Hotels in Rheinland-Pfalz auch im Juni mit weniger Gästen

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Der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Rheinland-Pfalz, Gereon Haumann, hat die Juni-Bilanz in der Tourismusbranche im Land als alarmierend bezeichnet. «Die Zahlen belegen, was wir immer sagen: Wir sind längst nicht da, wo wir hinwollen», sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Haumann zufolge sollte die Bundespolitik deutlich stärker für Urlaub in Deutschland werben. «Wie soll ich meinen Gastronomen und Hoteliers erklären, deren Betten leer stehen, dass wir mit unseren Steuergeldern und Krankenkassenbeiträgen Tausende Tests von Gästen finanzieren, die in Europa statt in Deutschland Urlaub machen?» Es sei zwar richtig, dass populäre Orte wie die Ost- und Nordsee und die Alpen ausgebucht seien. «Aber nicht nur Rheinland-Pfalz hat eine deutlich reduzierte Nachfrage im Vergleich zu 2019», meinte Haumann.

Das Statistische Landesamt in Bad Ems hatte am Freitag neue Zahlen für Rheinland-Pfalz veröffentlicht. Demnach lag die Zahl der Gäste und der Übernachtungen im Juni deutlich unter Vorjahresniveau - trotz der Öffnung der Hotels, Pensionen, Campingplätze und anderer Beherbergungsbetriebe unter Corona-Auflagen nach dem Lockdown. Im Vergleich zum Mai milderten sich die drastischen Rückgänge aber leicht ab. So wurden nach ersten Berechnungen im Juni rund 639 000 Gäste gezählt, 42 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Die gebuchten Übernachtungen gingen im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 1,78 Millionen zurück. Ab 18. Mai durften die Betriebe unter Corona-Abstands- und -Hygieneregeln wieder öffnen.

Insgesamt übernachteten im ersten Halbjahr rund 2,07 Millionen Menschen in den Hotels, Pensionen und anderen Herbergen. Das waren 52 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Sie buchten insgesamt 5,71 Millionen Übernachtungen - 48 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten 2019.

Haumann sprach sich für eine Fortsetzung der Tourismus-Imagekampagne der Landesregierung aus. «Es müssen mehr Gäste nach Rheinland-Pfalz, aber das schaffen die Betriebe allein nicht.» Es müsse alles dafür getan werden, um jetzt möglichst viel Umsatz zu generieren. «Wenn wir es nicht schaffen, im August und September deutlich über die jetzigen Auslastungszahlen auch im Vergleich zum Vorjahr hinaus zu kommen, brauchen wir ein Winter-Rettungspaket für rheinland-pfälzische Betriebe», sagte der Dehoga-Präsident des Landes. Ohne nachhaltige Besserung sei über den Winter ein Drittel der Betriebe in Gefahr. (dpa)


 

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