Sternekoch Ronny Siewert: Bei Öffnung «von Null auf Hundert»

| Gastronomie Gastronomie

Mit viel Vorfreude, aber auch einer gehörigen Portion Respekt schaut der Heiligendammer Sternekoch Ronny Siewert auf die Saison 2021. «Wir hoffen, dass die Gastronomie zu Ostern wieder öffnen darf und dann kurz darauf die Hotellerie», sagte Siewert. «Die Saison wird knallig», fasste er seine Hoffnungen in wenigen Worten zusammen. «Wenn nach mehreren Monaten Lockdown die Tore aufgehen, geht es von Null auf Hundert. Die Leute wollen Urlaub machen. Dann ist hier oben alles voll.»

Doch die Vorfreude werde durch die hochansteckenden Virus-Varianten aus Großbritannien oder Südafrika gedämpft. «Wir werden wohl nicht die Gunst des letzten Frühjahrs haben, als wir mit Abstandsregelungen den Betrieb aufnehmen konnten und noch einen guten Sommer hatten», sagte Siewert. Seine acht Mitarbeiter im «Friedrich Franz» seien alle in Kurzarbeit, wie die meisten Beschäftigten in der Branche. Der 42-Jährige hatte 2006 erstmals einen Michelin-Stern bekommen und führt seit Jahren die Gault&Millaut-Rangliste in MV an.

Gerade habe es in der Schweiz zwei Fünf-Sterne-Hotels getroffen, für die anschließend Quarantäne angeordnet wurde. Dies zeige, dass sich das Virus in solchen Betrieben wie ein Lauffeuer ausbreiten kann, betonte Siewert. Deshalb brauche die ganze Hotel- und Gaststättenbranche klare politische Entscheidungen, die zusammen mit dem Tourismus- und dem Dehoga-Verband getroffen werden müssen. Die große Frage sei: «Machen sich die Leute vor der Öffnung die richtigen Gedanken. Erst alles auf- und dann nach und nach wieder zumachen, ist keine gute Lösung.»

Derzeit laufen die Planungen für die Öffnung des Hotels und der Restaurants in Heiligendamm auf Hochtouren. «Däumchen dreht von uns keiner.» Zum Ausprobieren neuer Rezepte gibt es aber nicht die praktische Gelegenheit: «In der Küche des "Friedrich Franz" ist gerade nicht einmal eine Zwiebel zu finden.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Taco Bell will sein erstes öffentlich zugängliches Restaurant in Deutschland in Köln eröffnen. Der Franchisepartner Feel Better Holding bestätigt den Deutschland-Auftakt in der Domstadt, während auch in Bonn und Bayern Vorbereitungen laufen.

Ein neuer Report der US-amerikanischen National Restaurant Association untersucht die Bedeutung von Getränken für Restaurantbesuche. 50 Prozent der befragten erwachsenen Gen Z und 47 Prozent der Millennials kaufen demnach mindestens einmal pro Woche ausschließlich Getränke in Restaurants.

Vergangenes Jahr wurde er mit einer Flasche im Gesicht verletzt, seitdem kämpft Kneipenwirt Simsit für mehr Sicherheit in seinem Viertel: Das Alkoholkonsumverbot, das er initiierte, zeigt Wirkung.

Pommes Freunde leitet eine weitere Phase der Expansion im österreichischen Markt ein. Nach der Eröffnung des ersten Standorts in Wien strebt das Unternehmen den Aufbau eines flächendeckenden Filialnetzes an. Pro Jahr sind etwa fünf Neueröffnungen vorgesehen.

Die Plattform Listflix hat die Verteilung von Dönerläden in deutschen Großstädten für das Jahr 2026 ausgewertet. Dabei zeigt sich eine ungleiche regionale Versorgungsdichte, wenn die Anzahl der Betriebe auf die jeweilige Einwohnerzahl bezogen wird.

Sodexo Deutschland übernimmt die gesamte Gastronomie und das Event-Catering im neuen DKB-Campus Upbeat in Berlin. Die Zusammenarbeit umfasst auf 35.000 Quadratmetern Fläche mehrere Gastronomiebereiche sowie Konferenzservices.

Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés und Eissalons in Baden-Württemberg haben im Juni 2026 real 7,2 Prozent weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr lagen ihre preisbereinigten Umsätze 5,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Biertreber als Appetizer, Futter nach Geheimrezept: Auf Gut Karlshof leben die Ochsen, die bald auf der Wiesn verspeist werden. Warum einer Sebastian heißt - und wie seine Haut zur Schürze wird.

Frans Zimmer, bekannt unter dem Künstlernamen Alle Farben, tritt beim Festival Chefs in Town 2026 in Düsseldorf mit zwei kulinarischen Formaten an. Gemeinsam mit Florian Conzen und Mike Süsser gestaltet der Musiker ein Restaurant-Takeover sowie ein Angebot am Foodtruck.

Beim Auswärts-Essen kommt am Ende die Rechnung, und viele geben netten Bedienungen dann auch etwas mehr. Das geht nicht nur bar. Verbraucherschützer kritisieren «Design-Tricks» bei digitalen Optionen.