Umfrage: Mehrheit der Deutschen für Öffnung von Restaurants im Dezember

| Gastronomie Gastronomie

Seit Anfang November sind in Deutschland die Restaurants geschlossen. Montag wird sich Angela Merkel mit den Regierungschefs der 16 Bundesländer beraten, wie es weitergehen soll. Hoffnungen auf Lockerungen der Corona-Maßnahmen dämpfte die Kanzlerin bereits vorab. Darüber brauche man nicht zu sprechen, sagte Merkel nach n-tv-Informationen und fügte hinzu: „Eventuell müssen wir sogar nachlegen.“

Eine Mehrheit der Bundesbürger spricht sich jedoch klar für eine Öffnung von Restaurants und Kultureinrichtungen aus: In einer Umfrage für die «Bild am Sonntag» gaben 78 Prozent der befragten Personen an, dass Restaurants im nächsten Monat wieder öffnen sollten. Eine Öffnung von Kultureinrichtungen begrüßten demnach 68 Prozent.

Auch der DEHOGA Bundesverband macht sich für die Öffnung stark: Wie Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der BILD am SONNTAG sagte, würden sich die auf mehr Freiräume in der Weihnachtszeit freuen. Jede weitere Einschränkung müsse gut begründet werden, dazu reiche der aktuelle Inzidenzwert allein nicht aus.

Das Meinungsforschungsinstituts Kantar, das für die Bild die Umfrage duchgeführt hat, sieht es ähnlich: Offenbar würden sich viele Menschen zutrauen, Restaurant- oder Kinobesuche verantwortungsvoll wieder aufzunehmen, wie Torsten Schneider-Haase der Bild erklärte. 

Vor Bund-Länder-Schalte kaum Erwartungen an neue Corona-Beschlüsse

Vor den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie am Montag rechnen die baden-württembergischen Parteien eher nicht mit neuen Beschlüssen. «Wir müssen da vorerst auf Sicht fahren», sagte CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart der Deutschen Presse-Agentur. Er erwarte nicht, dass bei der Runde der Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weitere Verschärfungen oder Lockerungen der Auflagen beschlossen würden. «Wir sollten noch eine weitere Woche warten, bis wir die Auswirkungen der Maßnahmen realistisch beurteilen können. Dann lässt sich besser in den Rückspiegel schauen.»

Merkel will zwei Wochen nach dem Start der für November angesetzten jüngsten bundesweiten Kontaktbeschränkungen an diesem Montag (14.00 Uhr) mit den Ministerpräsidenten der Länder eine Zwischenbilanz ziehen. Die Bundesregierung hat bereits klar gemacht, dass sie angesichts der bis zuletzt gestiegenen Zahlen keinen Anlass für Lockerungen sieht. Freizeiteinrichtungen sind geschlossen, Hotels dürfen keine Touristen beherbergen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann forderte in der «Augsburger Allgemeinen» eine grundlegende Überarbeitung der Corona-Warn-App. Die App müsse um zahlreiche Funktionen erweitert und vor allem bei der Kontaktnachverfolgung verbessert werden. Der Landesbeauftragte für Datenschutz, Stefan Brink, begrüßte Anpassungen der App zwar grundsätzlich. Die Pandemie dürfe aber nicht auf Kosten des Datenschutzes bekämpft werden. «Alles, was nach Einschränkung der Freiwilligkeit aussieht, und alles, was den Datenschutz einschränkt, ist kontraproduktiv», sagte er am Sonntag.

Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz betonte, es sei wichtig, deutschlandweit weiter an einem Strang zu ziehen. «Wir müssen alles dafür tun, die Ausbreitung des Virus in Schach zu halten», sagte er, ohne Details zu nennen. Priorität habe für die Grünen aber der Schutz der Gesundheit und das Offenhalten von Kindertagesstätten und Schulen. Für SPD-Landeschef Andreas Stoch sind die Infektionszahlen noch auf deutlich zu hohem Niveau. «Es ist sicher viel zu früh, schon am morgigen Montag abschließend zu bewerten, ob all die Regeln wirken, die seit dem 2. November gelten», sagte er.

Auch FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke erwartet ein «Weiter so» aus Berlin: «Ich gehe davon aus, dass beschlossen wird, die Maßnahmen einfach fortzuschreiben», sagt er. Diese hätten der Bevölkerung die steigenden Infektionszahlen ins Bewusstsein gerufen. «Aber klar ist, dass das Schließen von Gaststätten, Sporthallen und Kultureinrichtungen mit funktionierenden Hygienekonzepten in dieser Situation nicht weiter hilft», kritisierte er.

Derweil lobt die Kassenärztliche Vereinigung den bisherigen Weg von Land und Bund. Der Soft-Lockdown sei «ausgesprochen gut und richtig», sagte der KV-Vorstandsvorsitzende Norbert Metke. Bleibe die Zahl der Toten und Schwererkrankten allerdings auf diesem Niveau, müssten die Einschränkungen verlängert werden. Metke schlug vor, in diesem Fall für die Weihnachtsfeiertage darüber nachzudenken, die genehmigte Personenzahl insbesondere für familiäre Treffen für einen begrenzten Zeitraum zu vergrößern.

