Booking.com-Studie: Mehrheit der Deutschen will nachhaltiger Reisen

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Booking.com veröffentlicht die Ergebnisse einer neuen Umfrage unter mehr als 33.000 Reisenden aus 35 Ländern und Gebieten zum Thema nachhaltigeres Reisen. Daraus geht hervor, dass sich Reisende möglicherweise dazu gezwungen fühlen, sich zwischen Kosteneinsparungen und einer bewussteren Auswahl nachhaltigerer Reiseoptionen zu entscheiden.

In einer Zeit allgemeiner globaler Unsicherheit stehe nachhaltigeres Reisen für viele allerdings auch weiterhin im Vordergrund. So glauben nahezu zwei Drittel (63 Prozent) der deutschen Befragten (74 Prozent weltweit), dass die Menschen jetzt handeln und nachhaltigere Entscheidungen treffen müssen, um den Planeten für zukünftige Generationen zu retten.

Die Nachrichten sind dabei ein wichtiger Einflussfaktor für 36 Prozent der Deutschen (53 Prozent weltweit), die angeben, dass aktuelle Meldungen zum Klimawandel sie ermutigt haben, nachhaltiger zu handeln. Und doch zeigt sich ein Konflikt, mit dem die Menschen konfrontiert sind, wenn es darum geht, achtsamere Entscheidungen zu treffen, wann, wohin und wie sie reisen. 6 von 10 (60 Prozent) der befragten Deutschen (49 Prozent weltweit) denken, dass es der Umwelt in den nächsten sechs Monaten schlechter gehen wird und 73 Prozent (64 Prozent weltweit) glauben, dass die Lebenshaltungskosten weiterhin steigen werden. In der Folge sind sich Reisende nicht sicher, welche Prioritäten sie setzen sollen, wenn sie die Anforderungen des Alltags mit dem in Einklang bringen möchten, was ihnen wichtig ist.

Budget und Nachhaltigkeit in einem instabilen globalen Klima

Die wirtschaftliche Situation hat sich seit letztem Jahr drastisch verändert und die Menschen beschäftigen besonders Themen wie die steigenden Lebenshaltungskosten und die Klimakrise. 60 Prozent der deutschen Reisenden (76 Prozent weltweit) bestätigen, in den kommenden 12 Monaten nachhaltiger reisen zu wollen, jedoch geben fast drei Viertel (73 Prozent) der Deutschen (76 Prozent weltweit) an, dass sich die globale Energiekrise und die steigenden Lebenshaltungskosten auf ihre Ausgabenpläne auswirken.

Für einige der deutschen Reisenden schließt sich dabei beides gegenseitig aus: Angesichts der steigenden Inflation geht fast die Hälfte der Reisenden davon aus, dass sie sich zwischen Nachhaltigkeit und Ausgaben entscheiden müssen: 49 Prozent der Deutschen (49 Prozent weltweit) sind der Meinung, dass nachhaltigere Reiseoptionen zu teuer sind (Anstieg von 9 Prozentpunkten gegenüber den Daten für 2022 von Booking.com).

Für diese Befragten liegt die Nachhaltigkeit ihrer Reise daher möglicherweise nicht im Fokus, da sie sich um die Bezahlung von Rechnungen und wegen der Energiekrise sorgen. Im Gegensatz dazu gewinnen Reisen für 32 Prozent der Deutschen (43 Prozent weltweit) wieder mehr an Relevanz und es wird ein großer Fokus auf bewusste Entscheidungen gelegt – die Reisenden sind dabei auch bereit mehr für Reiseoptionen mit einer Kennzeichnung für Nachhaltigkeit zu zahlen und ihre Ausgaben zu erhöhen.

Da immer mehr Reisende allerdings die Krise zu spüren bekommen, suchen sie nach nachhaltigeren Reiseoptionen, die sich lohnen. Dies unterstreicht den vermeintlichen Gegensatz zwischen umweltbewussten Entscheidungen und dem Sparen von Geld, aber auch das Bedürfnis nach Anreizen. 41 Prozent der deutschen Reisenden (49 Prozent weltweit) wünschen sich Rabatte und wirtschaftliche Anreize, um sich für umweltfreundliche Optionen zu entscheiden (13 Prozentpunkte mehr als 2022), während sich rund ein Viertel (26 Prozent) der Deutschen (42 Prozent weltweit) ermutigt fühlen würde, nachhaltiger zu reisen, wenn sie Prämienpunkte für nachhaltigere Entscheidung erhalten würden, die sie für zusätzliche Vorteile oder Rabatte über Online-Reisebuchungsseiten nutzen könnten.

