Drei Geschwister führen das Kronelamm mit einer gemeinsamen Vision

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Nach Angaben des Hotels Kronelamm in Bad Teinach-Zavelstein sind bis Ende 2026 29 neue Zimmer und Suiten mit Sauna oder Whirlpool geplant. (Tagesakarte berichtete)Hinzukommen sollen neue Spa- und Rückzugsbereiche sowie ein neues Konzept für das Gourmetrestaurant. In einem vom Haus vorgelegten Interview erläutern die Geschwister Elisabeth Röber-Berlin, Roland Berlin und Franz Berlin ihre Aufgabenverteilung und die gemeinsamen Entscheidungen über die Erweiterung.

Hoteldirektorin Elisabeth Röber-Berlin erklärt, die Geschwister wollten das Vier-Sterne-Superior-Hotel als Ort für Erwachsene weiterentwickeln, die Ruhe, Natur und Genuss suchten. Auch mit dem neuen Westflügel solle jeder Gast weiterhin spüren, dass eine Familie hinter dem Haus stehe.

Die Entscheidung über den Ausbau hätten die drei gemeinsam getroffen. Dabei habe jeder seine Perspektive eingebracht: die Kapazitäten der Küche, die Anforderungen des Service und die Wünsche der Gäste. „Erst als alle drei überzeugt waren, haben wir losgelegt“, sagt Röber-Berlin.

Die drei Geschwister teilen die Verantwortung für den Hotelbetrieb

Die Geschwister führen das Kronelamm in zweiter Generation. Röber-Berlin verantwortet Marketing, Vertrieb, Personal und Finanzen. Roland Berlin betreut als Restaurantleiter und Sommelier die Gastronomie und die Weinauswahl. Franz Berlin leitet die Küche.

Eine gemeinsame Rückkehr in den elterlichen Betrieb sei ursprünglich nicht geplant gewesen, erläutert Röber-Berlin. Jeder habe zunächst einen eigenen beruflichen Weg eingeschlagen und sich aus eigener Überzeugung für die Rückkehr entschieden. Nach Darstellung von Roland Berlin sei er zuerst zurückgekommen, danach Franz und schließlich Elisabeth.

Im Alltag habe jeder seinen klaren Verantwortungsbereich. Einmal wöchentlich gebe es eine feste Familienbesprechung; weitere Fragen würden spontan geklärt. Entscheidungen, die das gesamte Haus beträfen, treffe das Geschwistertrio gemeinsam.

Roland Berlin beschreibt die Zusammenarbeit so: „Jeder hat seinen klaren Verantwortungsbereich, und darin vertrauen wir einander.“ Röber-Berlin erinnert außerdem an die erste coronabedingte Schließung: Die Familie habe sich damals ohne vorherige Verabredung im Tagungsraum eingefunden und das weitere Vorgehen besprochen.

Franz Berlin verweist auf die gastronomischen Wurzeln des Hauses

Franz Berlin bezeichnet die Gastronomie als wichtigstes Standbein des Kronelamm. Die Eltern Gudrun und Rolf Berlin hätten mit einer reinen Gastwirtschaft begonnen. Heute reiche das gastronomische Angebot vom Wanderheim Zavelstein über das Hotelrestaurant bis zum Gourmetrestaurant.

Das Gourmetrestaurant ist nach Angaben des Hauses mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Für dieses Restaurant sei im Zuge der Erweiterung ein neues Konzept geplant. In seiner Küche setze Franz Berlin auf bewährte Speisen und langjährige Beziehungen zu Lieferanten aus der Region.

Roland Berlin erklärt zudem, die Geschwister wollten junge Menschen für den Beruf begeistern. Röber-Berlin verweist auf Mitarbeiter, die im Kronelamm gelernt hätten oder bereits seit Jahrzehnten im Haus tätig seien.

Das Kronelamm nutzt künstliche Intelligenz zur Entlastung seiner Mitarbeiter

Bei der weiteren Entwicklung des Hotels nennt Röber-Berlin digitale Anwendungen und den Kontakt zu den Gästen. Künstliche Intelligenz werde dort eingesetzt, wo sie Mitarbeitern Routinearbeit abnehme. Dadurch solle mehr Zeit für persönliche Begegnungen bleiben.