Werden die Auflagen verlängert, müssten die Folgen finanziell abgefedert werden, forderte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband. Maßnahmen zu Lasten der gastgewerblichen Betriebe über den November hinaus seien nur akzeptabel, wenn es dafür eine nachvollziehbare Begründung und eine angemessene Entschädigung oder Unterstützung für die betroffenen Betriebe gebe.

Der Handelsverband Baden-Württemberg legt bereits jetzt alarmierende Zahlen vor. Die Geschäfte in den Innenstädten seien wegen der Einschränkungen enorm gebeutelt, teilweise seien die Umsätze vor allem von Modeläden und Schuhgeschäften um weit mehr als die Hälfte zurückgegangen. «Da sind alle Reserven aufgebraucht» sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands, Sabine Hagmann. Am Mittwoch will der Verband detailliertere Zahlen vorlegen.

Die allermeisten Menschen halten sich nach Angaben von Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) an die Regeln. Insgesamt hätten Polizisten zwischen dem 2. und dem 12. November im Land mehr als 20 000 Verstöße gegen die Corona-Verordnung festgestellt.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg steigt seit einigen Wochen kontinuierlich. Der Wert für Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt schon seit Tagen deutlich höher als 130. Ziel der Bundesregierung ist es allerdings, an einen entsprechenden Wert von bundesweit 50 heranzukommen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Alexander Herrmann: Sternekoch stellt Gourmet-Automaten auf

Zwei-Sterne-Koch Alexander Herrmann geht im Lockdown neue Wege und hat vor dem Eingang seines Posthotels in Wirsberg einen Gourmet-Automaten aufgestellt. Herrmann ist von seiner Idee begeistert und spricht in einem Facebook-Video von einer „Weltneuheit“.

Gault Millau Deutschland 2021: Thomas Schanz ist Koch des Jahres

Zwei Michelin-Sterne hat er bereits. Nun kürt ihn der «Gault&Millau» zum Koch des Jahres: Thomas Schanz aus Piesport hat sich in wenigen Jahren an die absolute Spitze gekocht. Das «Restaurant Schanz» erhielt 19 von 20 möglichen Punkten.

Gault Millau Deutschland 2021 / Thomas Schanz ist Koch des Jahres / Alle Ergebnisse

Der Gault Millau Restaurant Guide 2021 empfiehlt für das kommende Jahr 1.000 Restaurants quer durch die Republik – darunter die 500 besten Restaurants Deutschlands und 500 weitere ausgezeichnete Adressen. Koch des Jahres wurde Thomas Schanz aus Piesport an der Mosel.

JRE fordert Gastro-Gipfel für Deutschland

Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder haben beschlossen, dass der Lockdown über den November hinaus andauern wird. Alexander Huber, Präsident der Jeunes Restaurateurs (JRE), nimmt nun dazu Stellung.

Guide Michelin Italien 2021 veröffentlicht

Der Guide Michelin hat seinen Restaurantführer für Italien für das Jahr 2021 veröffentlicht. Keine Veränderung gibt es bei den elf Drei-Sterne-Restaurants. Mit dem „D'O“ in Cornaredo, dem Santa Elisabetta in Florenz und dem Harry's Piccolo in Trieste kommen drei Zwei-Sterne-Restaurants hinzu.

Gastwirtin Marie-Anne Raue rechnet mit Restaurantöffnungen nicht vor Februar oder März

Wie führt man ein Restaurant in Zeiten einer Pandemie? Marie-Anne Raue vom Restaurant Tim Raue in Berlin spricht über deutschlandweiten Lieferservice, missglückte Blumenkohlpizza, Grillen zu Weihnachten und darüber, wann sie befürchtet, dass Restaurants erst wieder öffnen dürfen.

Restaurants und Bars dürfen in Liechtenstein mit strikten Auflagen wieder öffnen

Die Covid-19-Fallzahlen in Liechtenstein sind nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Das exponentielle Wachstum konnte aufgrund der strikten Maßnahmen aber verlassen werden. Die Regierung lässt die Schließung von Restaurants und Barbetrieben daher wie vorgesehen auslaufen.

DEHOGA: "Kein Weihnachtsgeschäft ist eine Katastrophe"

Der DEHOGA sieht eine Verlängerung des Teil-Lockdowns mit Sorgen. «Es ist eine Katastrophe, dass dieses Jahr kein Weihnachtsgeschäft stattfinden kann. Das ist schon bitter für die Branche», erklärte Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges.

Einigung auf Verlängerung des Kurzarbeitergelds in der Systemgastronomie

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und der Bundesverband der Systemgastronomie haben sich in den vergangenen Krisenmonaten regelmäßig ausgetauscht. Nun wurde vereinbart, das Instrument der Kurzarbeit über den 31. März 2021 hinaus bis Ende 2021 zu verlängern.

Finnischer Lieferservice Wolt und Burger King starten Partnerschaft in Berlin

Der finnische Essenslieferservice Wolt und Burger King kooperieren nun in Deutschlands Hauptstadt. Zum Start wird der Service zunächst in den Bezirken Pankow und Friedrichshain angeboten. Eine Ausweitung in weitere Bezirke und Städte ist bereits geplant.