Hotels testen Kreislaufwirtschaft im laufenden Betrieb

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Motel One und Leonardo Hotels haben in mehreren Pilotprojekten untersucht, wie sich Verpackungen, Abfälle und Hotelmobiliar wiederverwenden, aufarbeiten oder wiederverwerten lassen. Das geht aus dem Report „Kreislaufwirtschaft in der Hotellerie“ hervor, den WWF Deutschland, die Kühne Logistics University, Motel One und Leonardo Hotels am 17. September 2026 vorgestellt haben.

Die Projekte befassten sich mit Mehrwegverpackungen, der Mülltrennung in Hotelzimmern, der Weiterverwendung von Mobiliar und der sortenreinen Sammlung gebrauchter PP-Lebensmitteleimer. Die Projektpartner erklären, die Maßnahmen seien im laufenden Hotelbetrieb erprobt worden.

Motel One ersetzt Einwegbehälter in fünf Hamburger Hotels

In fünf Hamburger Motel-One-Hotels sei ein Mehrwegkreislauf für Obstsalatbehälter eingerichtet worden, berichtet der WWF. Die Behälter seien nach der Verwendung gesammelt, professionell gereinigt und erneut befüllt worden. An dem Projekt waren PFABO, Fresh Factory, Transgourmet Deutschland und Cup & More beteiligt.

Während des dreimonatigen Testzeitraums seien 2.261 Mehrwegbehälter eingesetzt worden. Nach Berechnungen der Projektpartner seien dadurch 423 Kilogramm Einwegplastik vermieden worden. Der Report weist für die zurückgeführten Behälter eine Ausschussrate von 1,2 Prozent aus. Das Mehrwegprojekt sei zunächst bis Ende 2026 verlängert worden.

Abfalltrennung senkt im Motel One Aachen die Restmüllmenge

Im Motel One Aachen seien die Abfallbehälter in allen 259 Gästezimmern mit Trenneinsätzen ausgestattet worden. Dadurch hätten recyclingfähige Leichtverpackungen und Papier getrennt vom Restmüll gesammelt werden können.

Der Report beziffert die mögliche jährliche Verringerung der Restmüllmenge auf 4,6 bis 8,9 Tonnen. Das entspreche 18 bis 34 Kilogramm je Zimmer. Die Kosten für die Entsorgung der Abfallfraktion Restmüll seien um etwa 31,5 Prozent gesunken. Dafür seien nur geringe Investitionen erforderlich gewesen; Mehrkosten im Reinigungsbetrieb seien nach Angaben der Projektpartner nicht entstanden. Motel One habe die Mülltrennung nach Abschluss der Pilotphase fortgeführt.

Leonardo Hotels prüft Bestandsmobiliar aus zwei übernommenen Häusern

Leonardo Hotels untersuchte bei zwei Hotelübernahmen in Berlin und Hannover, ob vorhandenes Mobiliar weiterverwendet, aufgearbeitet oder anderweitig verwertet werden könne. Im The Posthouse Berlin Potsdamer Platz, dem ehemaligen Hotel Berlin Potsdamer Platz beziehungsweise Crowne Plaza, seien 2.214 Gegenstände erfasst worden.

Nach Angaben des beteiligten Verwertungspartners Twins Company hätten nahezu 100 Prozent der Möbel weiterverwendet werden können. Der Report verweist allerdings darauf, dass sich der tatsächliche Verbleib wegen geringer Rückmeldungen über das QR-Code-basierte Erfassungssystem nicht für alle Möbelstücke habe nachvollziehen lassen.

Im Leonardo Hotel Hannover Medical Park seien rund 650 Gegenstände erfasst worden. Von 112 Schreibtischen hätten 65 weitergegeben und fünf eingelagert werden können. Bei den Kofferböcken seien 90 von 112 Exemplaren weitergegeben worden. Von rund 350 Lampen seien zum Zeitpunkt der Erhebung etwa 50 vermittelt worden; weitere Lampen hätten sich noch im Lager befunden.

Leonardo Hotels werde nach Darstellung des Reports bei weiteren Neuakquisitionen und operativen Hotelübernahmen prüfen, ob vorhandenes Mobiliar weiterverwendet, aufgearbeitet, innerhalb der Hotelgruppe verteilt, extern weitergegeben oder stofflich verwertet werden könne.

Leonardo Hotel Dortmund sammelt gebrauchte PP-Lebensmitteleimer getrennt ein

Im Leonardo Hotel Dortmund seien seit Ende 2025 gebrauchte PP-Lebensmitteleimer getrennt gesammelt und an Remondis übergeben worden. Bis zum Abschluss der Erhebung hätten vier Abholungen stattgefunden. Das genaue Gewicht sei nicht erfasst worden. Bei geschätzten 35 Kilogramm je Abholung ergebe sich rechnerisch eine Menge von rund 140 Kilogramm.

Der Report verweist bei kontrollierten und sauberen Materialströmen auf mögliche Recyclingausbeuten von 75 bis 80 Prozent. Für das Dortmunder Pilotprojekt weist er keine gemessene Recyclingquote aus.

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