Hotel Innovations-Award 2025 geht an „Waldhuus Bellary“ mit Retro-Konzept

| Hotellerie Hotellerie

GastroSuisse und die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit (SGH) haben zum zehnten Mal den Hotel Innovations-Award verliehen. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Waldhuus Bellary – Back to the 70s“ aus Grindelwald (BE). Die Preisverleihung fand im Rahmen des Innovations-Tages statt, der sich dem Motto „Nachhaltig wirtschaften & clever sparen – Erfolgsstrategien für das Gastgewerbe“ widmete.

Preis für mutiges Nischenkonzept

Vor rund 250 Gästen im Verkehrshaus Luzern würdigte Peter Gloor, Direktor der SGH, das Siegerprojekt in seiner Laudatio. Er betonte, die Vergabe des Preises zum zehnten Mal unterstreiche die Innovationskraft und Wandlungsfähigkeit der Schweizer Hotellerie.

Zum Konzept des Waldhuus Bellary führte Gloor aus: „Mit dem Projekt ‚Back to the 70s‘ ist es dem Waldhuus gelungen, ein Traditionshaus in eine moderne, einzigartige Nischenunterkunft zu verwandeln.“ Die Jury, bestehend aus sieben Fachpersonen, begründete den Entscheid insbesondere mit der klaren Ausrichtung auf die Bedürfnisse der jungen Generation, sowohl bei den Gästen als auch bei den Mitarbeitenden. Die sogenannte „Groove Crew“ demonstriere einen neuen Arbeitsstil, der als kreativ, digital, mitgestaltend und freudig beschrieben wird.

Gloor resümierte: „Das Waldhuus zeigt, was passiert, wenn man Mut, Kreativität und strategisches Denken miteinander verbindet.“ Als Preis erhält das Siegerprojekt ein Coaching im Wert von CHF 15 000.-. Auch die Finalistenprojekte „Appenberg“ und „Hotel Jardin“ fanden Anerkennung und durften ihre Konzepte im Rahmen des Innovations-Tages präsentieren.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Fokus

Das Siegerhotel in Grindelwald setzt auf ein Retro-Design im Stil der 70er-Jahre und richtet sich an junge sowie junggebliebene Gäste. Die 25 Zimmer, die Bar und Lounge sowie ein grosser Garten mit Eiger-Blick sollen eine entspannte Atmosphäre schaffen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Ressourcenschonung: Vorhandene Möbel und Einbauten, wie die Fliesen in den Bädern, wurden sorgfältig aufgearbeitet und in das neue Design integriert.

Das Konzept ergänzt diese Aspekte durch digitale Services: Check-in, Bezahlung und Zimmerzugang erfolgen per Smartphone. Damit verbindet das Waldhuus Bellary Design, Technologie und das Gästeerlebnis mit einem nachhaltigen Angebot.

Impulse vom Innovations-Tag

Der Innovations-Tag, getragen vom Motto „Nachhaltig wirtschaften & clever sparen – Erfolgsstrategien für das Gastgewerbe“, bot den Teilnehmern erstmals die Möglichkeit, Breakout-Sessions zu besuchen. Die Themen umfassten unter anderem:

  • Die Kunst der korrekten Preisgestaltung in der Gastronomie, präsentiert von Dr. Nina Heim (Dozentin ZHAW), mit Fokus auf die Reaktion der Gäste auf unterschiedliche Preisstrategien.

  • Die wirtschaftliche Relevanz von Nachhaltigkeit, dargelegt von Dr. Roland Zegg (Präsident ibex fairstay).

  • Die Steigerung der Unternehmenseffizienz mittels Lean Management, erklärt von Nico Schefer (Dr. Koch Consultancy).

Darüber hinaus beleuchteten Top-Referenten den wirtschaftlichen Erfolg im Einklang mit nachhaltigem Handeln. Christine Schäfer (Senior Researcherin GDI) stellte ihre Studie „Decoding Food Culture“ vor, in der Esskultur entschlüsselt und regionale Unterschiede aufgezeigt werden. Der Food-Journalist und KI-Experte Patrik Zbinden adressierte die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) in Hotellerie und Gastronomie, insbesondere bei der automatisierten Rezeptentwicklung, der vorausschauenden Lagerbewirtschaftung sowie bei KI-gestützten Abläufen im Service und im Gästemanagement.

Formatwechsel für die Zukunft

Der Innovations-Tag fand nach 17 Jahren zum letzten Mal in dieser Form statt. Bruno Lustenberger, Vorstandsmitglied von GastroSuisse, kündigte an, dass die Partnerschaft mit HotellerieSuisse nach dem erfolgreichen Start in diesem Jahr intensiviert werde. Die Kooperation wird auf dem kommenden Hospitality Summit 2026 fortgesetzt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Vom ehemaligen Bürogebäude in Berlin bis zum Neubau auf Sylt: Limehome setzt bei seiner Expansion auf unterschiedliche Immobilientypen. Bis 2030 will das Unternehmen 25.000 Einheiten unter Vertrag haben.

IHG Hotels & Resorts plant ein neues Vignette-Collection-Hotel im Zentrum von Madrid. Das San Bernardo soll im März 2028 mit 67 Zimmern eröffnen und das spanische Luxus-Portfolio des Konzerns auf 21 Häuser erweitern.

Die österreichische Hotelgruppe Cooee alpin erweitert ihr Portfolio von drei auf fünf Hotels. In Kaprun läuft der Umbau eines bestehenden Hauses, zugleich entsteht in Bad Goisern bis Dezember 2027 ein Neubau mit 78 Zimmern.

Das familiengeführte Flemings Mayfair Hotel in London feiert sein 175-jähriges Jubiläum. Das im Jahr 1851 von Robert Fleming errichtete Anwesen gehört zu den ältesten unabhängigen Hotels der britischen Metropole.

Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group hat ihr neues Fünf-Sterne-Resort in Salò am Gardasee offiziell eröffnet. Das Investitionsvolumen für das Mixed-Use-Projekt beläuft sich auf rund 150 Millionen Euro.

Arabella Hospitality übernimmt den Betrieb des neuen Hotels Moxy Munich South im Münchner Stadtquartier The Source. Die Fertigstellung des 164 Zimmer umfassenden Hauses ist für das Jahr 2028 geplant.

Auf dem Ostkinberg in Scheidegg ist ein Wellness-Hotel mit rund 120 Zimmern und Suiten geplant. Laut Allgäuer Zeitung soll es Teil der Lerch Genusswelten werden; Geschäftsführer Thomas Lerch äußerte sich gegenüber der Zeitung zu dem Projekt.

​​​​​​​Alle acht Seminaris-Hotels durchlaufen einen Betreiberwechsel. Vier Häuser seien bereits zum 15. September 2026 an die Belvilla Deutschland GmbH übergegangen und werden bereits als Sunday-Hotels vermarktet. Die übrigen vier sollen zum 1. Oktober folgen. Das bestätigte Seminaris auf Anfrage von Tageskarte.io.

Der Hotelverband Deutschland sieht in den neuen Booking.com-Zusagen einen Fortschritt, will ihre Wirkung aber in der Praxis prüfen. IHA-Präsident Otto Lindner stellt insbesondere Fragen zum Genius-Programm.

Die EPH Group plant im Mittelburgenland ein Fünf-Sterne-Resort mit rund 300 Betten. Der Grundstückserwerb setzt insbesondere eine rechtskräftige Baubewilligung voraus.