Accor reagiert auf Bericht zu Menschenrechtsfragen

| Hotellerie Hotellerie

Der Hotelkonzern Accor hat Vorwürfe im Zusammenhang mit Menschenhandel und sexueller Ausbeutung von Kindern zurückgewiesen. Anlass ist ein Bericht, der die Menschenrechtspraxis in Hotels unter Accor-Marken infrage stellt. Wie Accor am 19. März in Paris mitteilte, bestreitet der Konzern eine Beteiligung an entsprechenden Vorgängen.

Interne und externe Prüfung eingeleitet

Nach Angaben des Unternehmens wurde im Anschluss an die Veröffentlichung des Berichts eine interne Untersuchung eingeleitet. Zusätzlich sei eine externe Firma beauftragt worden, die im Bericht genannten Sachverhalte zu überprüfen. Die Ergebnisse dieser Prüfungen sollen veröffentlicht werden.

Sollten sich einzelne Vorwürfe bestätigen, werde das Unternehmen „alle angemessenen Maßnahmen ergreifen“ und behalte sich rechtliche Schritte gegen beteiligte Parteien vor, heißt es laut Mitteilung weiter.

Hinweise auf bestehende Richtlinien und Kontrollen

Accor erklärt, seit mehr als zwanzig Jahren Maßnahmen gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung von Kindern umzusetzen. Nach Angaben des Unternehmens existieren entsprechende Richtlinien und Verfahren sowie regelmäßige Kontrollen. Die letzte interne Prüfung sei im Jahr 2025 abgeschlossen worden.

Zudem würden Mitarbeiter und Partner innerhalb der Marken des Konzerns geschult, um Anzeichen von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung zu erkennen und dagegen vorzugehen.

Stellungnahme zu Kontakten zu Jeffrey Epstein

Zu im Bericht angesprochenen möglichen Kontakten zu Jeffrey Epstein erklärte Accor laut Mitteilung, Konzernchef Sébastien Bazin habe Epstein „einmal vor über zwanzig Jahren“ im beruflichen Kontext getroffen. Das Treffen habe im Rahmen einer Zusammenkunft mehrerer Investoren stattgefunden.

Weitere im Bericht genannte Punkte stellten nach Angaben des Unternehmens keinen Zusammenhang zwischen Epstein und Accor her. Diese bezögen sich auf öffentlich zugängliche Informationen, die das Unternehmen nicht beträfen und zu denen keine Kenntnisse vorlägen.

Bericht eines Leerverkäufers belastet Aktienkurs

Die Accor-Aktie verlor im Tagesverlauf zeitweise bis zu zehn Prozent an Wert. Der Rückgang folgte auf die Veröffentlichung eines Berichts von Grizzly Research, das zugleich eine Leerverkaufsposition in der Aktie bekanntgab. Das Unternehmen tritt als Investor auf, der gezielt auf sinkende Aktienkurse spekuliert und gleichzeitig kritische Analysen veröffentlicht.

Grizzly Research erklärte, man habe Testbuchungen in Hotels unter Accor-Marken vorgenommen, die auf mögliche Fälle von Menschenhandel hinweisen könnte. Ein Teil der kontaktierten Hotels habe diese Anfragen akzeptiert. Die Vorwürfe können aktuell nicht unabhängig überprüft werden konnten. Die Aktie notierte im weiteren Handelsverlauf weiterhin im Minus, konnte sich jedoch teilweise stabilisieren.


 

 

 

 

 

 

 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Studie von Christie & Co sieht die Münchner Luxushotellerie weiterhin auf Wachstumskurs. Besonders hohe Auslastungen und Zimmerpreise wurden im Herbst 2025 registriert.

Waren die Urlaubsziele in Schleswig-Holstein in den ersten Monaten des Jahres besser besucht als 2025? Ein genauerer Blick zeigt große Unterschiede zwischen größeren Hotels und kleineren Häusern.

Das Hamburger Hotel Louis C. Jacob feiert am 5. Juli seinen 235. Geburtstag mit einem öffentlichen Jubiläumsfest. Besucher erwarten Hausführungen, kulturelle Darbietungen und eine Versteigerung zugunsten des Liedstadtfestivals.

Die Hyatt Hotels Corporation hat auf ihrem Investorentag neue Finanzziele für den Zeitraum bis 2028 präsentiert und eine Aufstockung ihres Aktienrückkaufprogramms bekannt gegeben.

Die Hotelbuchungen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten liegen bisher unter den Erwartungen. Gründe hierfür sind komplexe Einreiseformalitäten, hohe Reisekosten sowie Verzerrungen durch die Kontingentverwaltung der FIFA.

Das Jufa Hotel in der Hamburger HafenCity verzeichnet einen Meilenstein von einer Million Übernachtungen. Parallel dazu steigt die Zahl der Gäste aus Norddeutschland in der Steiermark an.

Anzeige

In Folge 5 unseres Podcast „AUSGEBUCHT!“ interviewt Gastgeber und HotelPartner-CEO Oliver Meyer Myriam Schlatter, CEO der Laudinella Group, zur beeindruckenden Entstehung ihrer Hotelgruppe. Sie erzählt.

Mercurius Real Estate plant im Frankfurter Gallus-Viertel den Bau von 577 Serviced Apartments. Das Projekt „Green Cam“ ersetzt eine ursprünglich vorgesehene Büronutzung und soll zusätzlich Gewerbe-, Gastronomie- und Freizeitflächen umfassen.

Die Mitgliedshäuser von Relais & Châteaux haben ihren gemeinsamen Umsatz im Jahr 2025 nach Angaben der Vereinigung um sieben Prozent auf 3,308 Milliarden Euro gesteigert. Grundlage der Auswertung seien die Angaben von 94 Prozent der Mitgliedshäuser, teilte die Kooperation mit.

Das Wein- und Spa-Resort Terra Saar soll im September 2026 in Saarburg eröffnen. Geplant sind 80 Zimmer, 20 Winzerhäuser, ein großer Spa-Bereich sowie gastronomische Angebote mit Fokus auf die Weinregion Saar. Mit Bildergalerie.