Europas Hotelinvestoren setzen verstärkt auf gehobene und luxuriöse Hotels

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Europäische Hotelinvestoren konzentrieren sich auf gehobene und luxuriöse Hotels. Im ersten Halbjahr 2026 floss die Hälfte des gesamten Investitionsvolumens in sogenannte „Upper Upscale“- und „Upscale“-Hotels. Zugleich stieg die Zahl der Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 Prozent. Das geht aus dem aktuellen „MarketBeat Europe Hospitality“ von Cushman & Wakefield hervor.

Insgesamt erreichten die Hotelinvestitionen in Europa 11,7 Milliarden Euro. Das waren 9,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Gegenüber dem Durchschnitt der jeweils ersten sechs Monate der vergangenen zehn Jahre lag das Volumen nach Angaben von Cushman & Wakefield allerdings knapp 20 Prozent höher.

Zu den größeren Einzeltransaktionen zählten der Verkauf des Pullman Paris Tour Eiffel mit 435 Zimmern durch einen Investmentfonds von Morgan Stanley Real Estate Investing und QuinSpark Investment Partners an ein von Batipart Immo Europe geführtes Investorenkonsortium sowie der Erwerb des ehemaligen Westminster Curio Collection Hotels in London durch Riu Hotels & Resorts. Das Haus mit 464 Zimmern werde inzwischen als Hotel Riu Plaza London The Westminster betrieben. In Wien sei das Park Hyatt aus der Insolvenzmasse der Signa Group an einen Privatinvestor verkauft worden.

In Deutschland habe insbesondere der Verkauf eines Portfolios von Aroundtown an die Ironstone Group/Ogilvy Capital zum Transaktionsvolumen beigetragen. Die elf Objekte befänden sich überwiegend in Deutschland, darunter Penta Hotels beispielsweise in Leipzig und Bremen, darüber hinaus in Belgien und Frankreich.

Zahl großvolumiger Hoteltransaktionen steigt gegenüber Vorjahr um 30 Prozent

Die Zahl der Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro stieg im Jahresvergleich um 30 Prozent. Erfasst seien sowohl einzelne Objekte als auch größere Portfolios.

Frederic Le Fichoux, Head of Hotel Transactions EMEA bei Cushman & Wakefield, erklärte: „Was wir in der ersten Jahreshälfte 2026 gesehen haben, ist vor allem ein hochselektiver Markt und nicht ein Markt, der sich abschwächt. Es werden zwar insgesamt weniger Assets gehandelt, doch bei denjenigen, die am Markt sind und waren, handelt es sich um Premium Hotels in guten Lagen im höheren Preissegment."

Der durchschnittliche Preis pro verkauftem Zimmer erhöhte sich über alle Hotelklassen hinweg um neun Prozent auf 228.416 Euro. Private Investoren hätten sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite die Aktivitäten dominiert. Auf sie entfielen 54 Prozent der Käufe und 46 Prozent der Verkäufe.

Die Hälfte des gesamten investierten Volumens floss nach Angaben von Cushman & Wakefield in „Upper Upscale“- und „Upscale“-Hotels. Le Fichoux erklärte, Hotelinvestoren konzentrierten sich auf gehobene und luxuriöse Hotels, die ein starkes Performancewachstum verzeichnet hätten und häufig für mehr als 100 Millionen Euro gehandelt würden.

Bereits im Mai 2026 hatte eine Befragung von CBRE eine Präferenz für das Luxussegment ausgewiesen. In der „European Hotel Investor Intentions Survey 2026“ nannten 53 Prozent der Befragten Luxury Hotels als bevorzugtes Segment. Die Untersuchung wurde zwischen dem 3. Februar und 23. März 2026 durchgeführt und umfasst Angaben von mehr als 70 Marktteilnehmern.

Investoren aus Asien-Pazifik versechsfachen ihr europäisches Anlagevolumen

Das Transaktionsvolumen von Investoren aus der Asien-Pazifik-Region wuchs nach Angaben der deutschen Mitteilung von Cushman & Wakefield im Jahresvergleich um 500 Prozent. Gleichzeitig ging das Volumen von Investoren aus Amerika um 87 Prozent zurück.

Le Fichoux führt den Anstieg der Aktivitäten aus Asien-Pazifik auf eine Neubewertung der Investmentstrategien global tätiger Anleger und den Wunsch nach Diversifizierung zurück, der hauptsächlich von geopolitischen Gründen getrieben sei. Zudem seien Investitionen aus Asien-Pazifik in europäische Hotels während der Pandemie und in den darauffolgenden Jahren deutlich zurückgegangen.

Deutschland fällt mit 603 Millionen Euro auf Platz fünf

Das Vereinigte Königreich führte die Länderstatistik im ersten Halbjahr mit 3,22 Milliarden Euro und einem Plus von 74 Prozent an. Spanien folgte mit 2,66 Milliarden Euro und einem Zuwachs von 34 Prozent. Italien erreichte 1,31 Milliarden Euro, 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Frankreich kam auf 1,25 Milliarden Euro und damit acht Prozent mehr.

Deutschland belegte mit 603 Millionen Euro Platz fünf. Das Investitionsvolumen sank damit gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 46 Prozent.

London blieb mit einem Transaktionsvolumen von 2,3 Milliarden Euro, verteilt auf 24 Immobilien, nach Angaben von Cushman & Wakefield die gefragteste Metropole Europas im Hotelinvestmentbereich. Dahinter folgten Paris, Wien und Madrid.

Das Hotelangebot in Europa wuchs gemessen an der Zimmerzahl um 2,9 Prozent. Der europaweite RevPAR lag bei 101 Euro und damit drei Prozent über dem Vorjahreswert. Osteuropa verzeichnete mit sechs Prozent das stärkste Wachstum. Auf Stadtebene legten Mailand mit 24 Prozent und Budapest mit 15 Prozent am stärksten zu.

Cushman & Wakefield verweist für den weiteren Jahresverlauf auf mehrere großvolumige Transaktionen, Portfolios und Plattformen, die derzeit am Markt gehandelt würden. Sollten diese zum Abschluss kommen, würden sie sich nach Einschätzung von Le Fichoux positiv auf das Transaktionsvolumen des europäischen Hotelinvestmentmarktes auswirken.

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