Peter-Pane-Gründer Junge sieht soziales und ökologisches Wirtschaften als Muss

| Gastronomie Gastronomie

Seit seinen Anfängen als Unternehmer setzt Patrick Junge auch auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Gemeinschaft. So hat er mit Peter Pane eine Burgerkette aufgebaut - und im Hintergrund die Infrastruktur geschaffen, um aktiv zu einer nachhaltigen Zukunft beizutragen. Junge sagt: "Unternehmen sollten heute auch übergeordnete Ziele haben - und nicht nur Gewinne in den Fokus setzen."

Was steckt hinter dem Erfolg von Patrick Junge und Peter Pane? Wer die Presseberichte verfolgt hat, könnte auf folgende Formel kommen: Der Sohn einer Kaufmanns-Familie, dem das Unternehmertum in die Wiege gelegt wurde, tat, was erwartet wurde. Die Wahrheit liegt ein ganzes Stück neben diesem Klischee. Beim Familienunternehmen stieg er mit 35 aus, um als Franchisenehmer bei einer Burgerkette einzusteigen und schließlich noch einmal weiterzuziehen und sein eigenes Ding zu machen. Dabei hatte er zwei Antriebe: Erstens besagtes Klischee, denn nicht wenige Menschen aus seinem Umfeld waren überzeugt, dass er es aus eigener Kraft keinesfalls schaffen würde, ein prosperierendes Unternehmen aufzubauen.

Zweitens stand für Junge auch von Beginn an fest, dass sein unternehmerisches Handeln nicht nur auf kurzfristige Ziele oder auf persönliche Bereicherung ausgerichtet sein sollte. Statt in Luxus für sich selbst zu investieren, steckt er einen großen Teil der Gewinne aus Burgern, Fritten und Co. in ökologische Projekte und die Förderung von Kindern und Jugendlichen. Sein dritter großer Antrieb ist es, Menschen im Peter-Pane-Kosmos Möglichkeiten zur persönlichen und beruflichen Entwicklung zu bieten. Heute sind in der Gruppe mehr als 2.300 Menschen tätig.

Von Verantwortung freikaufen? 

Am Anfang stand das kulinarische Angebot selbst für das nachhaltige Unternehmertum, das Patrick Junge anstrebte. Er hievte ab Tag eins viele vegetarische und vegane Burger und Speisen auf die Karte - zu einer Zeit, als es noch keine plantbased Pattys bei den großen Fastfood-Ketten gab. Für Umsatz oder Image tut Junge das nicht: "Menschen, die sich fleischlos ernähren, sind keine Nerds, sondern Vorreiter. Ich bin überzeugt, dass Fleischkonsum bald ebenso wenig Renommee haben wird wie das Rauchen. In 20 Jahren wird es die Ausnahme sein."

Dogmatismus liegt ihm dabei fern; rein vegane Läden möchte er nicht betreiben: "Ich möchte niemanden ausschließen. Ich mag die Idee, auch Fleisch-Fans mit unseren veganen Angeboten zu begeistern und ihnen so den pflanzlichen Genuss schmackhaft zu machen." 

Wälder, Wiesen und Kinderprojekte

Patrick Junge hat eine klare Überzeugung: Nachhaltigkeit beginnt vor der eigenen Haustür. Auch mit dem Projekt "Peter pflanzt" setzt er dieses Prinzip seit 2012, anfänglich ohne Kommunikation nach außen, in die Tat um. In Eigenregie und auf eigenen Flächen setzt und erweitert er Mischwälder auf insgesamt 1.000 Hektar, fügt jährlich mindestens 150.000 Bäume hinzu und schuf schon 600.000 Quadratmeter Blumenwiesen. Junge lässt Wälder und Wiesen so pflegen, dass sie auch wachsen; Greenwashing durch Zertifikate lehnt er ab.

Aber er begreift sein Unternehmertum nicht nur inklusive einer ökologischen, sondern auch sozialen Verantwortung, vor allem durch die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen. Mit dem Projekt "Peter hilft" werden 2023 etwa 150.000 Euro Spenden für Projekte gesammelt, die das Wohl junger Menschen fördern, 505.000 Euro kamen so bereits zusammen. Im kommenden Jahr soll der Betrag um 250.000 Euro wachsen.

