Oftmals weiter Party-Pause: Viele Clubs in NRW öffnen nicht sofort

| Gastronomie Gastronomie

Endlich wieder ausgelassen tanzen, flirten und feiern: In Nordrhein-Westfalen ist das ab diesem Freitag wieder möglich. In Kreisen mit einer einstelligen Inzidenz dürfen die Clubs nach monatelanger Pause auch die Innenbereiche wieder öffnen - mit Tests und Kontaktnachverfolgung. Allerdings wird die Party kaum irgendwo schon so richtig losgehen. Der Vorlauf war für die Betreiber einfach zu kurz.

«Wir freuen uns, dass es endlich diese Öffnungsperspektive für Clubs und Diskotheken gibt», sagte Thorsten Hellwig, Sprecher des Gaststättenverbandes Dehoga NRW - und bremst die Vorfreude der Feierwütigen zugleich: «Das heißt aber nicht, dass ab Freitag alle Clubs tatsächlich öffnen können.»

Erst am Mittwoch hatte die Landesregierung bekannt gegeben, dass die Clubs in Kreisen mit Inzidenz unter 10 wieder öffnen dürfen. Nach einem so langen Lockdown brauche es eine deutlich längere Vorlaufzeit: Getränke müssten bestellt, die Mitarbeiter aus der Kurzarbeit geholt werden. Auch seien durch die lange Schließung viele Mitarbeiter abgewandert. «Zudem setzt die Öffnung voraus, dass ein genehmigtes Hygienekonzept vorliegt», sagte Hellwig. «Das wird für einige ebenfalls zur zeitlichen Hürde werden.»

Auch im «Delta», einer Diskothek in Essen, bleibt die Tanzfläche an diesem Wochenende noch leer. «Nach 17 Monaten Zwangsschließung - die ja in Ordnung waren - in zwei Tagen wieder aufzumachen, das ist de facto für uns kaum möglich», sagte Geschäftsführer Roman Weiler. Die festen Mitarbeiter seien in Kurzarbeit, die Minijobber abgewandert. Viele Fragen seien noch ungeklärt, zum Beispiel wie viele Menschen im Club feiern dürften. Nichts tun kommt für Weiler allerdings nicht in Frage: «Ich hab das Hygienekonzept an die Stadt geschickt und würde gerne in einer Woche öffnen.»

Zu wenig Zeit zur Vorbereitung - das erschwert auch die Wiedereröffnung der «N8chtschicht» in Bonn. «Ab Freitag wird das nicht klappen - vielleicht zum nächsten Wochenende», sagte Geschäftsführer Daniel Jacobs. «Wir müssen Personal aus der Kurzarbeit holen, das Kühlhaus in Betrieb nehmen, die Lichttechnik checken und Waren bestellen.» Währen der langen Schließung war zeitweise ein Testzentrum im Gebäude des Clubs eingezogen.

Die Liveinitiative NRW, ein Verband der Clubs und Veranstalter im Bundesland, kritisiert die kurzfristige Entscheidung der Landesregierung. Die neue Schutzverordnung komme für die Veranstaltungsbranche «überraschend und zur Unzeit», sagte die Vorstandsvorsitzende Heike Schätze. Die Sommermonate seien für Clubpersonal typische Urlaubsmonate, zudem sei eine Öffnung je nach Personenbegrenzung nicht wirtschaftlich für die Clubs.

Anders als in Essen oder Bonn müssen sich die Feierwütigen in Düsseldorf und Köln noch gedulden - hier lag die Inzidenz am Donnerstag noch knapp über 10. Clubs dürfen ihre Innenbereiche daher erst ab dem 27. August öffnen, wenn die landesweite Inzidenz dann unter 35 liegt. Sollte die Inzidenz in den Städten vorher auf 10 oder niedriger sinken, könnten aber auch hier früher die Tanzflächen wieder öffnen.

Marcel Oelbracht, Geschäftsführer der «Nachtresidenz» in Düsseldorf, will sich darauf aber nicht verlassen. «In den letzten Wochen war es eine Achterbahnfahrt», sagte er. Sich an den Inzidenzen zu orientieren mache wenig Sinn, wenn es sich ständig wieder ändern könne. Deshalb stehe für ihn fest: «Wir machen im September auf.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Bayerische Oberste Landesgericht hat die Vergabe der Festzelte Paulaner und Schottenhamel für das Oktoberfest 2026 bestätigt. Ein Wirt hatte eine europaweite Ausschreibung gefordert.

Vier Gastronomiebetriebe haben das Finale der Uber Eats Awards 2026 erreicht und treten am 26. Oktober 2026 in Berlin gegeneinander an. Eine Jury um Tim Raue entscheidet über die Vergabe von insgesamt 55.000 Euro Preisgeld.

Der Leaders Club Deutschland besteht seit 25 Jahren und zählt inzwischen mehr als 450 Mitglieder aus über 230 Unternehmen. Das Jubiläum wird am 13. November 2026 im Rahmen des Leaders Club Award in Hamburg gefeiert.

Die Althoff Hotels starten mit dem Althoff Eats Club ein kostenfreies Angebot rund um Kulinarik, Wein und Reisen. Grand Chef Joachim Wissler teilt Restaurantempfehlungen und stellt Produzenten sowie kulinarische Entdeckungen vor.

Pizza Pilgrims kündigt sein erstes deutsches Restaurant für den 2. November 2026 in München an. Ein zweiter Standort soll im Januar 2027 folgen; insgesamt strebt die Marke bis zu 50 Standorte in Deutschland an.

Bayerns Gastronomie verzeichnete im August 2026 einen realen Umsatzrückgang von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Beherbergung erzielte dagegen preisbereinigt ein Plus von 2,6 Prozent.

Die Deutsche Kreditbank (DKB) hat gemeinsam mit Sodexo den neuen Campus „Upbeat“ in der Berliner Europacity eröffnet. Sodexo übernimmt die gastronomische Versorgung sowie weitere Bewirtungsleistungen am Standort.

Das Bristol Berlin hat am Kurfürstendamm das Restaurant Flaneur eröffnet. Die Brasserie bietet französisch geprägte Küche und verfügt über 120 Plätze im Innenbereich sowie 86 Terrassenplätze.

Das Hotel der Stern in Bad Hersfeld kündigt die Schließung des L’étable zum 2. Januar 2027 an und nennt fehlende Gäste als Grund. Küchenchef, Restaurantleiter und Mitarbeiter würden im Haus bleiben und an einem neuen gastronomischen Konzept mitarbeiten.

An einer Tankstelle in München kann man sich von einem Kochroboter Käsespätzle, Kaiserschmarrn oder eine asiatische Tom-Kha-Gai-Suppe kochen lassen. In etwa fünf Minuten bereitet der autonome Koch eine warme Mahlzeit zu.