NGG wirbt in Thüringen für großzügige Trinkgelder im Restaurant

| Gastronomie Gastronomie

«Stimmt so!»: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Thüringen hat an Verbraucher appelliert, beim Besuch im Restaurant oder Biergarten mit Trinkgeld nicht zu knausern. Feste Tarife für Trinkgeld gebe es zwar nicht. Trotzdem gelte die Faustregel: «10 Prozent von dem Betrag, der auf der Rechnung steht, sind üblich. 15 Prozent dürfen es aber auch sein», erklärte NGG-Geschäftsführer Jens Löbel. Denn Trinkgeld sei für Kellner und Köche wichtig, sie würden nicht wirklich üppig verdienen. 

«Klar, Pfennigfuchser gibt es auch. Die sind dann mit 5 Prozent dabei. Und oft genug geben echte Geizkragen auch gar nichts – leider», betonte Löbel. Mit Blick auf den «Welttrinkgeldtag» an diesem Donnerstag sollte man nicht in den Sparmodus schalten. «Wer Trinkgeld gibt, sollte beim Personal ruhig mal nachfragen», riet der NGG-Geschäftsführer. Auf diese Weise lasse sich erfahren, ob das Trinkgeld auch tatsächlich beim Service und in der Küche ankomme.

NGG sieht Kartenlesegeräte mit Trinkgeld auf dem Display kritisch

Kritisch sieht Löbel Kartenlesegeräte, die das Trinkgeld schon auf dem Display vorschlagen: «Es gibt die Auswahl zwischen 5, 10, 15 und manchmal sogar 20 Prozent. Davon sind viele Gäste genervt oder sogar überfordert. Sie drücken dann oft die "Kein Trinkgeld"-Taste.» Das wiederum hätten aber weder eine gute Küche noch ein guter Service verdient. 

Trinkgeld als Wertschätzung für das Personal

Wichtig ist der Gastronomie-Gewerkschaft, dass es das Trinkgeld zusätzlich zum Lohn gibt. «Als Bonus für prompten und freundlichen Service und für professionell und lecker gemachtes Essen. Trinkgeld ist Wertschätzung.» Man zeige allen Gastronomen die «Rote Karte», die das Trinkgeld mit dem Lohn verrechnen wollten oder es sogar dafür nutzten, das Minus in der Kasse auszugleichen: «Das ist absolut tabu. Denn Lohn ist Lohn. Und Tip ist Tip.» Das Geld müsse eins zu eins an die Beschäftigten weitergegeben werden. 

Laut NGG ist es eine gängige Praxis, das Trinkgeld im Team gerecht aufzuteilen. «Auch Küchenhilfen und Minijobber, die im Biergarten aushelfen, sollten nicht leer ausgehen».

Gäste in Fast-Food-Restaurants häufig im Trinkgeld-Sparmodus 

Besonders häufig würden Gäste von Fast-Food-Restaurants in den «Trinkgeld-Sparmodus» schalten: «Rund um Burger, Pizza, Pommes, Hotdog, Chickenwings, Döner, Currywurst & Co. fällt extrem wenig Trinkgeld fürs Personal ab. Dabei werden gerade die Beschäftigten dort oft alles andere als gut bezahlt», so Löbel. Klar sei aber auch: «Trinkgeld hat null Einfluss auf die Rente. Daher lieber Lohn rauf: Am Tariflohn führt schon deshalb kein Weg vorbei.» (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ein bayerischer Gastronom will die ersten frei zugänglichen Schnellrestaurants der US-Kette Taco Bell in Deutschland eröffnen. Pachtverträge für zwei Restaurants in München sind unterschrieben, wie der Unternehmer Christian Lehmann mitteilte.

Wenn Kneipen schließen, fehlen nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Oliviero Angeli wichtige Orte für Austausch und Verständnis. Das hat auch Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Supreme Sports Hospitality GmbH übernimmt künftig die gastronomische Versorgung des Musikfestivals World Club Dome in Frankfurt am Main. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde mit der World Club Dome GmbH ein Vertrag über fünf Jahre geschlossen.

Thomas Bühner sucht Mitarbeiter für ein neues Gastronomieprojekt im Münsterland. Der ehemalige Drei-Sterne-Koch kündigt damit eine Rückkehr zu seinen westfälischen Wurzeln an und macht zugleich ein bislang unbekanntes Restaurantvorhaben öffentlich.

Wie erwartet: Das Bier auf dem Oktoberfest wird teurer. Dreieinhalb Monate vor dem Anstich hat die Stadt München die Preise bekanntgegeben. Ist der Anstieg moderat?

Die Deutsche Bahn aktualisiert ihr Angebot an Weinen in ICE- und Intercity-Zügen. Unterstützt durch das Deutsche Weininstitut wurden vier neue Produkte in die Bordgastronomie aufgenommen.

Die Berliner Gastronomin Marie-Anne Wild hat zum achten Mal den MAW Ladies Lunch im Restaurant Tim Raue ausgerichtet. Im Mittelpunkt des Austausches stand die Sichtbarkeit von Frauen in verschiedenen Berufsfeldern.

Zum zehnjährigen Jubiläum feiern die HeimWerk Restaurants ihr Bestehen mit einer Aktionswoche und plant für den Sommer 2026 die Eröffnung eines weiteren Standorts in Leipzig.

Eine neue Umfrage zeigt, wie viel Gäste für Kaffee in Restaurants und Cafés ausgeben würden. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass steigende Preise das Kaufverhalten vieler Verbraucher zunehmend beeinflussen.

Nach vielen Jahren hat die bekannte «Mokka-Milch-Eisbar» wieder geöffnet und Hunderte Gäste angezogen. Warum das Kult-Lokal schon kurz darauf wieder schließt – und wann die Rückkehr geplant ist.