Starbucks soll laut Financial Times Chipotle-Übernahme geprüft haben

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Starbucks hat nach einem Bericht der Financial Times in den vergangenen Monaten mit Beratern an einer möglichen Übernahme der US-Restaurantkette Chipotle Mexican Grill gearbeitet. Wie Reuters am 8. Oktober 2026 unter Berufung auf die Zeitung berichtet, stammten die Informationen von mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Nach Angaben des Handelsblatts sei nicht bekannt, welchen Stand die Überlegungen hätten und ob Starbucks bereits ein formelles Angebot unterbreitet habe.

Ein Starbucks-Sprecher erklärte gegenüber Reuters, das Unternehmen kommentiere keine Gerüchte und Spekulationen. Es konzentriere sich weiterhin auf den auf zwei Jahre angelegten Umbau unter Vorstandschef Brian Niccol. Chipotle habe auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur nicht reagiert.

Niccol führte Chipotle von 2018 bis 2024, bevor er an die Spitze von Starbucks wechselte, berichtet das Handelsblatt.

Chipotle-Aktie legt nach dem Übernahmebericht um sechs Prozent zu

Die Chipotle-Aktie stieg am 8. Oktober nach Angaben von Reuters um sechs Prozent. Der Börsenwert der Restaurantkette habe damit rund 41 Milliarden US-Dollar erreicht. Starbucks habe zwischenzeitliche Kursverluste weitgehend ausgeglichen und nahezu unverändert geschlossen. Den Börsenwert der Kaffeehauskette beziffert Reuters auf etwa 107 Milliarden US-Dollar.

ntv berichtet, der Chipotle-Aktienkurs sei seit Niccols Ausscheiden um 41 Prozent gefallen. Das Unternehmen habe unter anderem mit rückläufigen Umsätzen und höheren Beschaffungskosten zu kämpfen.

Analysten verweisen auf Finanzierungsbedarf und mögliche Vorteile beim Einkauf

Logan Reich von RBC Capital Markets erklärte gegenüber Reuters, eine Übernahme könnte bei Chipotle vor allem wegen einer Rückkehr Niccols zur Marke positiv aufgenommen werden. Zugleich verwies er auf die Skepsis von Anlegern gegenüber Restaurantunternehmen, die zusätzliche Marken zur Wachstumsförderung kauften. Die strategische Begründung für eine Übernahme durch Starbucks sei unklar.

Das Handelsblatt berichtet unter Berufung auf Bloomberg, Melius-Research-Analyst Jacob Aiken-Phillips sehe auf den ersten Blick nur wenige Synergien. Als möglichen Grund für eine Annäherung nenne er den Zugang zu Chipotles Lieferkette und die Bemühungen von Starbucks um ein besseres Essensangebot. Niccol kenne zudem die Abläufe seines früheren Arbeitgebers genau.

Lale Akoner von eToro erklärte gegenüber Reuters, eine Übernahme könnte umfangreiche Kredite oder die Ausgabe von Aktien erfordern. Brian Jacobsen von Annex Wealth Management stellte den Zeitpunkt angesichts des laufenden Starbucks-Umbaus und bislang ausstehender Margenverbesserungen infrage.

Starbucks gestaltet Filialen um und kündigt rund 250 Schließungen an

Nach Angaben des Handelsblatts habe Starbucks bis Ende Juni 2026 in Nordamerika mehr als 1.000 Filialen umgestaltet. Bis zum Ende des im September abgelaufenen Geschäftsjahres sollten es mindestens 1.500 sein. Ende September habe das Unternehmen angekündigt, rund 250 Filialen in Nordamerika zu schließen.

Reuters berichtet, Starbucks habe für Personalinvestitionen im Rahmen des Umbaus mindestens 500 Millionen US-Dollar zugesagt. Die bereinigte operative Marge habe im dritten Geschäftsquartal nach Daten von LSEG 14,4 Prozent betragen, gegenüber 16,7 Prozent zwei Jahre zuvor.

Analyst verweist auf europäische Lizenzpartnerschaften von Starbucks für Chipotle

Northcoast-Research-Analyst Jim Sanderson erklärte gegenüber Reuters, Niccol könnte bei einer Übernahme die Lizenzpartnerschaften von Starbucks in Europa nutzen, um Chipotle stärker zu expandieren.

Chipotle habe 2026 seine ersten Restaurants in Mexiko und Saudi-Arabien eröffnet. Bereits 2025 habe die Kette ein Gemeinschaftsunternehmen mit der südkoreanischen SPC Group zur Expansion in Asien angekündigt.

Für Ende 2025 nennt Reuters unter Verweis auf die Geschäftsberichte 3.938 Chipotle-Restaurants in den USA. Außerhalb der Vereinigten Staaten verfüge die Kette über rund 100 Standorte. Starbucks betreibe weltweit rund 40.000 Filialen, davon etwa 18.000 in Nordamerika.

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