Der Krankenstand im Hotelgewerbe hat im Jahr 2025 ein Niveau erreicht, das um rund 26 Prozent über dem Wert von vor zehn Jahren liegt. Das teilte das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Rheinland/Hamburg für das Gebiet zwischen Rhein und Ruhr mit. Demnach habe der Krankenstand im Jahr 2025 bei 5,9 Prozent gelegen, während er vor zehn Jahren 4,6 Prozent betragen habe.
In Nordrhein-Westfalen insgesamt beziffert sich der Krankenstand im Jahr 2025 auf 5,7 Prozent, während deutschlandweit ein Wert von 5,2 Prozent ausgewiesen werde. Ein Krankenstand dieser Dimension bedeute, dass täglich zwischen fünf und sechs von 100 Beschäftigten in der Hotellerie krankgeschrieben seien, wobei kürzere Ausfallzeiten ohne Krankschreibung in den Statistiken der Gesundheitskasse nicht erfasst würden. In die Untersuchungen seien unter anderem die Arbeitsfelder Gastronomie- und Hotelservice, Reinigung sowie Küche eingeflossen.
Leichte Entspannung im Vorjahresvergleich
Im Vergleich zum Vorjahr zeige sich jedoch eine positive Tendenz, da der Krankenstand beim Hotelpersonal an Rhein und Ruhr im Jahr 2024 noch bei 6,1 Prozent gelegen habe. Ähnlich verhalte es sich in Nordrhein-Westfalen insgesamt, wo der Wert von 5,9 Prozent im Jahr 2024 auf 5,7 Prozent im Jahr 2025 gesunken sei, während deutschlandweit ein Rückgang von 5,3 Prozent auf 5,2 Prozent verzeichnet worden sei. Als möglicher Einflussfaktor für die gestiegenen Werte nach der Pandemie wird die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung genannt, durch die Ausfälle genauer erfasst würden.
Anteil der psychischen Erkrankungen mehr als verdreifacht
Bei den Diagnosen nehmen Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 19,4 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage den ersten Platz ein, gefolgt von psychischen Störungen mit 15,9 Prozent und Atemwegserkrankungen mit 15,0 Prozent. Im Zeitverlauf habe sich der Anteil der psychischen Erkrankungen in der Hotellerie mehr als verdreifacht, da er vor zehn Jahren noch bei 4,7 Prozent gelegen habe.
Die Arbeit im Hotelgewerbe erfordere ein hohes Maß an körperlicher Belastbarkeit und emotionaler Resilienz, wie Michael Wenninghoff, Geschäftsführer des BGF-Instituts der AOK Rheinland/Hamburg, erklärt: „Die Arbeit im Hotelgewerbe ist anspruchsvoll. Sie erfordert ein hohes Maß an körperlicher Belastbarkeit und emotionaler Resilienz. Fachkräftemangel, Zeitdruck und Mehrarbeit erschweren die Tätigkeit. Alles zusammen wirkt sich auf die Gesundheit der Beschäftigten aus und schlägt sich in den Fehlzeiten nieder.“
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