Zum bestehenden Angebot gehört nach Angaben des Hotels ein 1.600 Quadratmeter großer Spa-Bereich mit einer Hochsitzsauna in neun Metern Höhe. Das Wanderheim Zavelstein und der historische Theurerhof, auf dem Hofabende stattfänden, ergänzten das Angebot des Familienbetriebs im Schwarzwald.

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Interview mit Elisabeth Röber-Berlin, Rolf Berlin und Franz Berlin, Gastgeber

Wie ist es dazu gekommen, dass heute drei Geschwister gemeinsam das Kronelamm prägen?

Elisabeth Röber-Berlin: „Geplant war das nie als Dreiergespann. Jeder von uns ist zuerst seinen eigenen Weg gegangen, und jeder ist aus eigener Überzeugung zurückgekommen. Dass wir am Ende alle drei hier stehen, ist für mich das schönste Zeichen dafür, was unsere Eltern Gudrun und Rolf mit diesem Haus geschaffen haben.“.

Roland Berlin: „Ich war der Erste, dann kam Franz, dann Elisabeth. Jeder von uns hatte von Anfang an seinen eigenen Bereich und die Zeit, in Ruhe hineinzuwachsen. Das hat uns die Freiheit gegeben, unsere Aufgaben wirklich zu unseren eigenen zu machen, und das Vertrauen, uns aufeinander verlassen zu können.“

Was bedeutet Familie im täglichen Hotelbetrieb?

Franz Berlin: „Bei uns gibt es keinen Chef, der irgendwo im Büro sitzt. Wer bei uns zu Gast ist, begegnet uns: in der Küche, am Tisch, an der Rezeption. Das spüren unsere Gäste, und das spürt auch unser Team.“

Elisabeth: „Familie heißt für uns auch: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören dazu. Viele haben bei uns gelernt, manche sind seit Jahrzehnten im Haus. Diese Verbundenheit ist ein großer Teil dessen, was Gäste als herzlich empfinden.“

Welche gemeinsame Vision verfolgen Sie für das Kronelamm?

Elisabeth: „Wir wollen das Kronelamm als Ort für Erwachsene weiterentwickeln, die Ruhe, Natur und Genuss auf hohem Niveau suchen, ohne dass es je unpersönlich wird. Mit dem neuen Westflügel und seinen 29 Zimmern wachsen wir gerade spürbar. Der Maßstab bleibt trotzdem derselbe: Jeder Gast soll spüren, dass hier eine Familie hinter allem steht.“

Franz: „Kulinarik ist seit jeher das wichtigste Standbein des Kronelamm. Unsere Eltern haben mit einer reinen Gastwirtschaft begonnen, das sind unsere Wurzeln. Ich liebe diese Vielfalt: vom schwäbischen Wanderheim über die abwechslungsreiche regionale Küche in unserem Hotelrestaurant bis zum Gourmetrestaurant. Unser neues Gourmetrestaurant […] bekommt zusätzlich eine sensationelle Lage und ein ganz besonderes Ambiente.“

Roland: „Und wir wollen junge Menschen für diesen Beruf begeistern. Wenn unsere Azubis später selbst Gastgeber werden, dann hat sich unsere Arbeit doppelt gelohnt.“

Wie funktioniert die Zusammenarbeit unter Geschwistern im Alltag?

Roland: „Jeder hat seinen klaren Verantwortungsbereich, und darin vertrauen wir einander. Das macht vieles leichter: Ich muss Franz nicht erklären, wie er kochen soll, und er mir nicht, wie ich einen Abend im Restaurant führe.“

Elisabeth: „Während der Arbeit sehen wir uns kaum, jeder ist in seinem Bereich unterwegs. […] Einmal pro Woche gibt es ein festes Familienmeeting, alles Weitere besprechen wir spontan.“

Gibt es Anekdoten, die die Zusammenarbeit beschreiben?