Hürden überwinden, um Veränderungen voranzutreiben

Nicht nur die Kosten sind eine vermeintliche Hürde beim nachhaltigeren Reisen. Von begrenzten Informationen bis hin zu einem vermeintlichen Mangel an Optionen – die Herausforderungen scheinen größer denn je zu sein, wobei sich in den letzten 12 Monaten einige deutliche Veränderungen ergeben haben. 41 Prozent der deutschen Reisenden (51 Prozent weltweit) sind der Meinung, dass es nicht genügend nachhaltige Reiseoptionen gibt, und zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen (74 Prozent weltweit) wünschen sich, dass Reiseunternehmen mehr nachhaltigere Möglichkeiten anbieten (gegenüber 58 Prozent im Jahr 2022). Trotz guter Absichten weiß ein Drittel (34 Prozent) der Reisenden aus Deutschland (44 Prozent weltweit) nicht, wo sie nachhaltigere Optionen finden können. So möchten beispielsweise 67 Prozent authentische Erlebnisse haben, die für die einheimische Kultur charakteristisch sind (75 Prozent weltweit). Im großen Gegensatz dazu wissen 30 Prozent aber nicht, wie oder wo sie Touren und Aktivitäten finden können, mit denen sie der lokalen Gemeinschaft etwas zurückgeben können (40 Prozent weltweit).

Nachhaltige Gewohnheiten auch im Urlaub übernehmen 

Trotz bestehender Hürden und knapper Budgets ist klar, dass ein großer Bedarf an Lösungen besteht. 73 Prozent der deutschen Befragten (80 Prozent weltweit) bestätigen, dass ihnen nachhaltigeres Reisen wichtig ist. Reisende geben zudem an, dass sie ihre Absicht in Taten umsetzen, indem sie zu Hause und auf Reisen aktiv kleine Schritte unternehmen, um eine nachhaltigere Zukunft voranzutreiben. Erfreulicherweise verwenden heute 66 Prozent der Deutschen wiederverwendbare Einkaufstaschen (68 Prozent weltweit), 68 Prozent recyceln Abfall (64 Prozent weltweit) und 47 Prozent verwenden ihre eigene wiederverwendbare Wasserflasche (58 Prozent weltweit) – und deutlich mehr Reisende haben im vergangenen Jahr alltägliche Gewohnheiten im Urlaub übernommen.

63 Prozent der Deutschen schalten die Klimaanlage in Unterkünften aus, wenn sie nicht da sind, das sind 30 Prozentpunkte mehr als 2022. 73 Prozent verwenden dasselbe Handtuch mehrfach, 25 Prozentpunkte mehr als 2022. 39 Prozent verwenden ihre eigene wiederverwendbare Wasserflasche, 10 Prozentpunkte mehr als 2022.

Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der Deutschen (77 Prozent weltweit) geben an, dass sie das Licht und Geräte in Unterkünften ausschalten, wenn sie nicht da sind, während fast die Hälfte (49 Prozent) der deutschen Befragten (45 Prozent weltweit) ihren Müll auch auf Reisen recycelt. Noch vielversprechender ist, dass Reisende Maßnahmen ergreifen, um im Urlaub umweltbewusste Entscheidungen zu treffen, die über diese kleinen alltäglichen Gewohnheiten hinausgehen. Was den Transport angeht, planen 38 Prozent der Deutschen (43 Prozent weltweit) ihre Besichtigungstouren inzwischen so, dass sie diese zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unternehmen können – das sind 11 Prozentpunkte mehr als noch 2022. Zudem reisen 48 Prozent der Deutschen (43 Prozent weltweit) außerhalb der Hauptsaison, um eine Überlastung des Reiseziels zu vermeiden, was einen Anstieg von 20 Prozentpunkten gegenüber dem vergangenen Jahr darstellt. Unter Reisenden besteht auch Einigkeit darüber, im Urlaub einheimische Produkte kaufen zu wollen, wobei 36 Prozent kleine, unabhängige Geschäfte bevorzugen (43 Prozent weltweit).

