US-Essenslieferant DoorDash übernimmt Wolt für sieben Milliarden Euro

| Gastronomie Gastronomie

Im boomenden Geschäft mit Essenslieferungen in Europa will nun auch der US-Branchenriese DoorDash mitmischen. Die Firma aus San Francisco übernimmt dafür den finnischen Anbieter Wolt, der unter anderem auch in Berlin aktiv ist. DoorDash baut damit sein Gebiet auf einen Schlag um mehr als 20 Länder aus. In Europa ist bisher der niederländische Konzern Just Eat Takeaway (Lieferando) besonders stark.

DoorDash lässt sich die Wolt-Übernahme insgesamt sieben Milliarden Euro kosten, der Kaufpreis soll komplett in Aktien bezahlt werden. Der bisherige Wolt-Chef Miki Kuusi werde für DoorDash das internationale Geschäft leiten, wie die Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch mitteilten. Der Deal soll im ersten Halbjahr 2022 über die Bühne gehen.

DoorDash war bisher vor allem im Heimatmarkt USA sowie in Kanada und Australien aktiv. Über Pläne für einen Markteintritt in Europa wurde schon seit Monaten spekuliert. Auch mit dem Wolt-Kauf kommen wichtige europäische Märkte wie Großbritannien, Frankreich, Spanien oder Italien noch nicht auf die DoorDash-Karte.

In den USA gilt DoorDash als Marktführer vor Konkurrenten wie Uber Eats oder der von Just Eat Takeaway übernommenen Firma Grubhub. Im vergangenen Quartal steigerte das Unternehmen den Umsatz im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 1,275 Milliarden Dollar, während der Verlust von 43 auf 101 Millionen Dollar anstieg. Die Aktie von DoorDash legte im nachbörslichen US-Handel nach Bekanntgabe des Deals und der Quartalszahlen um gut 19 Prozent zu.

Das Geschäft mit der Lieferung von fertigem Essen und Lebensmitteln hat in der Corona-Pandemie einen kräftigen Schub bekommen. Entsprechend drängen auch mehr Anbieter in den lukrativen Markt - und es kommt verstärkt zu Übernahmen. Just Eat Takeaway blätterte für Grubhub im vergangenen Jahr gut sieben Milliarden Dollar hin, Uber kaufte den Zustelldienst Postmates für mehr als 2,5 Milliarden Dollar. DoorDash hatte sich laut Medienberichten im September bereits an einer Finanzierungsrunde des Berliner Lebensmittel-Lieferanten Flink beteiligt. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

In eine Gaststätte selbst Wein mitzubringen ist in Thüringen eine Seltenheit – verbreiteter sind andere Formen des «Korkengeldes». Was das heißt, was Gäste beachten sollten und was Wirte davon haben.

Das Kölner Zwei-Sterne-Restaurant Ox&Klee und die Hugo-Boss-Tochter Eightyards gehen eine langfristige Kooperation ein. Das Küchenteam wird künftig mit Arbeitskleidung ausgestattet, die aus ressourcenschonenden Stoffüberhängen gefertigt ist.

Am 23. Juni 2026 trifft sich die deutsche Küchenelite in Frankfurt am Main. Im Gesellschaftshaus Palmengarten werden die neuen Michelin-Sterne sowie Sonderpreise für herausragende Leistungen im Service und Nachwuchsbereich vergeben.

McDonald’s setzt weltweit erfolgreich auf Erschwinglichkeit: Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz um zehn Prozent. Während in den USA günstige Menü-Bundles die Wende brachten, gehörte Deutschland zu den wichtigsten Wachstumstreibern im internationalen Geschäft.

Die chinesische Café-Kette Cotti Coffee expandiert nach Deutschland und eröffnet erste Filialen in deutschen Großstädten. Mit einer Strategie aus extremer Preispolitik und vollständig digitalisierten Bestellprozessen fordert das Unternehmen etablierte Marktteilnehmer heraus.

Die Jeunes Restaurateurs Deutschland laden am 1. März zur dritten Charity Küchenparty in die Bonner La Redoute ein. Spitzenköche und Partner sammeln durch das kulinarische Event Erlöse für Bildungsprojekte zur Förderung des Ernährungsbewusstseins bei Kindern.

Die Finalisten für den Deutschen Gastro-Gründerpreis 2026 wurden in Hamburg nominiert. Fünf innovative Konzepte aus Deutschland treten im März auf der Internorga gegeneinander an, um die Auszeichnung und Förderpakete zu gewinnen.

Der Guide Michelin hat die neuen Sterne-Auszeichnungen für Großbritannien und Irland bekanntgegeben. Während die Spitze der Drei-Sterne-Gastronomie stabil bleibt, verzeichnete die Auswahl signifikante Zuwächse bei den Zwei- und Ein-Sterne-Häusern.

Wer den Valentinstag im Restaurant oder Café verbringt, muss tiefer in die Tasche greifen: Die Preise in der Gastronomie stiegen 2025 um 3,6 Prozent und liegen damit weiterhin deutlich über der allgemeinen Inflationsrate. Erhebliche Preissteigerungen zeigen sich im Fünf-Jahres-Vergleich.

Bei den ahgz Sterne Awards 2026 teilen sich das Münchner Restaurant Jan und die Schwarzwaldstube aus Baiersbronn den ersten Platz. Das Ranking basiert auf einer kombinierten Auswertung führender Restaurantführer und einer Branchenbefragung unter 200 Spitzenköchen.