Elisabeth über den ersten Lockdown: „An dem Abend, als [verkündet wurde], dass am nächsten Tag alles schließt, standen wir plötzlich alle im Tagungsraum. Niemand hatte dazu aufgerufen, jeder ist einfach gekommen. Dann haben wir sofort besprochen, wie wir vorgehen […] und was als Nächstes zu tun ist. In diesem Moment habe ich gespürt, wie sehr wir uns als Familie aufeinander verlassen können.“

Roland über Heiligabend ohne Gäste: „In der Coronazeit haben wir zum ersten Mal Heiligabend nur im Kreis der Familie gefeiert […]. Das war schön, aber wir haben einstimmig festgestellt: Eigentlich mögen wir das gar nicht. Wir sind Gastgeber, und Heiligabend ohne Gäste wollen wir nie wieder feiern.“

Franz über das Klavier am ersten Weihnachtsfeiertag: „Wir hatten für den ersten Weihnachtsfeiertag eine Pianistin engagiert, die ihr eigenes Klavier mitbringen sollte. Sie kam ohne, weil sie dachte, wir hätten eines. Innerhalb einer Stunde haben wir am 25. Dezember ein Klavier samt Verstärker organisiert […]. Es wurde ein unvergesslicher Abend.“

Wie treffen Sie wichtige Entscheidungen?

Elisabeth: „Alles, was das Haus als Ganzes betrifft, entscheiden wir zu dritt. Beim Westflügel zum Beispiel hat jeder seine Perspektive eingebracht: Wie viele Gäste schafft die Küche, was braucht der Service, was wollen unsere Gäste wirklich? Erst als alle drei überzeugt waren, haben wir losgelegt.“

Roland: „Auch wenn es mal heiß hergeht: Unter Geschwistern muss keiner Sorge haben, dass der andere am nächsten Tag nicht mehr kommt oder kündigt. Also raufen wir uns wieder zusammen, und weiter geht's.“

Was schätzen Sie besonders aneinander?

Elisabeth über Franz: „Franz hat einen fantastischen Geschmack und kann sich Gerichte komplett im Kopf ausdenken. Außerdem ist er sehr gesellig und sorgt für gute Stimmung, in seinem Team genauso wie in der Familie. Unter Druck läuft er zur Hochform auf und kann spontan fast alles umsetzen.“

Franz über Roland: „Roland liest Gäste wie kein Zweiter. Er weiß oft schon beim Hereinkommen, was jemand an diesem Abend braucht. Dazu hat er eine unglaubliche Ausdauer und einen kompromisslosen Anspruch an Qualität.“

Roland über Elisabeth: „Elisabeth denkt das Haus voraus. Sie hat die Zahlen, die Strukturen und die Zukunft im Blick und traut sich, Neues als Erste auszuprobieren, zuletzt etwa beim Thema Künstliche Intelligenz.“

Tradition bewahren und zugleich Neues wagen – wie gelingt dieser Spagat?

Franz: „Die Nähe zur Region ist für uns wesentlich. Viele unserer Lieferanten kennen wir seit Jahren persönlich, und diese Partnerschaften sind für unsere Küche unersetzlich […]. Wir besinnen uns bewusst auf unsere Wurzeln und setzen klar auf Altbewährtes: gut gekochte Speisen, tolle Suppen, feine Gerichte.“

Elisabeth: „Neue Wege wollen wir vor allem digital und in der Art gehen, wie wir mit unseren Gästen in Kontakt sind. Wir setzen Künstliche Intelligenz dort ein, wo sie unserem Team Routinearbeit abnimmt, damit mehr Zeit für das bleibt, was keine Maschine kann: echte Begegnung.“

Was ist das Schönste daran, gemeinsam als Geschwister ein Hotel zu führen?

Elisabeth: „Das Vertrauen. Ich weiß jeden Tag, dass zwei Menschen mit mir an einem Strang ziehen, denen das Haus genauso am Herzen liegt wie mir.“

Roland: „Und dass wir Erfolge gemeinsam feiern können. Als der Michelin-Stern kam, war das nicht Franz' Stern allein, sondern ein Moment für die ganze Familie.“

Franz: „Man muss sich nichts vormachen. Wenn es mal hektisch wird, reicht ein Blick, und jeder weiß, was zu tun ist.“.


 

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