Auch hier fließt nicht einfach Geld: Eine eigene Mitarbeiterin sorgt dafür, dass die Zuwendungen an Kindergärten, Sportvereine und Co. fließen, und dafür, dass in Workshops vor allem Zeit investiert wird - von BMX-Kursen mit einem bekannten Weltrekordhalter über Tanz- und Kochkurse bis zu Schwimmunterricht bei der DLRG reichte die Palette schon. 

Auch für seine Mitarbeitenden hat das Unternehmen ein Bildungsangebot. Die eigene Fortbildungsakademie bereitet alle auf Führungsaufgaben vor, die das leisten möchten - "und was uns dabei nicht wichtig ist, ist der Lebenslauf", sagt Patrick Junge. Der Unternehmer weiß um die Tücken einer Karriere und investiert auch an dieser Stelle viel Zeit von sich selbst und anderen Referent:innen, um den Mitarbeitenden Wachstum zu ermöglichen; Peters Akademie und Chancen in seinem Unternehmen sind seine Methode, mit seinem eigenen Start ins Leben verantwortungsvoll umzugehen.

"Umwelt und Gemeinschaft spielen eine immer größere Rolle, und so hat jeder Einzelne und jedes Unternehmen eine Verantwortung. Es reicht nicht aus, nur Profit zu sehen. So hat es sich Peter zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zu leisten und investiert gerne einen erheblichen Teil des Gewinns in die gemeinsame Zukunft.", sagt Patrick Junge.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Hamburger Trattoria Cuneo ist mit der 22. Walter-Scheel-Medaille geehrt worden. Die Auszeichnung würdigt die Verdienste des Hauses um die europäische Genusskultur und hebt gleichzeitig die historische Bedeutung des deutsch-italienischen Anwerbeabkommens hervor.

Die Gastronomie in Deutschland verzeichnete im Oktober 2025 einen realen Umsatzrückgang von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zudem korrigierte das Statistische Bundesamt die Werte für den Monat September nach unten.

Das renommierte Sternerestaurant Meyers Keller in Nördlingen hat Insolvenz angemeldet. Während der Betrieb unter der Leitung von Joachim Kaiser und einem vorläufigen Insolvenzverwalter uneingeschränkt weiterläuft, wird nach einer langfristigen Lösung für den Erhalt des traditionsreichen Hauses gesucht.

Der ifo Geschäftsklimaindex sinkt im Dezember 2025 auf 87,6 Punkte und verdeutlicht die fehlende Aufbruchstimmung in der deutschen Wirtschaft. Während das Verarbeitende Gewerbe und der Handel unter rückläufigen Aufträgen und einem schwachen Weihnachtsgeschäft leiden, meldet die Gastronomie einen starken Jahresabschluss.

Im Zuge der Neupositionierung des Conservatorium Hotels als Mandarin Oriental Conservatorium, Amsterdam eröffnet Anfang 2026 das erste Ottolenghi-Restaurant in den Niederlanden.

Der Lieferando Report 2025 analysiert die aktuellen Entwicklungen im deutschen Liefermarkt. Neben einem massiven Wachstum bei koreanischen Gerichten und viralen Food-Trends etabliert sich der Dienst zunehmend als Lieferquelle für Non-Food-Artikel.

Die Jeunes Restaurateurs Deutschland ziehen Bilanz für das Jahr 2025. Neben der politischen Arbeit im Bundestag und dem Einsatz für einen reduzierten Mehrwertsteuersatz standen soziale Charity-Projekte sowie kulinarische Innovationen im Mittelpunkt.

Die Mercedes-Benz Gastronomie führt am Standort Sindelfingen einen autonomen Kochroboter ein. Das System soll ab Sommer 2026 die Kapazitäten in der Kantine erhöhen und eine durchgängige Mahlzeitenversorgung für Schichtarbeiter gewährleisten.

Tschechien hat mit der feierlichen Michelin-Gala am 11. Dezember einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Erstmals vergab der Gourmetführer landesweit Auszeichnungen und beschränkte sich damit nicht mehr nur auf die Hauptstadt Prag.

Eine aktuelle Untersuchung des Zahlungsdienstleisters SumUp zeigt die Hauptsorgen von Kleinunternehmen in der Gastronomie. Gestiegene Betriebskosten und der Fachkräftemangel führen zu reduzierten Gewinnspannen und fordern von den Betrieben schnelles Handeln.