Vertrauen, Wahrheit und die Reisebranche

Angesichts der zunehmenden Besorgnis um das Klima werden deutsche Reisende zweifellos zu verantwortungsbewussteren Verbrauchern, von der Unterkunft bis hin zu den Transportmöglichkeiten. Die Hälfte der Deutschen (51 Prozent) möchte die von ihnen besuchten Orte besser verlassen, als sie sie bei ihrer Ankunft vorgefunden haben (66 Prozent weltweit). Reisende verfolgen heute zunehmend auch einen regenerativen Ansatz und suchen nach einem Urlaub mit maximaler positiver Wirkung, während sie gleichzeitig glaubwürdige Sicherheit bei der Buchung für das gesamte Reiseerlebnis möchten.

Zum Beispiel können Reisende heute ganz einfach ihre Mietwagen-Suchergebnisse filtern, um schnell vollelektrische und Hybridautos in 111 Ländern für ihre nächste Reise zu finden. Oder sie entscheiden sich für eine von über 500.000 nachhaltigeren Optionen für ihren nächsten Aufenthalt, unabhängig von der Art der Unterkunft. Fast die Hälfte (47 Prozent) der Deutschen (65 Prozent weltweit) würden sich bei einem Aufenthalt in einer bestimmten Unterkunft wohler fühlen, wenn sie wüssten, dass diese über eine Nachhaltigkeitszertifizierung oder -kennzeichnung verfügt. So geben 52 Prozent der deutschen Reisenden an, bei der nächsten Buchung ihre Optionen nach Unterkünften filtern zu wollen, die über eine Nachhaltigkeitszertifizierung verfügen (59 Prozent weltweit).

Als Reaktion darauf muss sich die Reisebranche anpassen, um die sich ändernden Erwartungen von bewussteren Verbrauchern zu erfüllen. Zum Beispiel, um den 34 Prozent der Deutschen (weltweit 30 Prozent) gerecht zu werden, die immer auf der Suche nach nachhaltigkeitsfördernden Marken sind sowie um den 61 Prozent (69 Prozent weltweit) entgegenzukommen, die mehr darüber erfahren möchten, warum bestimmte Optionen als nachhaltiger anerkannt werden - wie etwa umweltfreundliche LED-Beleuchtung und WCs mit dualer Spülung. Dennoch sind heute 41 Prozent der deutschen Reisenden (39 Prozent weltweit) nicht davon überzeugt, dass die als nachhaltig gekennzeichneten Optionen wirklich nachhaltiger sind.

Methodik:

Von Booking.com in Auftrag gegebene und unabhängig durchgeführte Umfrage unter einer Stichprobe von 33.228 Teilnehmenden aus 35 Ländern und Gebieten (1.019 aus den USA, 1.002 aus Kanada, 1.007 aus Mexiko, 1.005 aus Kolumbien, 1.008 aus Brasilien, 1.015 aus Argentinien, 1.008 aus Australien, 504 aus Neuseeland, 1.008 aus Spanien, 1.002 aus Italien, 1.008 aus Frankreich, 502 aus der Schweiz, 1.008 aus dem Vereinigten Königreich, 1.000 aus Irland, 1.008 aus Deutschland, 1.006 aus den Niederlanden, 1.006 aus Belgien, 1.004 aus Dänemark, 1.007 aus Schweden, 1.016 aus Kroatien, 1.012 aus Israel, 504 aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, 1.012 aus Indien, 1.001 aus China, 1.000 aus Hongkong, 1.000 aus Thailand, 1.020 aus Singapur, 1.001 aus Taiwan, 1.000 aus Vietnam, 1.002 aus Indonesien, 1.007 aus den Philippinen, 1.002 aus Südkorea, 1.009 aus Japan, 1.005 aus Südafrika und 510 aus Kenia). Teilnehmende an dieser Umfrage mussten mindestens 18 Jahre alt sein, in den letzten 12 Monaten mindestens einmal gereist sein und müssen 2023 verreisen wollen, wobei sie bei der Reise entweder der Entscheidungsträger oder an der Entscheidung beteiligt gewesen sein mussten oder müssen. Die Umfrage fand im Februar 2023 online statt.


 

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