„Das Kranzbach“ schickt Mitarbeiter in den Wellness-Urlaub

| Hotellerie Hotellerie

Das Fünf-Sterne-Hotel „Das Kranzbach“ im oberbayerischen Krün hat mit einem außergewöhnlichen Personalanreiz für Aufsehen erregt. Das Haus machte für drei Tage dicht und lud die gesamte 230-köpfige Belegschaft zu einem dreitägigen Wellness-Aufenthalt in das benachbarte Interalpen Tyrol in Telfs ein.

Der Hauptgesellschafter David Edinger, ein Architekt aus Tirol, bezeichnete diese Initiative als „Der Weckruf zu einer modernen Unternehmenskultur“, wie der Merkur berichtete. Der Plan wurde über mehrere Monate hinweg mit den beiden Hotelmanagern Friedhelm Doesel und René Zeise erarbeitet und nun umgesetzt.

Über die genauen Kosten der Aktion, die auf Basis von etwa 200 teilnehmenden Mitarbeitern auf einen ordentlichen sechsstelligen Betrag geschätzt werden, äußerte sich Hoteldirektor René Zeise knapp: „Der Gentleman genießt und schweigt.“ Die Angestellten, die teils mit Kind oder Hund anreisten, nahmen nahezu vollzählig teil, von Minijobbern bis zur Direktion. „Wir haben wirklich alles in Bewegung gesetzt, damit alle dabei sein können“, versicherte Zeise.

Unorthodoxe Dankesgeste und Weichenstellung für die Zukunft

Das Mitarbeiter-Incentive fand unter dem Leitmotiv „Zurück nach vorn“ statt. Es diente vorrangig als Dankeschön an die Belegschaft für die herausfordernden Monate, die das Nobel-Refugium nach dem plötzlichen Tod des langjährigen Erfinders und Investors Dr. Jakob Edinger (1944–2023) durchlaufen hatte. Gleichzeitig zielte die Aktion darauf ab, gemeinsam den Blick nach vorne zu richten und eine neue Ära zu gestalten.

Die Verantwortlichen sehen in einer zufriedenen und identifizierten Belegschaft die zentrale Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Hauses. Während des Aufenthalts im „Interalpen“ wurde der Belegschaft das Erlebnis aus Gästeperspektive ermöglicht, ergänzt durch Abendveranstaltungen und Gala-Dinner sowie Workshops zur Stärkung des Teamgeists. René Zeise resümierte den Erfolg: „Ich habe sogar einige feuchte Augen gesehen.“

Flache Hierarchien und umfassendes Benefit-System als Standard

Im anhaltenden Wettbewerb um Fachkräfte hat „Das Kranzbach“ mit dieser Aktion ein deutliches Signal gesetzt. Hotelmanager Friedhelm Doesel betonte, dass die umfassende Mitarbeiterpflege jedoch über einmalige Events hinausgehe. Sie gründe auf einer flachen Hierarchie – in der das Du-Wort zwischen allen Angestellten gilt – und einer „guten und angemessenen Bezahlung“.

Ergänzt werde das ganzheitliche Mitarbeiterpaket, das sogenannte „Rundum-Wohlfühl-Paket“, durch weitere Benefits wie preisgünstiges Wohnen in hoteleigenen Unterkünften, Job-Fahrräder, die Bahncard und einen Mitarbeiter-Shuttle.

Ob eine Wiederholung des Kurzurlaubs für die gesamte Belegschaft geplant ist, ließ Direktor Friedhelm Doesel offen und verwies in diesem Kontext auf ein bekanntes Zitat: „Sag‘ niemals nie.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Immobiliengesellschaft Aroundtown, der die acht bislang unter der Marke Seminaris betriebenen Hotelimmobilien gehören, erklärt, die Häuser würden weiterhin unter dieser Marke geführt. Doch vier Hotels fehlen auf der Seminaris-Website und werden bei Belvilla by OYO unter Sunday-Namen angeboten – drei davon ausdrücklich mit dem Zusatz „ehemals Seminaris“.

Gezeiten Suites eröffnen am 1. Oktober 2026 ihr zweites Apartmenthaus in Büsumer Deichhausen an. Die 23 Apartments bieten Platz für zwei bis vier Personen, zehn Einheiten verfügen über eine eigene Sauna.

Smartments hat 206 Serviced Apartments im Berliner Quartier Forty4 angemietet. Die Eröffnung ist für 2029 geplant; nahezu alle Einheiten sollen einen Balkon oder eine Terrasse erhalten.

Im Sheraton Hannover Pelikan Hotel hat Künstler Sascha Dahl eine Art Suite mit 18 Werken eröffnet. Die Zusammenarbeit soll künftig durch Ausstellungen und weitere Veranstaltungsformate ergänzt werden.

CityHub plant ein Hotel mit 139 Einheiten am Leipziger Platz in Berlin. Für den Standort sollen rund 2.100 Quadratmeter bestehende Einzelhandelsfläche umgebaut werden.

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag von a&o Hostels zeigt, dass Europas Reisende bei Unterkünften vor allem auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und Sicherheit achten, während bekannte Marken an Bedeutung verlieren.

Der traditionsreiche Vitznauerhof am Vierwaldstättersee öffnet im 125. Jubiläumsjahr erstmals auch im Winter seine Türen und bietet ein neues Programm aus Kulinarik, Kultur und Wellness.

Das aja Garmisch-Partenkirchen hat sein fünfjähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür und rund 1.000 Besuchern gefeiert. Zum Jubiläum stellte das Hotel zudem neue Namen für Bar und Restaurant vor.

Der Schweizer Ständerat hat der Verlängerung des Mehrwertsteuer-Sondersatzes von 3,8 Prozent für Beherbergungsleistungen bis Ende 2031 zugestimmt. HotellerieSuisse begrüßt die Entscheidung, bezeichnet vier Jahre allerdings als vergleichsweise kurzen Planungshorizont.

Aus einer Büro- und Einzelhandelsimmobilie am Frankfurter Ring soll Breras drittes Münchner Haus werden. Der Betreiber plant rund 152 Serviced Apartments und eine Eröffnung Anfang 2029.