Der frühere prizeotel-Chef Connor Ryterski startet gemeinsam mit einem Hamburger Family Office die neue Hotelmarke Kumo Hotels. Die ersten beiden Häuser entstehen nach Unternehmensangaben als Neubauten in Hamburg mit rund 380 Zimmern und in Köln mit rund 170 Zimmern. Die Eröffnungen seien ab 2029 vorgesehen.
In den Unterlagen vom 5. Oktober 2026 positioniert das Unternehmen Kumo als Designmarke im Midscale-Segment. Das Konzept verbinde japanisch inspiriertes Design mit digitalen Abläufen. Für die Entwicklung und den Betrieb der Häuser setzt Kumo auf ein Owner-Operator-Modell.
Das Family Office investiert in Neubauten und beteiligt sich an Kumo
Das Hamburger Family Office bringe Grundstücke aus seinem eigenen Bestand in die Partnerschaft ein und investiere in die Errichtung der beiden Hotels. Für den Betrieb schließe es einen Managementvertrag mit Kumo, an dem es zugleich beteiligt sei.
„Dass unser Investmentpartner in die ersten Hotels erheblich investiert, unterstreicht ihr Commitment für die neue Marke. Wir meinen es ernst“, sagt Ryterski. Einen Namen nennt das Unternehmen für das Family Office nicht.
Ryterski kritisiert Wachstumsdruck und Qualitätsanspruch bei neuen Hotelmarken
„Tatsächlich wurden wir in den letzten Jahren von neuen Hotelmarken regelrecht überschwemmt“, sagt Ryterski. „Es ist aber alles so belanglos geworden. Viele von ihnen sind nicht aus einer Überzeugung heraus entstanden, sondern dienen dem Wachstumsdruck der internationalen Hotelgruppen.“
Zum Qualitätsanspruch erklärt er: „Die Antwort auf die Marktlage kann nicht ein immer niedrigerer Qualitätsanspruch sein, denn dann komme ich in einen Teufelskreis, bei dem ich irgendwann oben nicht mehr genug Umsatz erziele, um unten meinen Deckungsbeitrag zu erwirtschaften“.
Kumo kombiniert 18 Quadratmeter große Doppelzimmer mit digitalen Abläufen
Die Doppelzimmer seien 18 Quadratmeter groß. Einige Familienzimmer sollen auf gleichem Raster zwei vollwertige Queen-Size-Betten für bis zu vier Personen bieten. Vorgesehen seien außerdem ein täglich frisch zubereitetes, vorausgewähltes Frühstücksangebot in der Lobby-Lounge, ein Mini-Gym mit Ruhebereich und ein japanischer Garten.
Die digitalen Prozesse sollen von der Buchung bis zum Check-out reichen. Der Self-Check-in werde bei Bedarf von der Hotelbar unterstützt. Bei der Gestaltung nennt das Unternehmen natürliche Materialien, viel Holz und durchgängig indirektes Licht.
Ryterski entwickelte die Idee für Kumo während seiner Auszeit
Ryterski übernahm nach Angaben des Unternehmens 2020 die Rolle des prizeotel-CEO von Gründer Marco Nussbaum, nachdem die Radisson Hotel Group die Marke vollständig übernommen hatte. Unter der neuen Eigentümerschaft habe er das Portfolio von drei auf 23 Hotels in sieben Ländern erweitert.
Anfang 2025 habe Ryterski Prize by Radisson verlassen und anschließend eine Auszeit von fast einem Jahr genommen. Zu diesem Schritt erklärt er: „Ich habe meine gesamte berufliche Laufbahn bei Prize verbracht, durfte die durchaus chaotische Sturm-und-Drang-Phase eines Start-ups, dann die Professionalisierung über Corporate-Strukturen miterleben und die Zeit war gekommen, sich auf einige persönliche Themen zu konzentrieren“.
Während dieser Auszeit sei er knapp vier Wochen durch Japan gereist. Dort habe er unter anderem in traditionellen Ryokans und einem Tempel im buddhistischen Bergdorf Koyasan übernachtet. Die letzten vier Tage der Reise habe er mit seinem Geschäftspartner in Tokio verbracht, um gemeinsam an der Idee für Kumo zu arbeiten.
Beide hätten Unterkünfte verschiedener Kategorien besucht, darunter das Ryokan Hanare, das Muji Hotel und das Okura Hotel. „Aus allen drei Kategorien finden sich heute Inspirationen in KUMO wieder. Wir treten nicht dafür an, eine authentische Experience vermitteln zu wollen, dafür kann ich nur eine eigene Reise durch Japan empfehlen. Wir möchten aber dieses Gefühl von Leichtigkeit und Klarheit, welches wir in den verschiedensten Unterkünften erlebt haben, mit unseren zukünftigen Gästen teilen“, erklärt Ryterski.
prizeotel-Gründer Marco Nussbaum verweist gegenüber Tageskarte darauf, dass mehrere ehemalige Mitarbeiter inzwischen unternehmerisch tätig seien. „Ich finde diese Entwicklung tatsächlich schön und freue mich darüber, wenn Menschen, die eine Zeit lang mit uns gearbeitet haben, irgendwann selbst unternehmerische Verantwortung übernehmen und ihren eigenen Weg gehen“, schreibt Nussbaum.
Für die weitere Expansion suche Kumo Grundstücke, Projektentwicklungen und bestehende Hotels ab 150 Zimmern in Innenstadtlagen. Im Fokus stünden die deutschen Top-7-Städte sowie ausgewählte europäische Metropolen. Infrage kämen ein Erwerb mit eigenem Investment oder die Übernahme des Betriebs.
Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.