Hotel haftet für Fahrfehler von Mitarbeitern beim Parkservice

| Hotellerie Hotellerie

Valet Parking, Parkservice, Parkdienst: Es gibt viele Namen dafür, dass ein Mitarbeiter zum Beispiel eines Hotels das Auto eines  Reisenden einparkt. Doch wer zahlt, wenn Gäste später einen Schaden entdecken? Ein Gericht bestätigt: Das Hotel.

Wenn beim Parkservice ein Auto beschädigt wird, muss das Hotel Schadenersatz zahlen - denn es ist auch für seine Mitarbeiter verantwortlich.

Das zeigt ein Urteil (Az.: 22 U 134/17) des Oberlandesgerichts (OLG) Köln, auf das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist.

Spa-Besuch mit unentspanntem Ende

Im konkreten Fall wollte eine Frau den Spa-Bereich eines Hotels besuchen. Sie gab den Schlüssel an der Rezeption ab, damit ein Mitarbeiter das Auto in die Tiefgarage fahren konnte. Als sie es abholen wollte, stellte sie fest, dass es nicht dort, sondern in einer Parkbucht in Hotelnähe stand. Auf der rechten Fahrzeugseite waren beide Reifen platt.

Das Hotel lehnte ab, Schadenersatz zu leisten. Das Argument lautete, die Reifen seien schon vorher beschädigt gewesen. Der Angestellte hatte ausgesagt, einen schleichenden Luftverlust an den Reifen festgestellt zu haben. Daher hatte er das Auto nicht in der Tiefgarage, sondern in der Parkbucht geparkt. Daraufhin wies das Landgericht eine Klage der Frau ab.

Ein Sachverständiger widerlegt die Aussagen

Das Oberlandesgericht in nächster Instanz holte jedoch ein Gutachten ein und gab der Klage statt. Der Sachverständige hatte festgestellt, dass die Angaben des Hotelmitarbeiters nicht stimmen konnten. Die Luft sei an zwei Stellen durch große Löcher aus den Reifen entwichen - und so ein Schaden hätte nicht schleichend auftreten können.

Das Gericht kam daher zu der Auffassung, dass die Löcher durch einen Fahrfehler des Angestellten mit einer massiven Krafteinwirkung auf die Räder entstanden sein mussten. Das Hotel musste rund 6000 Euro Schadenersatz bezahlen.

Prominter Unfall im Adlon

Im September 2029 kam es zu einem Park Unfall, der medial besonders hohe Wellen schlug. Zwei Adlon-Mitarbeiter kippten den Luxus-Geländewagen eines Gastes auf dem Weg zur Tiefgarage um, was im „Netz“ für Hohn und Spott sorgte (Tageskarte berichtete). Wie Hotel-Sprecherin Sabina Held auf Nachfrage sagte, sollten die Mitarbeiter das Auto eines Gastes in eine Tiefgarage fahren. Wegen einer Straßensperrung hätten sie den Weg über die Yitzhak-Rabin-Straße genommen. «Es handelte sich in keiner Weise um eine Spritztour oder Ähnliches», sagte sie.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Strategische Erweiterung in der Rhön: Die Ritter von Kempski Group übernimmt die renommierte Fachklinik Dr. von Weckbecker. Mit Millioneninvestitionen und einem Fokus auf präventive Medizin soll der Standort Bad Brückenau zukunftssicher aufgestellt werden.

Das Hilton Berlin am Gendarmenmarkt schließt einen weiteren Abschnitt seiner Modernisierung ab. Das Haus eröffnet in seiner markanten Glaskuppel die „Beletage“ sowie eine neu gestaltete Executive Lounge. 

Urlaub an der Nordseeküste, auf den Ostfriesischen Inseln und in der Lüneburger Heide: Die Zahl der Gäste und Übernachtungen übertrifft erstmals das Vor-Corona-Niveau.

Die Schweizer Beherbergungsbranche erreicht 2025 mit fast 44 Millionen Übernachtungen einen neuen Rekord. Während Stadthotels und Fernmärkte wie China und die USA das Wachstum treiben, belasten steigende Kosten und sinkende Margen die Betriebe.

Das Bio Berghotel Ifenblick im Allgäuer Bergdorf Balderschwang hat nach umfangreichen Umbaumaßnahmen neu eröffnet. Zentraler Bestandteil ist das neu geschaffene Panorama-Spa mit Outdoor-Infinity-Pool und Hallenbad.

Das Conrad Hamburg erweitert sein Angebot im Levantehaus um ein 1.000 Quadratmeter großes Spa. Neben dem größten Hotelpool der Stadt setzt das Haus auf ein neuartiges Longevity-Konzept mit medizinisch orientierten Anwendungen.

Das Grand Hotel Central in Barcelona hat sein Wellness-Angebot erweitert. Auf der hoteleigenen Dachterrasse „La Terraza del Central“ wurde eine Panorama-Sauna in Betrieb genommen, die Gästen einen direkten Blick über die Stadt ermöglicht.

Limehome baut sein Angebot in München massiv aus. Durch die Übernahme des Hotel Miano in Pasing und einen geplanten Neubau nahe dem Hauptbahnhof kommen 174 neue Einheiten zum Portfolio hinzu. Der Fokus liegt dabei auf der digitalen Transformation bestehender Hotelstrukturen.

Die Region Hannover bleibt das Schlusslicht bei der deutschen Hotelzimmerauslastung. Während andere Großstädte deutlich höhere Werte erzielen, streitet die Branche in Hannover über die Verwendung der Beherbergungssteuer und fordert eine effektivere Vertriebsstrategie für den Tourismusstandort.

Hamburg festigt seine Rolle als Tourismusmagnet: Mit 16,5 Millionen Übernachtungen und der bundesweit höchsten Hotelauslastung blickt die Hansestadt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Für 2026 versprechen große Jubiläen, neue Musical-Premieren und Museumsprojekte weiteres Wachstum.