Deutscher Hotelinvestmentmarkt mit Rückgang im ersten Halbjahr

| Hotellerie Hotellerie

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 ein Transaktionsvolumen von rund 741 Millionen Euro erzielt. Wie das Beratungsunternehmen JLL berichtet, liegt dieser Wert damit etwa 18 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums, in dem rund 901 Millionen Euro umgesetzt wurden. Auch der Immobiliendienstleister Savills hatte bereits einen Rückgang gemeldet (Tageskarte berichtete). 

Insgesamt registrierte der Markt im abgelaufenen Halbjahr 28 Abschlüsse, wobei fünf Portfoliodeals den Handel maßgeblich beeinflussten. Die durchschnittliche Transaktionsgröße beziffert JLL auf rund 27 Millionen Euro. Einen Schwerpunkt bildete dabei der Verkauf des Penta-Hotel-Portfolios, bei dem Aroundtown sechs Hotelimmobilien an Ogilvy Capital veräußerte. Dieses Paket erreichte ein Volumen von etwa 275 Millionen Euro und zählt damit zu den volumenstärksten Transaktionen des bisherigen Jahres.

Zu den weiteren bemerkenswerten Einzeltransaktionen im ersten Halbjahr zählen der Verkauf des Excelsior Hotel München durch die Geisel Privathotels an BlackRock für rund 60 Millionen Euro sowie der Erwerb des Excelsior Hotel Berlin durch Brown Hotels für etwa 50 Millionen Euro. Zudem erwarb die Zech Group das Luxusresort Der Öschberghof im Schwarzwald, wobei JLL als Vermittler agierte.

Internationale Kapitalgeber und unterschiedliche Anlagestrategien

Stefan Giesemann, Managing Director der JLL Hotels & Hospitality Group, erklärt, der deutsche Markt sei trotz einer vorübergehenden Unsicherheit auf der Betreiberseite im zweiten Quartal dynamisch gestartet. Laut JLL machten ausländische Investoren mehr als die Hälfte des Gesamtvolumens aus, was einem Betrag von rund 410 Millionen Euro entspricht. Die aktivste Käufergruppe stellten vermögende Privatpersonen und Family-Offices mit einem Anteil von 37 Prozent beziehungsweise etwa 272 Millionen Euro dar. Institutionelle Investoren folgten mit 35 Prozent oder rund 262 Millionen Euro.

Hinsichtlich der Strategien dominieren Value-add- sowie opportunistische Investitionen, die zusammen ein Volumen von 433 Millionen Euro und damit 60 Prozent des Gesamtmarktes erreichten. Core-Investitionen machten etwa 36 Prozent aus, was einem Wert von rund 259 Millionen Euro entspricht. Giesemann verdeutlicht, dass das hohe Aufkommen bei wertschöpfungsorientierten Produkten auf die gezielte Suche nach Repositionierungspotenzialen hindeute. Angesichts der aktuellen Marktlage hält das Unternehmen ein Gesamtjahresvolumen von rund zwei Milliarden Euro für realistisch.

Finanzierungsumfeld stabilisiert sich 

Dominik Rüger, Senior Director Debt & Structured Finance bei JLL EMEA, stellt fest, dass sich die Liquidität im deutschen Finanzierungsmarkt über die vergangenen 18 Monate deutlich verbessert habe. Senior-Finanzierungen seien aktuell bei einem Loan-to-Value-Verhältnis von 55 bis 65 Prozent verfügbar. Während sich die Finanzierungskonditionen stabilisiert hätten, seien die Margen im Vergleich zu den Jahren 2024 und 2025 leicht gesunken.

Heidi Schmidtke, Managing Director bei JLL, verweist zudem auf den Hotelbetreibermarkt, der durch die Insolvenz der Revo Hospitality Group geprägt gewesen sei. Infolgedessen seien neben bereits bekannten auch neue Betreibergesellschaften in den deutschen Markt eingetreten. Schmidtke nennt hierbei den Markteintritt von Taj Hotels durch die Wiedereröffnung des ehemaligen Grand Hotel Hessischer Hof sowie das Debüt von The Dean Hotels in Berlin-Charlottenburg.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Limehome hat im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben neue Partnerschaften geschlossen und seine Expansion in mehreren europäischen Märkten fortgesetzt. Dazu gehören ein erstes Projekt mit Aroundtown in Frankfurt sowie weitere Vorhaben in Deutschland, Großbritannien, Italien, Belgien und den Niederlanden.

Der Badische Hof in Baden-Baden nimmt den Betrieb unter der Marke Leonardo Limited Edition wieder auf. Nach einer ersten Phase im Juli folgt im Herbst das offizielle Grand Opening.

Premier Inn baut ihre barrierefreien Angebote aus und treibt die Zertifizierung ihrer Standorte nach dem Standard Reisen für Alle voran. Zudem investiert das Unternehmen in die Inklusion am Arbeitsplatz.

Die Achat Hotels strukturieren ihr Geschäftsmodell um und setzen künftig verstärkt auf Businessgäste. Zudem erhalten die Hoteldirektoren mehr Eigenverantwortung und die IT-Systeme wurden zentralisiert.

In Köln-Deutz soll auf einer Grünfläche ein bis zu 60 Meter hohes Hotel- und Bürogebäude entstehen. Nach einem Bericht des WDR formieren sich dagegen Anwohner und Teile der Kommunalpolitik.

Das traditionsreiche Grand Hotel Europa in Innsbruck hat einen neuen Betreiber. Minor Hotels will das seit Jahren leerstehende Haus nach einer umfassenden Revitalisierung im Jahr 2029 als NH Collection Hotel wieder eröffnen.

BWH Hotels Central Europe erweitert sein Portfolio in Wilhelmshaven. Das bisherige SleepBEEONE gehört künftig zur Sure Hotel Collection by Best Western und wird schrittweise modernisiert. Das Haus trägt zukünftig den Namen Wilhelmshaven Ahoi – Sure Hotel Collection by Best Western.

IHG Hotels und Resorts expandiert in Spanien durch den Bau von drei neuen Holiday Inn Express-Hotels. Das Projekt erfolgt in Kooperation mit Tikehau Capital und umfasst insgesamt 653 Zimmer.

Die Meininger Hotels verzeichneten im Geschäftsjahr 2026 ein stabiles Umsatzwachstum von über 200 Millionen Euro. Mit geplanten Neueröffnungen und Investitionen in die digitale Infrastruktur strebt das Unternehmen bis 2030 den Ausbau auf 50 Standorte an.

Das Seehotel Niedernberg – Das Dorf am See hat sein Wellnessangebot erweitert und das neue Miranu Spa samt dem Spa Bistro Aikoi in Betrieb genommen. Für die Realisierung wurden acht Zimmer in sechs Behandlungsräume umgewandelt.