Booking Holdings steigert Buchungsvolumen – FTC-Verfahren belastet Ergebnis

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Der Reisekonzern Booking Holdings hat im dritten Quartal 2026 ein Bruttobuchungsvolumen von 54,5 Milliarden US-Dollar erzielt. Das entspricht einem Anstieg von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der gebuchten Übernachtungen erhöhte sich um sieben Prozent auf 345 Millionen. Gleichzeitig sank der ausgewiesene Umsatz um ein Prozent auf 8,9 Milliarden US-Dollar. Die Geschäftszahlen wurden am 3. November 2026 veröffentlicht.

Die Entwicklung des ausgewiesenen Umsatzes wurde durch einen Vorgang bei der US-amerikanischen Handelsaufsicht Federal Trade Commission (FTC) beeinflusst. Booking Holdings verbuchte eine Umsatzminderung von 900 Millionen US-Dollar sowie einen zusätzlichen Verlustaufwand von 100 Millionen US-Dollar. Die beiden Beträge stehen im Zusammenhang mit einem noch nicht abgeschlossenen Verfahren.

FTC-Verfahren führt zu Belastungen von einer Milliarde Dollar

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters steht der Vorgang im Zusammenhang mit der Booking-Tochter Priceline und deren Geschäftsbeziehungen zur Hotelbuchungsseite Guest Reservations. Die FTC untersuche unter anderem mögliche irreführende Hotelanzeigen sowie Verstöße gegen Vorschriften zum Schutz von Verbrauchern. Hintergrund seien auch Beschwerden von Kunden, die davon ausgegangen seien, unmittelbar bei einem Hotel zu buchen.


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Reuters berichtet unter Berufung auf eine Unternehmensmeldung, dass bislang keine abschließende Einigung erzielt worden sei. Weitere rechtliche Auseinandersetzungen seien möglich. Bei den verbuchten Beträgen handelt es sich somit nicht um eine bereits abschließend festgesetzte und gezahlte Geldstrafe.

Booking Holdings hat die Belastungen bei der Berechnung seiner bereinigten Geschäftszahlen ausgeklammert. Der bereinigte Umsatz stieg um neun Prozent auf 9,8 Milliarden US-Dollar. Der ausgewiesene Nettogewinn ging um ein Prozent auf 2,7 Milliarden US-Dollar zurück. Der bereinigte Nettogewinn erhöhte sich dagegen um acht Prozent auf 3,5 Milliarden US-Dollar, während das bereinigte EBITDA um neun Prozent auf 4,6 Milliarden US-Dollar zulegte.

Europa und Asien tragen zum Wachstum der Übernachtungen bei

Im anschließenden Gespräch mit Analysten erläuterte Finanzvorstand Ewout Steenbergen die regionale Entwicklung. Die Zahl der von Kunden aus Europa gebuchten Übernachtungen sei im hohen einstelligen Prozentbereich gestiegen. Auch bei Buchungen von Kunden aus Asien habe das Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich gelegen. In den USA sei ein Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich verzeichnet worden.

Nach Angaben des Unternehmens erhöhten sich die durchschnittlichen Tagesraten für Unterkünfte währungsbereinigt um rund drei Prozent. Der Anstieg sei vor allem auf Europa zurückzuführen, aber auch die USA und Asien hätten dazu beigetragen.

Alternative Unterkünfte machten rund 37 Prozent der über Booking.com gebuchten Übernachtungen aus. Das waren etwa ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der gelisteten alternativen Unterkünfte sei um neun Prozent gestiegen.

Booking Holdings steigert Anteil des Merchant-Modells

Im dritten Quartal entfielen nach Angaben des Unternehmens rund 75 Prozent des gesamten Bruttobuchungsvolumens auf das sogenannte Merchant-Modell. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhte sich dieser Anteil um etwa drei Prozentpunkte. Booking Holdings bezeichnet seine Zahlungsplattform als wichtigen Bestandteil der Strategie, verschiedene Reiseleistungen miteinander zu verbinden.

Darüber hinaus setzt der Konzern sein Transformationsprogramm fort. Finanzvorstand Steenbergen erklärte, dass Booking Holdings weiterhin das Ziel verfolge, im Jahr 2027 eine jährliche Einsparrate von 650 Millionen US-Dollar zu erreichen. Im dritten Quartal seien im Zusammenhang mit dem Programm Kosten von rund 23 Millionen US-Dollar angefallen.

Booking Holdings erwartet zum Jahresende eine schwächere Nachfrage

Für das vierte Quartal 2026 prognostiziert Booking Holdings ein Wachstum der Übernachtungen um ein bis drei Prozent. Das Bruttobuchungsvolumen soll um zwei bis vier Prozent steigen. Beim bereinigten Umsatz erwartet der Konzern einen Zuwachs zwischen null und zwei Prozent. Das bereinigte EBITDA dürfte ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

Steenbergen berichtete von einer Abschwächung der internationalen Reisenachfrage gegen Ende des dritten Quartals. Die Nachfrage nach Inlandsreisen habe sich dagegen stabiler entwickelt. Nach Beobachtung des Unternehmens unternähmen Reisende kürzere Reisen und wählten Ziele in der näheren Umgebung.

Als weitere Einflussfaktoren nannte der Konzern Reiseunterbrechungen im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt, erhöhte Flugpreise sowie lokale Unruhen in einzelnen europäischen Städten. Die Prognose berücksichtige die Annahme, dass die direkten und indirekten Auswirkungen des Nahostkonflikts bis Ende 2026 anhalten.

Für das Gesamtjahr erwartet Booking Holdings beim Bruttobuchungsvolumen, beim bereinigten Umsatz und beim bereinigten EBITDA weiterhin Wachstumsraten im hohen einstelligen Prozentbereich.

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