Expansion auf die Balearen: Arabella Hospitality übernimmt Management auf Ibiza

| Hotellerie Hotellerie

Die Münchener Arabella Hospitality SE weitet ihre Präsenz auf dem spanischen Markt aus. Wie das Unternehmen mitteilte, hat die Tochtergesellschaft Arabella Hospitality España einen Hotel-Management-Vertrag für das Ibiza Corso Hotel & Spa unterzeichnet. Es handelt sich um den ersten Vertrag dieser Art für die Gesellschaft, die damit erstmals als White-Label-Betreiber auftritt.

Strategischer Wechsel in der Marina Botafoc

Der Eigentümer der Immobilie, Blasson Property Investments, hat das Objekt über seinen Geschäftsbereich Veltaro erworben. Ziel des Investors ist eine Neupositionierung im Fünf-Sterne-Segment. Die operative Übernahme durch Arabella Hospitality ist für April 2026 bei laufendem Betrieb geplant. Nach einer umfassenden Modernisierungsphase soll das Haus im Frühjahr 2027 unter dem Namen Hotel Corso Puerto Ibiza als Teil der Marke Autograph Collection von Marriott International neu eröffnen.

Das Hotel befindet sich in der Marina Botafoc direkt am Yachthafen von Ibiza-Stadt. In unmittelbarer Nähe sind Investitionen in Höhe von 80 Millionen Euro für die Neugestaltung des Hafengeländes vorgesehen. Das Hotelprojekt selbst umfasst nach der Renovierung 154 Zimmer und Suiten, die alle über eine private Terrasse verfügen. Zum Angebot gehören ein Restaurant mit Panoramaterrasse, eine Lobby-Bar sowie eine Rooftop-Bar mit Pool.

Integration von Luxusgastronomie und Entertainment

Ein wesentlicher Bestandteil der Neuausrichtung ist die Integration des bekannten Clubs Lio Ibiza. Der Veranstaltungsort, der eine Kombination aus Gourmet-Gastronomie, Kabarett und Nachtclub darstellt, wird im Zuge der Hafen-Umgestaltung seinen bisherigen Standort verlassen und in das Hotel umziehen.

„Mit diesem ersten Hotel-Management-Vertrag auf Ibiza erreichen wir einen bedeutenden Meilenstein“, erklärt Karl-Heinz Pawlizki, CEO der Arabella Hospitality. „Das HMA-Modell bietet sowohl uns als auch den Hotelbesitzern entscheidende Vorteile: Dank unserer Expertise als Eigentümer und Hotelbetreiber auf Mallorca können wir unsere Dienstleistungen als Manager auf andere Hotelbesitzer ausweiten. Wir positionieren die Arabella Hospitality als White-Label-Betreiber für gehobene und luxuriöse Hotels und Resorts.“

Fokus auf internationale Quellmärkte

Mit diesem Schritt nutzt das Unternehmen die hohe Nachfrage auf der Mittelmeerinsel. Laut dem Ibiza Sustainability Report 2024 besuchten im vergangenen Jahr 3,28 Millionen Menschen die Insel. Der Anteil internationaler Gäste lag bei 75,6 Prozent, wobei Urlauber aus Großbritannien, Italien und Deutschland die stärksten Gruppen bildeten.

Die Arabella Hospitality España greift dabei auf langjährige Erfahrung auf den Balearen zurück. Seit den 1990er Jahren betreibt die Gesellschaft auf Mallorca drei Fünf-Sterne-Hotels und vier Golfplätze. „Wir verfügen auf Mallorca über eine etablierte Organisation mit jahrzehntelangem Know-how. Der Vertragsabschluss auf Ibiza ist der nächste Schritt unserer Expansion auf den Balearen und weitere Verträge sind bereits in Verhandlung“, sagt Francisco Vila, CEO der Arabella Hospitality España.

Wachstum durch Asset-Light-Strategie

Die Expansion ist Teil einer übergeordneten Unternehmensstrategie, die auf Asset-Light-Modellen basiert. Dabei konzentriert sich die Arabella Hospitality auf den Abschluss von Pacht- und Managementverträgen, ohne direkt in die Immobilien zu investieren. Das Unternehmen betreibt bereits seit 2021 das Neues Schloss Privat Hotel Zürich unter der Marke Autograph Collection und setzt damit die Kooperation mit Marriott International fort. Die Wachstumsziele konzentrieren sich primär auf die Kernmärkte Deutschland, Österreich, die Schweiz und Spanien.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Gericht der Europäischen Union hat das Verbot der Etraveli-Übernahme durch Booking bestätigt. Booking konnte im Verfahren auch die Feststellung der Kommission einer dominanten Stellung auf dem Hotel-OTA-Markt nicht entkräften. Der Hotelverband sieht darin Rückenwind für die separate Schadenersatzklage europäischer Hotels.

Booking darf den Wettbewerber eTraveli auch nach einem Urteil des EU-Gerichts nicht übernehmen. Die Richterinnen und Richter in Luxemburg bestätigten eine entsprechende Entscheidung der EU-Kommission von 2023.

Google baut seine Hotelsuche in Europa um – und ausgerechnet Booking.com, Expedia und andere Vermittler könnten dadurch prominenter werden. Google warnt vor Nachteilen für lokale Unternehmen, während frühere Tests bereits deutliche Traffic-Verluste bei Hotels gezeigt hatten.

Hotelgäste lassen sich Essen längst ins Hotel liefern. Mehrere Hotelunternehmen binden Lieferdienste inzwischen gezielt in ihre Angebote ein: tent Hotels schafft eigene Bereiche für Lieferessen, Wyndham und Hilton arbeiten mit Grubhub, Marriott mit Uber – und Accor plant eine Uber-Partnerschaft auch in Deutschland.

Der Hotelverband Deutschland veröffentlicht die zweite Staffel seines Podcasts Zukunft Hotel mit zehn neuen Episoden und beleuchtet zum Auftakt aktuelle Fragen zu Betreiberverträgen und Hotelimmobilien.

Die Motel One Group hat ein neues Hotel mit 177 Zimmern in der Koblenzer Innenstadt eröffnet. Das Innenraumkonzept des Hauses greift den Zusammenfluss von Rhein und Mosel auf.

Auf dem ehemaligen Knorr-Bremse-Areal in München-Milbertshofen soll ein neues Quartier entstehen. Teil der Planung ist ein 88 Meter hohes Hochhaus mit Hotel und Skybar.

Iremis kauft das Novotel Freiburg am Konzerthaus für rund 28 Millionen Euro von Deka Immobilien. Nach einer Sanierung soll das Hotel mit 219 Zimmern im Herbst 2027 unter der Marke Scandic wiedereröffnet werden.

Europas Hotelinvestoren konzentrieren sich auf gehobene und luxuriöse Hotels. Im ersten Halbjahr 2026 floss die Hälfte des Investitionsvolumens in „Upper Upscale“- und „Upscale“-Hotels, während die Zahl der Transaktionen über 100 Millionen Euro um 30 Prozent stieg.

Die Centralis Immobilien Gruppe hat in einer Doppeltransaktion zwei ehemalige Hotels am Kölner Hauptbahnhof erworben. Die Gebäude sollen nun saniert und zu Serviced Apartments mit insgesamt 233 Einheiten umgebaut werden.