Airbnb: Unregulierter Markt schadet Hotels

| Hotellerie Hotellerie

Der Erfolg von Airbnb wirkt sich negativ auf die Besucherzahlen und Umsätze der Hotellerie aus und drückt dadurch auch deren Preise. Zu dem Ergebnis kommt eine Auswertung der Florida State University. Für die Studie haben die Wissenschaftler die Auswirkungen von Airbnb auf die Hotellerie in zehn US-Städten von 2008 bis 2017 untersucht.

Hohe Verluste für Hotels

Für die Studie haben die Wissenschaftler die Auswirkungen von Airbnb auf die Hotellerie in zehn US-Städten von 2008 bis 2017 untersucht. In dieser Zeit hat sich das Angebot an mietbaren Immobilien auf dem Online-Marktplatz jedes Jahr mehr als verdoppelt. Weltweit sind heute über sechs Millionen Immobilien in 81.000 Städten auf Airbnb gelistet. In den untersuchten Städten führte eine einprozentige Erhöhung des Angebots zu einer Reduzierung der Umsätze in der Hotellerie zwischen 0,02 Prozent und 0,04 Prozent. Laut Dogru bedeutet das allein in New York City im Jahr 2016 einen Verlust von bis zu 365 Millionen Dollar (etwa 325 Millionen Euro). Die Verluste betreffen sowohl günstige Hotels als auch Luxushotels. Das liege vor allem daran, dass Airbnb kürzlich einen Vorstoß in den Luxussektor gewagt hat.

Dogru zufolge ist der Hauptgrund für den Siegeszug des von Community-Marktplatzes die vergleichsweise geringe Regulierung. „Airbnb übernimmt keine Verantwortung für die Sicherheit der Gäste, ist in einigen Zuständigkeitsbereichen nicht besteuert und ist flexibel bei der Schaffung von mehr Angebot“, so Dogru. Dagegen könne es Jahre dauern, ein neues Hotel zu bauen. Ein weiterer Grund für den Erfolg sei die authentische Erfahrung, die Airbnb bietet. Man könne mehr mit der lokalen Bevölkerung und Kultur interagieren als bei einem Hotelaufenthalt.


Dilemma für Gesetzgeber

Mehr Umsätze für Airbnb bedeutet auch weniger Geld für Städte und Kommunalverwaltungen. Dogru sieht ein Dilemma für den Gesetzgeber, denn es sei nicht möglich, das Unternehmen exzessiv zu regulieren, ohne dabei der Innovation zu schaden, die den Kunden zugute kommt. Airbnb habe nämlich auch indirekte Vorteile für Restaurants und Unterhaltungsbetriebe. „Wir brauchen Airbnb, wenn es übermäßige Nachfrage nach Zimmern gibt, aber es muss Regulierungen geben“, unterstreicht Dogru abschließend.

pte20190424001

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Dorint Hotelgruppe hat in Düsseldorf das neue Essential by Dorint Düsseldorf Deiker Höfe eröffnet. Das Haus mit 137 Zimmern setzt gestalterisch auf die Modegeschichte des Standorts und ergänzt das Portfolio der Gruppe in der Landeshauptstadt.

Die Gründer des Miniatur Wunderlands planen laut einem Medienbericht ein Hotel auf der Lübecker Wallhalbinsel. Baubeginn und Eröffnungstermin stehen bereits im Raum. Auch der Hotelunternehmer Kai Hollmann soll an dem Projekt beteiligt sein.

Der Gemeinderat von Meersburg hat dem Verkauf des Hämmerle-Areals zugestimmt. Auf dem Gelände, direkt am Ufer des Bodensees, mit Blick auf die Schweizer Alpen, soll ein Hotel mit rund 100 Zimmern sowie zusätzliche Wohnbebauung mit etwa 30 Einheiten entstehen.

Die Österreichische Hotelvereinigung widerspricht Berichten über einen Bettenmangel zum Eurovision Song Contest in Wien. Mit 85.000 Betten bietet die Stadt laut Verband genügend Raum für die erwarteten Gäste sowie reguläre Reisende.

Das Hotel am Park in Rust plant eine deutliche Kapazitätserweiterung durch einen Neubau direkt gegenüber dem Europa-Park. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben für das Projekt nun einstimmig zu.

Alltours erweitert seine Eigenmarke zur Sommersaison 2026 um zwei neue Vier-Sterne-Resorts in Bulgarien und Tunesien. Die neuen Standorte setzen schwerpunktmäßig auf All-inclusive-Angebote sowie Sport- und Wellnessbereiche für Familien und Paare.

B&B Hotels führt ein standardisiertes Zertifizierungsprogramm für Führungskräfte ein, um die Servicequalität zu vereinheitlichen. Nach einer erfolgreichen Pilotphase startet der reguläre Schulungsbetrieb im Juli.

Das Landromantik Hotel Oswald feiert sein 75-jähriges Bestehen und blickt auf die Transformation vom Gasthof zum Wellnesshotel zurück. Besonders die kulinarische Entwicklung unter Küchenchef Thomas Gerber prägt das heutige Profil des Familienbetriebs.

Die Lindner Hotel Group nutzt den Deutschen Diversity-Tag, um die Bedeutung internationaler Teams und einer offenen Unternehmenskultur für die Gastfreundschaft hervorzuheben.

Die Motel One Group hat in Frankfurt am Main zeitgleich zwei neue Häuser der Marken Motel One und The Cloud One eröffnet. Vor rund 300 Gästen präsentierte das Unternehmen die unterschiedlichen Konzepte.