DACH-Hotellerie bleibt in KI-Suchsystemen weitgehend unsichtbar

| Hotellerie Hotellerie

Privat geführte Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden nach einer neuen Studie in generativen KI-Suchsystemen nur selten als Empfehlung ausgegeben. Das geht aus der GEO-Studie Hotellerie 2026 der maxonline Marketing hfw GmbH hervor. Für die Untersuchung wurde im Juli 2026 die KI-Sichtbarkeit von 515 Vier- und Fünf-Sterne-Hotels im DACH-Raum analysiert. Bewertet wurde dabei nach Angaben der Autoren nicht, ob ein Hotel von einem KI-System erkannt wird, sondern ob es bei Suchanfragen ohne Nennung eines konkreten Hotelnamens als Unterkunft empfohlen wird.

Studie misst Empfehlungen statt Bekanntheit von Hotels in KI-Systemen

Nach Angaben der Studie erreichen 472 untersuchte Einzelhotels im Durchschnitt einen Sichtbarkeitswert von 11,2 von 100 Punkten. Der Median liege bei 11,6 Punkten, was nach Darstellung der Autoren zeige, dass die niedrigen Werte den Regelfall und nicht einzelne Ausreißer abbildeten.

93 Prozent der untersuchten Häuser lägen unter einem Wert von 20 Punkten. 28 Hotels würden in keiner der ausgewerteten Empfehlungsanfragen erscheinen und erreichten einen Wert von null. Lediglich sechs Einzelhotels kämen auf mehr als 30 Punkte, nur ein Hotel überschreite die Marke von 40 Punkten.

Kettenhotels erzielen deutlich höhere Sichtbarkeit als einzelne Hotelbetriebe

Als weiteren Befund weist die Untersuchung aus, dass Ketten- und Mehrhaus-Domains deutlich häufiger in KI-Empfehlungen auftauchten als einzelne Hotelbetriebe. Der durchschnittliche Sichtbarkeitswert liege hier bei 36,2 Punkten, gegenüber 11,2 Punkten bei Einzelhotels.

Nach Angaben der Autoren erscheine eine Ketten-Domain durchschnittlich in 72,8 Themenfeldern, während Einzelhotels auf 26,6 Themen kämen. Darin sehen die Studienautoren einen wesentlichen Grund für die höhere Sichtbarkeit größerer Hotelgruppen.

Unterschiede zwischen Ländern und Sternekategorien bleiben gering

Auch die Sterneklassifizierung führe der Studie zufolge nicht zu einer deutlich höheren Sichtbarkeit. Fünf-Sterne-Hotels erreichten im Durchschnitt 12,9 Punkte, Vier-Sterne-Hotels10,7 Punkte.

Im Ländervergleich verzeichnet die Untersuchung für die Schweiz einen Durchschnittswert von 14,3 Punkten, für Deutschland11,2 Punkte und für Österreich9,6 Punkte. Nach Darstellung der Autoren lägen jedoch in allen drei Ländern jeweils mehr als 90 Prozent der untersuchten Hotels unterhalb der Marke von 20 Punkten.

Die Studie basiert nach Angaben des Herausgebers auf Daten der Semrush AI Visibility. Erfasst wurden 515 Vier- und Fünf-Sterne-Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Berücksichtigt wurden ausschließlich Suchanfragen mit Buchungs- oder Kaufabsicht ohne Nennung konkreter Hotelmarken. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Sichtbarkeitswerte modellbasiert seien und Größenordnungen sowie Muster abbildeten, jedoch keine exakten Einzelwerte darstellten.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

In Iserlohn im Sauerland soll in den kommenden Tagen der Bau eines Hotels aus recycelten Seecontainern beginnen. Das digitale Hotelkonzept von Tin Inn kommt ohne Rezeption und Restaurant aus und richtet sich vor allem an Geschäftsreisende.

Nach den Kündigungen zahlreicher Beschäftigter im Garner Hotel Mainz haben sich die Beteiligten auf Abfindungen geeinigt. Wie der SWR berichtet, hätten sich die Hotelgruppe Novum Hospitality und die betroffenen Mitarbeiter nach Verhandlungen verständigt.

Der Krefelder Hof stellt seinen Hotelbetrieb zum 30. September 2026 ein. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem Asbestfunde im Südturm und fehlende Finanzierungsmöglichkeiten für die Hotelentwicklung.

Das Amsterdamer Handelsgericht ordnet eine Untersuchung der Grand Metropolitan Hotels Holding B.V. an. Die Richter äußern Zweifel an Sacheinlagen, Corporate Governance und Informationspolitik – und sprechen in ihrer Begründung sogar von möglicher „heißer Luft“. Unternehmenschef Martin Smura weist die Kritik zurück und spricht von einem eskalierten Gesellschafterkonflikt.

Die MHP Hotel AG hat ihren Hotelumsatz im zweiten Quartal 2026 um 26 Prozent auf 56,8 Millionen Euro gesteigert. Wachstumstreiber waren nach Unternehmensangaben die Portfolioerweiterung sowie die erstmalige Vollquartalskonsolidierung des Hyatt Regency Vienna.

Das Wald- und Golfhotel Lottental in Bochum befindet sich in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Der Betrieb läuft zunächst weiter, während nach einem Investor für eine Übernahme gesucht wird.

Die gambino group plant bis März 2027 die Eröffnung von drei neuen Hotels in München, Memmingen und Bamberg. Mit insgesamt 359 zusätzlichen Zimmern wächst das Portfolio des Unternehmens an drei Standorten in Süddeutschland.

Hyatt hat das Me and All Hotel Leipzig eröffnet. Das neue Haus mit 282 Zimmern wird von der Lindner Hotel Group betrieben und erweitert die Lifestyle-Marke auf acht Standorte in Deutschland.

Eine externe Untersuchung hat die gegen Accor-Chef Sébastien Bazin erhobenen anonymen Vorwürfe nicht bestätigt. Der Verwaltungsrat des Hotelkonzerns hat das Verfahren daraufhin abgeschlossen.

Nach US-Sanktionen gegen den Eigentümer zweier Frankfurter Hilton-Hotels will Hilton laut Bloomberg die Managementverträge beenden. Bereits Anfang des Jahres hatte Booking.com die betroffenen Häuser aus seinem Angebot genommen.