Warum Burger King in Australien Hungry Jack’s heißt

| Gastronomie Gastronomie

Wer in Australien einen Burger bei Burger King bestellen will, muss nach einem anderen Namen suchen. Die weltweit bekannte Fast-Food-Kette tritt dort als Hungry Jack’s auf. Der Grund liegt in einem Markenproblem aus den frühen 1970er-Jahren. Später entwickelte sich daraus ein jahrelanger Streit zwischen Burger King und seinem australischen Franchisenehmer.

Als Burger King Anfang der 1970er-Jahre nach Australien expandieren wollte, konnte der Konzern seinen eigenen Namen dort zunächst nicht verwenden. Der Name Burger King war in Australien bereits markenrechtlich belegt. Burger King und der australische Unternehmer Jack Cowin suchten deshalb nach einer Alternative für den geplanten Franchisebetrieb. Eine Eingabe des australischen Wettbewerbs- und Verbraucherschutzamts ACCC aus dem Jahr 2003 beschreibt ausdrücklich einen damaligen Rechtsstreit um die Eigentumsrechte an der Marke Burger King.

Burger King stellte Cowin eine Auswahl bereits bestehender Marken aus dem eigenen Portfolio beziehungsweise dem damaligen Mutterkonzern Pillsbury zur Verfügung. Cowin entschied sich für „Hungry Jack“, den Namen einer Pancake-Mischung von Pillsbury. Daraus wurde durch das angehängte Apostroph und „s“ der Name Hungry Jack’s.

Am 18. April 1971 eröffnete in Innaloo, einem Vorort von Perth, das erste Hungry-Jack’s-Restaurant. Damit kam das Burger-King-Franchisesystem nach Australien – allerdings von Anfang an unter einem anderen Namen. Hungry Jack’s selbst nennt Jack Cowin als Gründer und verweist auf das erste Restaurant in Innaloo im Jahr 1971.

Aus der Notlösung wird eine eigenständige australische Marke

Der ungewöhnliche Name blieb nicht nur eine Übergangslösung. Hungry Jack’s baute sein Geschäft in Australien über Jahrzehnte aus und blieb dabei Teil des Burger-King-Franchisesystems. In einer Gerichtsentscheidung von 2001 wird Hungry Jack’s als größter australischer Franchisenehmer von Burger King beschrieben. Die Restaurants trugen dabei den Namen Hungry Jack’s, was auf die ursprünglichen Franchisevereinbarungen zurückging.

Das Verhältnis zwischen den beiden Unternehmen blieb allerdings nicht dauerhaft harmonisch. In den 1980er- und 1990er-Jahren wurden mehrere Vereinbarungen über die Entwicklung des Burger-King-Geschäfts in Australien geschlossen. Anfang der 1990er-Jahre verschärfte sich der Konflikt.

Burger King versuchte schließlich, stärker selbst auf dem australischen Markt aufzutreten. Gleichzeitig gab es Streit über die vertraglichen Verpflichtungen von Hungry Jack’s zur Eröffnung neuer Restaurants. Burger King kündigte daraufhin eine Vereinbarung mit seinem australischen Franchisenehmer. Hungry Jack’s zog vor Gericht.

Burger King verliert den Rechtsstreit

Der Fall landete beim Supreme Court of New South Wales und anschließend beim Court of Appeal. Das Berufungsgericht entschied am 21. Juni 2001, dass Burger King die Vereinbarung nicht auf diese Weise beenden durfte. Nach Auffassung des Gerichts hatte Burger King unter anderem gegen eine stillschweigende Verpflichtung zu Treu und Glauben verstoßen. Die Entscheidung bestätigte damit wesentliche Teile des Urteils zugunsten von Hungry Jack’s.

In der ersten Instanz waren Hungry Jack’s dabei mehr als 70,8 Millionen australische Dollar Schadenersatz zugesprochen worden. Die Berufungsentscheidung befasste sich unter anderem mit der Höhe und Berechnung dieses Anspruchs.

Der Rechtsstreit hatte auch Folgen für die Markenlandschaft. Burger King hatte zwischenzeitlich eigene Restaurants unter seinem ursprünglichen Namen in Australien betrieben. Nach dem Verkauf der von Burger King Australia betriebenen Restaurants im Jahr 2002 wurden diese Standorte schließlich ebenfalls auf Hungry Jack’s umgestellt. Eine damalige Eingabe von Hungry Jack’s an die ACCC beschreibt die anschließende Umbenennung der Burger-King-Restaurants.

Damit setzte sich Hungry Jack’s als Bezeichnung für das Burger-King-System in Australien durch. Australien ist bis heute der Sonderfall, in dem die Burger-King-Restaurants nicht unter dem weltweit bekannten Namen auftreten. Hungry Jack’s bezeichnet das Unternehmen selbst als australischen Betreiber mit mehr als 480 Restaurants und mehr als 50 Jahren Geschichte.

Für Kunden ist der Unterschied deshalb vor allem auf dem Schild zu sehen: Hinter Hungry Jack’s steht in Australien das Burger-King-Franchisesystem, einschließlich bekannter Produkte wie dem Whopper. Der Name Hungry Jack’s entstand ursprünglich aus einem Markenproblem – und wurde später zu einer dauerhaft etablierten australischen Marke.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ein überfülltes Festgelände, Panik - und ganz viel Glück. Die Wiesn ist im vergangenen Jahr womöglich knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Das soll nicht noch mal passieren.

Das „Weihenstephaner am Platzl“ in München ist eröffnet. Pächter und Betreiber des neuen Wirtshauses in den früher von Alfons Schuhbeck genutzten Räumen ist die Wirtsfamilie Zinner.

McDonald's Deutschland und MBRC the ocean haben eine strategische Kooperation gegen wilden Müll besiegelt, die durch datengestützte Sammelaktionen und mobile Einsatzfahrzeuge lokal für saubere Umfelder sorgen soll.

Burgermeister stellt die Geschäftsführung neu auf: Gründer Cebrail Karabelli übernimmt allein, CEO Robert Fügert scheidet aufgrund strategischer Änderungen der Expansionspläne aus. Noch im August hatte das Unternehmen konkrete Pläne für die internationale Expansion kommuniziert.

Ist das klassische Fine Dining am Ende – oder verändert es nur seine Form? Die Schließung von Bruno Verjus’ Pariser Zwei-Sterne-Restaurant hat eine Debatte über Preise, Zugänglichkeit und die Zukunft der Spitzenküche neu entfacht.

Yotam Ottolenghi ist einer der bekanntesten Köche der Welt. In Deutschland wächst die Fangemeinde stetig. Jetzt erschien sein neues Kochbuch - mit einer Grundidee, die nicht nur in der Küche hilft.

In wenigen Tagen stürmen die Massen wieder die Bierzelte auf der Wiesn. Sollen die künftig europaweit vergeben werden? Darum kämpft ein Wirt mit einer ganzen Garde von Anwälten.

Kommendes Wochenende bricht der Ausnahmezustand über München herein. Das 191. Oktoberfest beginnt. Was Besucher wissen sollten über die Zelte, das Bier und die No-Gos.

Vor mehr als 200 Jahren rief König Wilhelm I. von Württemberg nach Missernten und Hunger das Cannstatter Volksfest ins Leben. Schon damals strömten die Menschen zum Wasen - und das wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern.

Sechs Münchner Brauereien bieten auf dem Oktoberfest ihr eigenes Festbier an – jedes nach geheimem Spezialrezept gebraut und mit individuellem Geschmack. Und: Das Wiesnbier hat es in sich.