „Upbeat“ in der Berliner Europacity eröffnet. Sodexo übernimmt die gastronomische Versorgung sowie weitere Bewirtungsleistungen am Standort.

Das Bristol Berlin hat am Kurfürstendamm das Restaurant Flaneur eröffnet. Die Brasserie bietet französisch geprägte Küche und verfügt über 120 Plätze im Innenbereich sowie 86 Terrassenplätze.

Das Hotel der Stern in Bad Hersfeld kündigt die Schließung des L’étable zum 2. Januar 2027 an und nennt fehlende Gäste als Grund. Küchenchef, Restaurantleiter und Mitarbeiter würden im Haus bleiben und an einem neuen gastronomischen Konzept mitarbeiten.

An einer Tankstelle in München kann man sich von einem Kochroboter Käsespätzle, Kaiserschmarrn oder eine asiatische Tom-Kha-Gai-Suppe kochen lassen. In etwa fünf Minuten bereitet der autonome Koch eine warme Mahlzeit zu.