a&o expandiert: Budgetkette übernimmt DoubleTree by Hilton für London-Premiere

| Hotellerie Hotellerie

Die Berliner Budgetkette a&o setzt ihren Wachstumskurs fort und erhöht die Zahl ihrer europäischen Standorte auf 44. Das Unternehmen gab den Erwerb des ehemaligen Hotels DoubleTree by Hilton – Docklands Riverside in London bekannt. Die Übernahme erfolgt bereits Ende November 2025. 

Neuer Standort: a&o London Docklands Riverside

Der neue Standort der Kette wird unter dem Namen a&o London Docklands Riverside firmieren und das dritte Haus des Unternehmens in Großbritannien sein, nach Standorten in Edinburgh und Brighton. Es liegt am Ufer der Themse im Stadtteil Southwark und ist in einem ehemaligen Hafengebäude aus dem 17. Jahrhundert untergebracht.

Das a&o London Docklands Riverside wird den Angaben zufolge rund 500 Zimmer und 2.100 Betten bieten. Zielgruppen sind sowohl Individual- und Geschäftsreisende als auch Familien und Gruppen. Die Zimmerverteilung ist dabei mit jeweils gut 30 Prozent Anteil an Doppel-, Familien- und Mehrbettzimmern auf einen ausgewogenen Gästemix ausgelegt.

Modernisierung kostet 25 Millionen Euro

Das Unternehmen plant umfassende Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen. Hierfür sind Investitionen in Höhe von 25 Millionen Euro vorgesehen. Die schrittweise Umsetzung der Maßnahmen soll ab Anfang 2026 bei laufendem Betrieb erfolgen. Geplant ist, dass jedes der rund 500 Zimmer über Tageslicht und Dusche/WC verfügen wird.

Als besonderes Merkmal des neuen Standorts wird eine e-Fähre hervorgehoben. Diese verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen dem hauseigenen Pier des a&o und dem Canary Wharf Pier auf der gegenüberliegenden Themse-Seite. Die Fahrzeit wird mit zwei Minuten angegeben und die Nutzung ist für a&o-Gäste kostenlos. Vom U-Bahnhof Canary Wharf aus sind es etwa 30 Minuten bis zu Zielen wie London Paddington.

Zum Kaufpreis des ehemaligen DoubleTree by Hilton wurde Stillschweigen vereinbart.

Oliver Winter unterstreicht Bedeutung

Oliver Winter, CEO von a&o, unterstrich die Bedeutung des Schritts: „London! Allein der Name steht für Geschichte, Energie und Internationalität – einfach eine Stadt, die man erlebt haben muss. Dass wir genau hier unseren nächsten Standort eröffnen, ist für a&o ein echtes Statement.“ Er betonte, die Wahl Londons sei das Ergebnis eines intensiven Auswahlprozesses und zeige, dass a&o „auf Top-Niveau“ spiele.

Die Eröffnung in London sei ein wichtiger Meilenstein, da die Stadt eine Top-Destination für FIT-Reisende (Free Independent Traveler) sowie für Schul- und Sprachreisegruppen sei.

Im Frühjahr 2024 hatten a&o und die Eigentümer StepStone Group und Proprium Capital Partners ein Budget von 500 Millionen Euro für Expansion, Umbau und Modernisierung angekündigt. Seitdem wurden sechs neue a&o-Standorte gesichert. Mit der Eröffnung in London steigt die Zahl der Standorte auf 44 in 30 Städten und zehn Ländern Europas. Zu den Kernzielgruppen zählen unter anderem Schulgruppen (38 Prozent) und Familien (15 Prozent).

Im Jahr 2024 verzeichnete a&o Hotels 2,8 Millionen Gäste und 6,2 Millionen Übernachtungen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Google baut seine Hotelsuche in Europa um – und ausgerechnet Booking.com, Expedia und andere Vermittler könnten dadurch prominenter werden. Google warnt vor Nachteilen für lokale Unternehmen, während frühere Tests bereits deutliche Traffic-Verluste bei Hotels gezeigt hatten.

Hotelgäste lassen sich Essen längst ins Hotel liefern. Mehrere Hotelunternehmen binden Lieferdienste inzwischen gezielt in ihre Angebote ein: tent Hotels schafft eigene Bereiche für Lieferessen, Wyndham und Hilton arbeiten mit Grubhub, Marriott mit Uber – und Accor plant eine Uber-Partnerschaft auch in Deutschland.

Der Hotelverband Deutschland veröffentlicht die zweite Staffel seines Podcasts Zukunft Hotel mit zehn neuen Episoden und beleuchtet zum Auftakt aktuelle Fragen zu Betreiberverträgen und Hotelimmobilien.

Die Motel One Group hat ein neues Hotel mit 177 Zimmern in der Koblenzer Innenstadt eröffnet. Das Innenraumkonzept des Hauses greift den Zusammenfluss von Rhein und Mosel auf.

Auf dem ehemaligen Knorr-Bremse-Areal in München-Milbertshofen soll ein neues Quartier entstehen. Teil der Planung ist ein 88 Meter hohes Hochhaus mit Hotel und Skybar.

Iremis kauft das Novotel Freiburg am Konzerthaus für rund 28 Millionen Euro von Deka Immobilien. Nach einer Sanierung soll das Hotel mit 219 Zimmern im Herbst 2027 unter der Marke Scandic wiedereröffnet werden.

Europas Hotelinvestoren konzentrieren sich auf gehobene und luxuriöse Hotels. Im ersten Halbjahr 2026 floss die Hälfte des Investitionsvolumens in „Upper Upscale“- und „Upscale“-Hotels, während die Zahl der Transaktionen über 100 Millionen Euro um 30 Prozent stieg.

Die Centralis Immobilien Gruppe hat in einer Doppeltransaktion zwei ehemalige Hotels am Kölner Hauptbahnhof erworben. Die Gebäude sollen nun saniert und zu Serviced Apartments mit insgesamt 233 Einheiten umgebaut werden.

1912 Hotels hat die Übernahme und den Betrieb im Rahmen eines langfristigen Pachtvertrags der Marbella Old Town Hotel Collection im spanischen Marbella bekanntgegeben. Mit den neuen Häusern startet auch die neue Marke 1912 Collection.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat Booking.com wegen des Empfehlungssystems bei der Unterkunftssuche auf einer Karte verklagt. Der vzbv beanstandet die Angaben in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu den Kriterien, nach denen Inhalte abhängig vom Hinein- oder Herauszoomen vorgeschlagen werden.